Für viele Menschen erscheinen Medikamente zur Gewichtsreduktion als vielversprechende Option im Umgang mit Übergewicht. Ob diese Präparate tatsächlich einen grundlegenden Fortschritt in der Behandlung darstellen, wurde von der Stiftung Warentest systematisch untersucht. In einer umfassenden Analyse prüfte die Institution insgesamt 17 Arzneimittel zur Gewichtsabnahme. Das Ergebnis zeigt, dass lediglich zwei Wirkstoffe den wissenschaftlichen Anforderungen in überzeugender Weise entsprechen.

Abnehmen mit Spritzen und Tabletten: Welche helfen wirklich?

Als Grundlage der Untersuchung der Stiftung Warentest dienten insgesamt 17 Arzneimittel, die in Deutschland zur Reduktion des Körpergewichts zugelassen sind. Vor dem Hintergrund von rund 16 Millionen Menschen mit Übergewicht und Adipositas in Deutschland erfahren diese Präparate eine zunehmende Nachfrage, obwohl sie nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Angesichts von Kosten zwischen 45 und 490 Euro pro Packung ist es von besonderer Relevanz, welche Wirkstoffe eine überzeugende Wirksamkeit aufweisen.

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In die Analyse einbezogen wurden unter anderem Mounjaro, Saxenda und Wegovy sowie Xenical und weitere Arzneimittel mit dem Wirkstoff Orlistat. Die Experten der Stiftung Warentest werteten Metaanalysen, evidenzbasierte Leitlinien sowie klinische Studien aus und prüften systematisch Wirksamkeit, Risiken, Nebenwirkungen und potenzielle Wechselwirkungen. Im Gesamtergebnis konnten lediglich zwei Wirkstoffe als überzeugend eingestuft werden.

Den größten Effekt erzielte dabei der Wirkstoff Tirzepatid, der unter dem Handelsnamen Mounjaro verfügbar ist. In den ausgewerteten Daten zeigte sich eine Gewichtsreduktion von 13 bis 19 Prozent. Ebenfalls als geeignet bewertete die Stiftung Warentest den Wirkstoff Semaglutid, der in Form einer wöchentlichen Injektion verabreicht wird. Hier lagen die beobachteten Gewichtsverluste zwischen neun und 12 Prozent. Die übrigen untersuchten Präparate weisen hingegen ein ungünstiges Verhältnis von Nutzen und Risiko auf. Zudem sind insbesondere langfristige Nebenwirkungen bislang nicht hinreichend geklärt.

Zwei Wirkstoffe fallen im Test durch

Wie die Stiftung Warentest weiter ausführt, konnten zwei Wirkstoffe im Rahmen der Untersuchung nicht überzeugen. Für den Wirkstoff Liraglutid, der unter dem Handelsnamen Saxenda erhältlich ist, wurde lediglich ein Gewichtsverlust von vier bis fünf Prozent festgestellt. Zudem traten vergleichsweise häufig Nebenwirkungen auf, die nicht selten zum Abbruch der Therapie führten.

Auch der Wirkstoff Orlistat zeigte keine überzeugenden Ergebnisse, weder in der verschreibungspflichtigen Dosierung von 120 Milligramm noch in der frei verkäuflichen Variante mit 60 Milligramm. Das als Fettblocker klassifizierte Präparat führte selbst über einen längeren Anwendungszeitraum hinweg lediglich zu einer Gewichtsreduktion von zwei bis vier Prozent.

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In Deutschland stufen die gesetzlichen Krankenkassen Abnehmspritzen und Arzneimittel zur Gewichtsreduktion überwiegend als Lifestale-Produkte ein und übernehmen daher in der Regel keine Kosten. Einige Ärzte verordnen diese Medikamente jedoch bei erwachsenen Patienten mit Adipositas begleitend zu einer strukturierten Ernährungsumstellung und gesteigerter körperlicher Aktivität. Fachleute warnen in diesem Zusammenhang ausdrücklich vor frei im Internet angebotenen Injektionspräparaten, da diese in Deutschland weiterhin der Verschreibungspflicht unterliegen.

Die Untersuchung der Stiftung Warentest gelangt insgesamt zu dem Ergebnis, dass für eine nachhaltige Gewichtsreduktion eher langfristige Veränderungen des Lebensstils zielführend sind. Es wird empfohlen, das Geld statt in kostenintensive Präparate vorzugsweise in qualitativ hochwertige Ernährung sowie in sportliche Aktivität zu investieren. Das Verhältnis von Kosten und Nutzen der untersuchten Arzneimittel wird als ungünstig bewertet, zumal belastbare Erkenntnisse zu möglichen langfristigen Nebenwirkungen bislang noch nicht in ausreichendem Umfang vorliegen.