Der Iran-Krieg sorgt derzeit für steigende Energiepreise und schürt die Sorge vor einer neuen Inflationswelle im Euroraum. Ökonomen spekulieren, ob die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins noch in diesem Jahr anheben könnte, um die Teuerung einzudämmen. Doch während bei der EZB in Frankfurt noch diskutiert wird, ist die Zinswende für Sparerinnen und Sparer längst da.
Vor allem beim Festgeld liegen die besten Angebote so hoch wie zuletzt Anfang 2025. Das zeigt das Zinsbarometer des Geldratgebers Finanztip, das wöchentlich die besten Zinsen ausweist. Finanztip gibt einen aktuellen Überblick, wie viel Zinsen bei Festgeld und Tagesgeld derzeit möglich sind, wie Sie Ihr Geld dort klug anlegen und warum Sie bei ungewöhnlich hohen Zinsen genau hinsehen sollten.
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Festgeld: Mit bis zu 2,86 Prozent spürbar mehr Zinsen als im Herbst
Beim Festgeld legen Sparer ihr Geld über einen festen Zeitraum an und erhalten dafür von der Bank einen fest zugesagten Zins. Dafür können sie aber vor Ende der Laufzeit nicht auf das Geld zugreifen. Beim Festgeld mit einjähriger Laufzeit zeigt sich der jüngste Anstieg der Zinsen besonders deutlich. Lag der Durchschnitt der drei besten Angebote im Finanztip-Vergleich im Oktober 2025 noch bei 2,37 Prozent pro Jahr, sind es heute 2,69 Prozent. Die Spitzenangebote erreichen derzeit bis zu 2,87 Prozent jährlich (Stand: 22. April 2026).
In der Praxis macht das einen echten Unterschied: Wer 30.000 Euro für ein Jahr anlegt, erhält beim aktuellen Durchschnittszins rund 807 Euro Zinsen – vor einem halben Jahr wären es beim damaligen Zins nur etwa 711 Euro gewesen. Fast 100 Euro mehr, allein durch den Zeitpunkt der Anlage. Wer jetzt handelt, kann sich daher gute Konditionen sichern. Wie sich das Zinsniveau weiter entwickelt, ist ungewiss. Der Trend deutet darauf hin, dass Banken mit steigenden Zinsen rechnen.
Ersparnisse sicher vermehren
Geld klug anlegen mit der Festgeldtreppe
Der Geldratgeber Finanztip empfiehlt Sparern daher die sogenannte Festgeldtreppe: Dabei wird die verfügbare Summe auf verschiedene Laufzeiten verteilt. Ein Beispiel:
- 12.000 Euro werden in drei Chargen zu je 4000 Euro aufgeteilt
- die erste Charge wird für ein Jahr angelegt,
- die zweite Charge für zwei Jahre,
- die dritte Charge für drei Jahre.
Jedes Jahr wird dann ein Teilbetrag frei und kann zu den dann gültigen Konditionen neu investiert werden. Sind die Zinsen bis dahin gestiegen, profitieren Sparer also mit einem Drittel ihres Geldes vom höheren Zins. Sind die Zinsen gefallen, haben sie sich mit den übrigen zwei Dritteln noch den guten Zins gesichert. Im zweiten Jahr folgt dann die nächste Charge, im dritten Jahr die letzte. Das bringt Sparern auch mehr Flexibilität: Sie können jedes Jahr neu entscheiden, ob sie das Geld benötigen oder weiter anlegen wollen.
Tagesgeld: bis zu 3,5 Prozent dank Aktionszinsen
Auch beim Tagesgeld haben sich die Konditionen für Sparer verbessert. Besonders attraktiv sind derzeit die zeitlich befristeten Aktionszinsen, die deutlich gestiegen sind. Solche Aktionszinsen gelten in der Regel nur für Neukunden und sind auf wenige Monate beschränkt – danach sinkt der Zinssatz oft deutlich ab.
Hier sind im Spitzenbereich bis zu 3,5 Prozent pro Jahr möglich. Der Durchschnitt der drei besten Aktionsangebote liegt bei 3,39 Prozent jährlich. Dauerhaft gültige Standardzinsen erreichen in der Spitze im Schnitt 2,17 Prozent. Auch hier gilt: Der Vergleich verschiedener Anbieter lohnt sich. Die Unterschiede sind erheblich, und die eigene Hausbank bietet selten die besten Konditionen.
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Tagesgeld & Festgeld: Vorsicht bei ungewöhnlich hohen Zinsen
Steigende Zinsen locken jedoch auch Angebote auf den Markt, bei denen Vorsicht geboten ist. Wer sich von besonders hohen Renditeversprechen verleiten lässt, geht möglicherweise ein Risiko ein, das auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. Sparer sollten nicht nur auf den Zinssatz achten, sondern ebenfalls auf die Sicherheit der Anlage.
In der Europäischen Union sind Bankeinlagen bis zu 100.000 Euro pro Person und Geldinstitut gesetzlich geschützt. Geht eine Bank bankrott, verlieren Anleger ihr Geld nicht. Doch jedes Land hat dabei sein eigenes Sicherungssystem und nicht alle sind gleich verlässlich. Finanztip empfiehlt daher, ausschließlich Angebote von Banken mit einer Einlagensicherung aus Ländern mit hoher Finanzkraft (Bonität) zu wählen. Neben Deutschland sind das Österreich, die Niederlande, Luxemburg und die skandinavischen Länder.
Hinweis: Finanztip.de erklärt im neuen kostenlosen E-Book „Das 1x1 der Geldanlage“, wie Verbraucher mit ETFs sicher fürs Alter vorsorgen können.

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geldratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.









