Haben Sie schon mal vom „heiligen Amumbo” gehört? Höchstwahrscheinlich nicht – es sei denn, Sie legen selbst Geld an der Börse an oder sind in Internetforen rund ums Thema Finanzen und Investment unterwegs. Denn hinter dem „heiligen Amumbo“ versteckt sich nicht etwa etwas Religiöses, sondern ein börsengehandelter Indexfonds (ETF) – allerdings einer, der eine höhere Rendite verspricht. Er kommt vom großen Fondsanbieter Amundi und verspricht Jumbo-Rendite, kurz Amumbo.
Klingt vielversprechend, aber was steckt dahinter? Es ist kein ganz banaler, sondern ein zweifach gehebelter Aktien-ETF auf den MSCI USA, einen Aktienindex aus US-Konzernen. Heißt: Geht es für den zugrundeliegenden Index, den MSCI USA, an einem Tag um 2 Prozent nach oben, geht es für den heiligen Amumbo 4 Prozent bergauf. Gleiches gilt allerdings auch für ein Minus. Der Hebel verstärkt Gewinne und Verluste.
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Trotzdem klingt die doppelte Rendite in derselben Zeit durchaus nach einem Traum. Nun möchte Amundi einen solchen zweifach gehebelten ETF auf den bekannten MSCI World anbieten. Der auf die USA beschränkte „heilige Amumbo“ bekäme also einen globalen Bruder, den „heiligen Awumbo“. Weltweit anlegen klingt erst einmal sinnvoll. Bleibt die Frage: Wie hätte sich so ein Produkt in der Vergangenheit geschlagen – und verpassen Sie etwas?
MSCI World mit Hebel: Finanztip verrät drei große Nachteile
Finanztip hat modellbasiert zurückgerechnet: Seit 2001 erzielte ein normaler MSCI-World-ETF mit laufenden Kosten von 0,2 Prozent pro Jahr eine durchschnittliche Rendite von 5,86 Prozent pro Jahr. Mit einem zweifachen Hebel wäre es spürbar mehr gewesen. Aber nicht das Doppelte, wie man vielleicht vermuten würde: Stattdessen waren es „nur“ 7,9 Prozent pro Jahr. Der Grund: die speziellen Nachteile von Hebel-ETFs:
- Nachteil 1 – Höhere Kosten: Die Gesamtkostenquote (TER) von gehebelten ETFs liegt deutlich über der von Standard-ETFs. Laut Finanztip-Recherchen beträgt sie beim geplanten Amundi-ETF 0,6 Prozent. Das klingt überschaubar, ist aber das Sechsfache des günstigsten Welt-ETFs, den die Finanztip-Experten empfehlen.
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- Nachteil 2 – Finanzierungskosten: Damit der Hebel funktioniert, muss sich der ETF vereinfacht gesagt Geld leihen. Und dafür fallen Zinsen an. In unserer Modellrechnung haben wir die US-Geldmarktzinsen zugrunde gelegt – und diese haben die Rendite seit 2001 im Schnitt um knapp 2 Prozentpunkte pro Jahr geschmälert. Zusammen mit den Verwaltungskosten ergibt das fast 2,6 Prozent pro Jahr an Belastung. Besonders interessant: Von der Corona-Pandemie bis 2022 lagen die Finanzierungskosten bei 0 Prozent – eine Ausnahmesituation. Heute betragen sie jedoch rund 4,3 Prozent pro Jahr. Das muss der ETF erst einmal reinverdienen.
- Nachteil 3 – Verluste schmerzen doppelt: Ein Minus von 2 Prozent im Index bedeutet 4 Prozent Verlust im Hebel-ETF – das ist noch überschaubar. Das stärkste Minus im untersuchten Zeitraum lag aber bei 80 Prozent. So einen Verlust müssen Sie beim Blick ins Depot erst einmal verkraften. Das ist aber noch nicht alles. Wenn der Index nach einem Verlust wieder steigt, hat der Hebel-ETF die schwierigere Aufholjagd.
Aktien in Hebel-ETF: Schattenseiten wie Kosten und Volatility Drag
Fällt der MSCI World zum Beispiel von 100 Euro auf 95 Euro, sind das 5 Prozent Verlust. Für den Hebel-ETF in Ihrem Depot geht es doppelt so stark abwärts, auf 90 Euro. Damit der MSCI World am nächsten Tag wieder 100 Euro erreicht, muss er 5,3 Prozent zulegen.
Heißt: Für den Hebel-ETF geht es 10,6 Prozent bergauf – das reicht aber nur für 99,50 Euro. Nun, was jucken Anleger diese 50 Cent? Bei kleinen Beiträgen gar nicht. Steckt ein Großteil des Vermögens in so einem ETF, tut das allerdings weh. Vor allem, wenn sich so eine Kursbewegung mehrfach wiederholt.
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Dieser Renditeverlust durch Volatilität, also das Auf und Ab des Kurses, nennt sich Volatility Drag – und sorgt neben den Zinskosten und der TER dafür, dass der gehebelte MSCI World seit 2001 zwar spürbar mehr Rendite gemacht hat, aber eben nicht die doppelte. Aus einmal angelegten 10.000 Euro wären mit einem normalen ETF etwa 40.800 Euro geworden. Mit einem Hebel-ETF kämen Sie auf einen Depotwert von mehr als 65.000 Euro.
Finanztip rät: Nur in diesem Fall sollte man in Hebel-ETFs investieren
Die Vergangenheit ist aber keine Garantie für die Zukunft – bei Hebel-ETFs gilt das besonders. Denn ihre Wertentwicklung hängt extrem stark von Zinsen und Schwankungen ab. Beides ist aktuell weniger günstig als in Teilen der vergangenen 25 Jahre. Die Chancen, dass der Hebel-ETF einen normalen ETF nochmal so abhängt, stehen also momentan schlechter.
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Darum unser Rat: Investieren Sie in solche ETFs nur Geld, das Sie wirklich nicht brauchen und dessen Verlust verschmerzbar ist. Denn wenn die Kurse seitwärts laufen oder schwanken, verliert der ETF an Wert – und das frustriert beim Blick ins Depot. Finanztip empfiehlt 28 weltweit ausgerichtete Aktien-ETFs, mit denen Sie breit gestreut in Aktien investieren können.
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Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.






