Ein kleines, vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Strom wird im Jahr 2026 günstiger. Das liegt an den zum Jahreswechsel sinkenden Netzentgelten. Nach Berechnungen von Finanztip mit Daten des Energiedienstleisters Enet dürften die Strompreise im Schnitt sieben Prozent günstiger werden. Eine kleine Familie mit einem Stromverbrauch von 3000 Kilowattstunden kann dadurch rund 67 Euro im Jahr sparen.

Viele Stromanbieter haben die Vergünstigungen bereits in ihren aktuellen Neukundentarifen berücksichtigt. Die besten von Finanztip empfohlenen Tarife mit einer Preisgarantie von zwölf Monaten kosten derzeit nur noch 30,5 Cent/kWh (Arbeitspreis und Grundpreis enthalten). So günstig war es zuletzt im Herbst 2024.

Stromanbieter oder Tarif wechseln? Ein Weg zahlt sich häufiger aus

Automatisch gibt es diese Vergünstigung aber nicht – denn nur selten senken Stromanbieter von sich aus die Preise in bestehenden Verträgen. Deshalb könnte dieser Winter ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel sein. Aber welche Stromanbieter sind vertrauenswürdig?

Wenn Sie mit Ihrem derzeitigen Anbieter zufrieden sind, fragen Sie erst einmal dort nach einem günstigeren Vertrag. Falls Sie ein Angebot bekommen, nehmen Sie es nicht sofort an, sondern vergleichen Sie es mit anderen Tarifen am Markt. Einen breiten Überblick geben Vergleichsportale im Internet.

Vergleichsrechner sperrt dubiose Stromanbieter aus

Der Stromvergleich von Finanztip bietet hier zwei Alleinstellungsmerkmale:

  • Erstens vereint er die Datenbanken von Check24 und Verivox, wodurch sich besonders viele Tarife vergleichen lassen.
  • Zweitens schließt Finanztip bestimmte Stromanbieter ganz aus seinem Vergleich aus – nämlich solche, die negativ aufgefallen und deshalb nicht empfehlenswert sind.

Dafür berücksichtigt Finanztip unter anderem Klagen der Verbraucherzentralen oder Aufsichtsverfahren der Bundesnetzagentur gegen Stromanbieter. Auch Hinweisen von Stromkundinnen und -kunden auf Energierechtsverstöße geht die Finanztip-Redaktion nach.

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Die Stromkosten lassen sich am besten durch jährliche Anbieterwechsel im Zaum halten, wie Finanztip empfiehlt.© Getty Images | Oleksii Litovchenko

Ein Beispiel: Derzeit geht der Verbraucherzentrale Bundesverband mit einer Sammelklage gegen die ExtraEnergie GmbH vor. Laut Verbraucherzentrale Bundesverband soll der Anbieter in der Vergangenheit Preisgarantien missachtet und die Preise seiner Kunden drastisch erhöht haben. Betroffen sind laut Verbraucherzentrale auch ExtraEnergie-Marken wie Prioenergie oder Extragrün. Solche Anbieter nimmt Finanztip vorsorglich aus seinem Vergleichsrechner. Mindestens, bis die Klage entschieden ist.

Risiko beim Stromanbieterwechsel ist gering

Viele in der Branche als schwarze Schafe bekannte Anbieter mit Discountpreisen tauchen im Finanztip-Vergleich also gar nicht auf. Wer trotzdem skeptisch ist, kann zusätzlich Eigenrecherche betreiben. Erfahrungsberichte über Stromanbieter im Internet geben einen Eindruck, ob viele Kundinnen und Kunden unzufrieden sind und von Problemen berichten. Testweise kann man auch mal probieren, ob man den Kundenservice telefonisch erreicht. Ein menschlicher Ansprechpartner auf der anderen Seite des Hörers ist zumindest ein Indiz, dass es der Anbieter mit dem „Kundenservice“ womöglich ernst meint.

Insgesamt schätzt Finanztip das Risiko beim Stromanbieterwechsel aber gering ein. Dafür gibt es mehrere Gründe: Weil die Energiepreiskrise vorüber ist, hat sich der Markt stabilisiert – Anbieter können wieder ruhiger wirtschaften. Vorübergehende Effekte wie die Strompreisbremse, die IT-Abteilungen ins Schwitzen brachte und massenhaft Abrechnungsschwierigkeiten verursachte, sind Geschichte.

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Außerdem haben sich in den vergangenen Jahren mehrere Gesetze zum Vorteil der Verbraucher verbessert. Stromverträge laufen jetzt nach Ablauf der ersten Vertragslaufzeit einfach auf unbestimmte Zeit weiter. Sie können sich nicht mehr – wie früher – um bis zu ein weiteres Jahr verlängern. Gleichzeitig wurde die Kündigungsfrist auf einen Monat begrenzt. Und ganz allgemein gilt: Selbst für das unwahrscheinliche Szenario, dass beim Wechsel etwas schiefgeht, bleibt die Stromversorgung ununterbrochen sicher. Der Grundversorger springt dann ein.

Stromtarife vergleichen: Auf Preisgarantie und Neukundenboni achten

In vielen Fällen dauert es nur zehn Minuten, um einen neuen Anbieter zu finden und den Wechsel zu beauftragen. Finanztip rät zu Tarifen mit einer eingeschränkten Preisgarantie, die mindestens so lange wie die erste Vertragslaufzeit gelten sollte. Preiserhöhungen sind dann weitestgehend ausgeschlossen. Lediglich bei Erhöhungen von einheitlich festgelegten Preisbestandteilen wie Steuern dürfte der Anbieter nachjustieren.

Ein letzter Tipp: Viele Anbieter locken mit einem Sofort- oder Neukundenbonus. Boni werden meistens im ersten Vertragsjahr ausgezahlt und kaschieren, dass der eigentliche Strompreis des Tarifs oft gar nicht so günstig ist. Ab dem zweiten Jahr zahlt man dann vielleicht mehr Geld für den Strom, als man müsste. Schnäppchenjäger wechseln deshalb regelmäßig und nehmen bei verschiedenen Anbietern immer wieder Neukundenboni mit. Wer Tarife sucht, die auch ohne Bonus günstig sind, kann im Finanztip-Rechner die Option „langfristige Planung“ wählen.

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Tipp: Im neuen Buch "Finanzen ganz einfach" erklärt Finanztip-Chefredakteur Saidi Sulilatu, wie Verbraucher mit dem „Finanztip-Prinzip“ richtig sparen, klug investieren und gelassen vorsorgen.© Finanztip | Finanztip

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.