• Schon seit Jahren moderiert Victoria Swarovski die Tanzshow „Let‘s Dance“
  • Nun stellt sie sich einer noch größeren Herausforderung
  • Wir haben sie vor dem Eurovision Song Contest getroffen

Rund 160 Millionen Menschen verfolgen den Eurovision Song Contest Jahr für Jahr. Dieser enormen Aufmerksamkeit stellt sich 2026 eine, die deutsche TV-Zuschauer längst kennen: Victoria Swarovski. Die Österreicherin moderiert in ihrer Heimat den ESC – und spricht von einer „Herausforderung“. Wir haben sie einige Wochen vor dem ESC zum Interview getroffen.

Sie sind selbst Sängerin und haben 2016 „Let’s Dance“ gewonnen. Träumen Sie da nicht davon, beim ESC als Wettbewerberin teilzunehmen?

Victoria Swarovski: Für mich ist es bereits ein großer Traum, den Eurovision Song Contest moderieren zu dürfen. Darauf liegt momentan mein voller Fokus. Und keiner hat ja gesagt, dass ich nicht tanzen und singen darf. 

ESC-Moderatorin Victoria Swarovski: „Bin positiv aufgeregt“

Letztes Jahr hatte der Song Contest ein weltweites Publikum von 166 Millionen. Das muss einen doch nervös machen? 

Ich würde es weniger Nervosität nennen, sondern eher positive Aufregung. Zu wissen, dass ein weltweites Publikum zusieht, ist natürlich etwas Besonderes. Gleichzeitig ist genau das Teil der Faszination. Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung und auf die einzigartige Stimmung auf der ESC-Bühne.

Sie scheinen ja eine gewisse Ladung Adrenalin zu brauchen. In diesem Jahr absolvierten Sie die Rallye Dakar. Was haben Sie daraus fürs Leben gelernt?

Es war eine sehr intensive Erfahrung, die einem eine ganz andere Perspektive auf Komfort, Prioritäten und persönliche Grenzen gibt. So hat mir die Rallye vor allem gezeigt, wie wenig man eigentlich braucht, um glücklich zu sein. 

Anna-Carina Woitschack holt 30 Punkte bei «Let's Dance»
2016 ging Victoria Swarovski als Siegerin der neunten „Let’s Dance“-Staffel hervor.© dpa | Rolf Vennenbernd

Gibt es Abenteuer jenseits des Beruflichen, die Sie noch einmal erleben möchten? 

Nach Projekten wie dem Eurovision Song Contest und „Let’s Dance“ ist es schwer, von größeren Abenteuern zu sprechen. Ein Traum, den ich mir vielleicht irgendwann erfüllen möchte, wäre eine Rolle in einem Film, idealerweise etwas Zeitloses.

Etwas Zeitloses?

 Vielleicht ein Disney-Projekt.

Victoria Swarovski ist Unternehmerin: „Meine Karriere zeigt, dass ich führen kann“

Aber Ihre Karriere als Sängerin scheinen Sie an den Nagel gehängt zu haben. Ihre letzte Single erschien vor zehn Jahren. Dabei unterschrieben Sie schon als 16-Jährige einen Plattenvertrag.

Musik ist nach wie vor ein wichtiger Teil meines Lebens. Aktuell lassen es meine Projekte zeitlich jedoch kaum zu, regelmäßig im Studio zu arbeiten. Aber die Musik bleibt immer ein Teil von mir.

Theoretisch wäre es auch denkbar gewesen, dass Sie in das weltberühmte Unternehmen Ihrer Familie einsteigen, was Sie aber nicht gemacht haben. Hatten Sie Bedenken, so viel Verantwortung auf sich zu laden? 

Ich denke, meine eigene Karriere zeigt sehr deutlich, dass ich Verantwortung übernehmen und führen kann. Ich bin der CEO meiner eigenen Firma und arbeite seit vielen Jahren mit einem sehr konstanten Team zusammen. Man ist letztlich nur so stark wie das Team, das einen umgibt, und ich habe großes Glück, von außergewöhnlichen Menschen begleitet zu werden.

Genügend zu tun haben Sie ja. Sehen Sie das Problem, dass Sie sich zu viel zumuten?

Ich achte sehr bewusst darauf, nur so viele Projekte anzunehmen, wie ich auch wirklich mit Freude und voller Energie umsetzen kann. Ich liebe, was ich tue, und genau das ist für mich entscheidend. Aber dabei ist Disziplin definitiv sehr wichtig für mich.

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Sie sind in jungen Jahren nach Los Angeles übergesiedelt, um Ihre Karriere im Showbusiness voranzutreiben. War das die härteste Herausforderung Ihres Lebens?

Jede wichtige Entscheidung im Leben bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Ich bin einfach sehr dankbar für jeden einzelnen Schritt, weil sie mich persönlich und beruflich geprägt haben.

Swarovski über „Let’s Dance“-Erfahrung: „Bin kein Mensch, der zurückschaut“

Nicht alles war aber immer rosig. Für Ihre erste „Let’s Dance“-Moderation wurden Sie von der Kritik verrissen. Wie präsent ist diese Erinnerung noch?

Was meine erste Moderation betrifft, kann ich nur sagen: Ich bin grundsätzlich kein Mensch, der viel zurückschaut. Natürlich war das damals eine ganz besondere und aufregende Erfahrung, aber ich konzentriere mich immer auf das Hier und Jetzt und darauf, mich stetig weiterzuentwickeln.

Vermutlich dürfte dabei Ihre Mutter eine wichtige Rolle spielen. In Interviews sprachen Sie darüber, wie sehr sie Sie geprägt hat. Was war die wichtigste Erkenntnis, die Sie von ihr bekommen haben?

Meine Mutter erinnert mich immer wieder daran, wie viel Kraft in einer positiven Haltung liegt. Und einer ihrer Sätze begleitet mich besonders durchs Leben: Durch Liebe kann man Berge versetzen.

Eine andere wichtige Person war laut Ihren Aussagen Ihre Großmutter. Sie haben einmal davon erzählt, wie sie als kleines Mädchen mit ihr in der Natur unterwegs waren und sie Ihnen die Namen der Blumen erklärt hat. Nachdem Sie nun mit so vielen Herausforderungen konfrontiert sind, träumen Sie manchmal von diesen unschuldigen Zeiten?

Ganz ehrlich, ich liebe mein heutiges Leben und bin sehr glücklich mit dem, was ich tue.