Eine aktuelle Studie von Forschern mehrerer kanadischer Universitäten, die unter Beteiligung der Food and Drug Administration durchgeführt wurde, weist auf potenziell besorgniserregende Nebenwirkungen der Medikamente Wegovy und Ozempic hin. Beide Präparate enthalten den Wirkstoff Semaglutid, der vor allem zur Gewichtsreduktion eingesetzt wird. Den Ergebnissen zufolge ist insbesondere bei der Anwendung von Wegovy ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Sehverlust zu beobachten.
Erhöhtes Risiko für eine Sehstörung bei Abnehm-Präparaten
Der anhaltende Erfolg sogenannter GLP-1-basierter Medikamente wie Wegovy und Ozempic spiegelt das große öffentliche Interesse an effektiven Strategien zur Gewichtsreduktion wider. Die Präparate werden mittels Injektion unter die Haut verabreicht, unterscheiden sich jedoch in ihrem ursprünglichen Zweck. Während Ozempic zur Regulierung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes eingesetzt wird, ist Wegovy speziell zur Behandlung von Adipositas konzipiert und entsprechend höher dosiert.
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Die mediale Präsenz, insbesondere durch prominente Anwender und soziale Netzwerke, hat dazu beigetragen, dass der Begriff Ozempic häufig als Synonym für die sogenannte Abnehmspritze verwendet wird. Parallel zum wachsenden Einsatz der Präparate rücken jedoch auch potenzielle Nebenwirkungen verstärkt in den Fokus der Forschung. Eine aktuelle Studie untersuchte Fälle plötzlichen Sehverlusts, der mit einer unzureichenden Durchblutung des Sehnervs in Verbindung steht.
Die Analyse der kanadischen Wissenschaftler, die im British Journal of Ophthalmology veröffentlicht wurde, zeigt, dass das Risiko für diese Komplikation beim Sehen bei Anwendern von Wegovy nahezu fünfmal höher ist als bei der Nutzung von Ozempic. Als mögliche Erklärung wird ein Zusammenhang mit der höheren Dosierung diskutiert. Demnach könnte eine ausgeprägte Senkung des Blutdrucks die Durchblutung des Auges beeinträchtigen und so das Risiko für entsprechende Schädigungen erhöhen.
Männer mit einem besonderen Risiko
Die Forscher weisen darauf hin, dass die Ergebnisse im Kontext der Datengrundlage interpretiert werden müssen. Die ausgewertete Datenbank der Food and Drug Administration umfasst mehr als 30 Millionen gemeldete unerwünschte Ereignisse. Darunter fanden sich 28 Fälle, in denen Wegovy mit einer ischämischen Optikusneuropathie (ION) in Verbindung gebracht wurde, sowie 47 entsprechende Meldungen für Ozempic. Die höhere Fallzahl bei Ozempic ist jedoch auch darauf zurückzuführen, dass dieses Präparat bereits seit längerer Zeit eingesetzt wird.
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Darüber hinaus zeigten sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Die ischämische Optikusneuropathie, die zu einem plötzlichen und häufig dauerhaften Sehverlust führen kann, trat bei Männern unter Einnahme von Semaglutid etwa dreimal häufiger auf als bei Frauen.
Insgesamt unterstreicht die Studie den Bedarf an weiterer Forschung zu Medikamenten gegen Adipositas. Insbesondere die Auswirkungen auf das Auge sind bislang nicht ausreichend verstanden, obwohl die Anwendung dieser Wirkstoffe stetig zunimmt. Neben den beabsichtigten Effekten werden sie mit einer Vielzahl zusätzlicher biologischer Einflüsse in Verbindung gebracht, die von einem potenziell verringerten Krebsrisiko bis hin zu einem erhöhten Risiko für depressive Erkrankungen reichen können.




