Mit „Fire“ wollte Sarah Engels beim diesjährigen Eurovision Song Contest die Bühne entzünden: große Gesten, viel Bewegung, Pop mit maximalem Puls. Am Ende aber landete Deutschland nur auf Platz 23. Schlechter schnitten lediglich Österreich und Großbritannien ab. Für Engels war es ein ernüchternder Abend – aber keiner, der ihre nächste große Bühne verhindert hätte.
Denn nun soll die Kölner Sängerin beim ColognePride 2026 auftreten. Beim CSD Köln ist sie als Top-Act für das große Finale auf dem Heumarkt vorgesehen. Doch kaum ist ihr Name öffentlich, regt sich Widerspruch – vor allem aus Teilen der queeren Community.
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Sarah Engels beim CSD Köln: Kritik an Feminismus-Aussage
Der Grund für die Kritik ist weniger ihr ernüchterndes ESC-Abschneiden als ein Satz, der in einem Interview mit dem Eurovision-Podcast „Merci, Chérie“ fiel. Dort wurde Engels auf ihr Album „Strong Girls Club“ angesprochen, dessen Titel schon nach weiblichem Zusammenhalt und Selbstbehauptung klingt. Weil das Album genau diesen Ton setzt, wurde sie gefragt, wie feministisch sie eigentlich sei.
Engels antwortete: „Feministisch würde ich nicht sagen. Weil ich einen ganz, ganz tollen Mann habe und ich mag auch Männer.“ Dieser Satz wurde in sozialen Netzwerken schnell weitergetragen. Viele verstanden ihn so, als setze Engels Feminismus mit Männerfeindlichkeit gleich.
Kritik an Engels aus der queeren Community: „Peinliche Aussage“
Auf Instagram fielen die Reaktionen entsprechend deutlich aus. Eine Nutzerin kommentierte, Feminismus sei eben nicht Männerhass und Feministinnen hassten auch nicht ihre Partner. Wieder andere erklärten, Engels solle den Begriff vielleicht erst einmal nachschlagen.
Auch aus der queeren Community wurde Kritik laut. Ein Nutzer schrieb: „Wie kommt so eine Entscheidung bloß zustande? Da muss doch IRGENDWER im Team mal was gesagt haben!“ Ein anderer kommentierte, der CSD sei „keine Party, sondern ein Protest“. Niemand habe etwas gegen Musikacts, doch diese Entscheidung sei „einfach nur lachhaft“. Der CSD sei ein feministisches Movement; Engels habe damit nichts zu tun, weder mit Feminismus noch mit der queeren Community.
Dabei spricht Engels im selben Interview durchaus über Themen, die häufig mit feministischen Anliegen verbunden werden. Frauen würden noch immer unterschätzt, sagt sie laut „Merci, Chérie“. Sie selbst kenne das Gefühl, sich ständig beweisen und Erwartungen erfüllen zu müssen. Viele Songs ihres Albums handelten davon. Auch störe sie, dass Frauen häufig auf ihr Äußeres reduziert würden. Sie wolle Frauen ermutigen, „dass sie an sich glauben müssen, dass sie laut sein dürfen, dass sie aus Leidenschaft brennen dürfen – und noch so viel mehr“.
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Der CSD Köln gehört zu den größten Pride-Veranstaltungen in Deutschland. 2026 läuft der ColognePride vom 19. Juni bis zum 5. Juli, das CSD-Straßenfest findet vom 3. bis 5. Juli statt, die große Demonstration zieht am Sonntag durch die Innenstadt. Der CSD erinnert an den Kampf queerer Menschen um gleiche Rechte, Sichtbarkeit und Schutz vor Diskriminierung.


