Zusammenfassung

  • Unter den 40 Toten in Crans-Montana waren viele Minderjährige
  • Mittlerweile wurden alle Opfer identifiziert
  • Laut der Hausordnung hätten sie gar nicht erst dort sein dürfen

Was als rauschendes Fest begann, endete in einer Tragödie: Auch zwei Tage nach dem Brand im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana sitzt der Schock tief. Wie Frédéric Gisler, Kommandant der Walliser Kantonspolizei, in einer Pressekonferenz mitteilte, waren es vor allem junge Leute zwischen 15 und 26, die das neue Jahr in der Bar „Le Constellation“ feierten, als gegen 1.30 Uhr das Feuer ausbrach. Nach offiziellen Angaben kamen 40 Menschen ums Leben. 116 Menschen wurden verletzt, 80 von ihnen weisen schwerste Verbrennungen auf und befinden sich in kritischem Zustand.

Inzwischen wurden alle 40 Todesopfer und alle 116 Verletzten identifiziert. Die Hälfte der Todesopfer war minderjährig; das jüngste Todesopfer war erst 14 (ein Mädchen aus der Schweiz), das älteste 39 Jahre alt. 22 der Todesopfer waren Schweizer, 18 weitere kamen aus dem Ausland, die meisten davon aus Frankreich und Italien; Deutsche waren nicht unter den Toten oder Verletzten. Die Leichen von fünf italienischen Jugendlichen wurden am Montag mit einem Militärflugzeug in ihre Heimat gebracht.

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Unter den Toten ist auch der 16-Jährige Golfer Emanuele Galeppini aus Italien. Dies teilte der italienische Golf-Verband auf seiner offiziellen Seite mit: „Du wirst für immer in unserem Herzen bleiben“, heißt es.

83 Verletzte lagen am Montag weiterhin im Krankenhaus, dutzende von ihnen wurden mit schwersten Verbrennungen in Spezialkliniken in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien behandelt. In Berlin wird ein 18-Jähriger behandelt, der schwere Verbrennungen an Gesicht und Händen erlitt, er befinde sich dementsprechend in einem lebensbedrohlichen Zustand, sagte eine Kliniksprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der junge Mann stamme aus der französischsprachigen Schweiz. Er sei am Samstag nach Berlin gekommen, seine Eltern seien auf der Anreise in die Hauptstadt. Die Klinik sei ursprünglich davon ausgegangen, dass drei Opfer aus Crans-Montana nach Berlin kommen sollten. Nach jetzigem Stand werde es aber wohl bei dem 18-Jährigen bleiben, sagte die Sprecherin. Auch in anderen Kliniken in Deutschland werden Opfer aus dem Schweizer Skiort versorgt.

Brand-Katastrophe in Crans-Montana: Viele Opfer zwischen 15 und 26

Nach Angaben der Schweizer Behörden waren es vorwiegend junge Leute zwischen 15 und 26, die in der Bar „Le Constellation“ waren, als das Feuer ausbrach. Das Lokal soll ein beliebter Treffpunkt für Touristen gewesen sein und viele junge Menschen angezogen haben. Doch warum durften sich Minderjährige in einer Bar nach Mitternacht überhaupt aufhalten?

In der Schweiz gibt es kein einheitliches Jugendschutzgesetz, wie man es etwa aus Deutschland kennt. Vielmehr bestehen die Regeln zum Schutz von Kindern und Jugendlichen aus einem Gemisch aus Bundes‑ und kantonalen Gesetzen, die unter anderem festlegen, ab welchem Alter junge Menschen Alkohol kaufen dürfen und unter welchen Bedingungen sie Bars, Restaurants, Diskotheken oder Clubs besuchen dürfen. Offiziell wäre der Eintritt in der Bar „Le Constellation“ erst ab 18 Jahren erlaubt gewesen. Wie mehrere Schweizer Medien und auch der „Spiegel“ berichten, sei das Lokal aber für seine lasche Alterskontrolle bekannt gewesen. Weder die Schweizer Staatsanwaltschaft noch die Polizei wollten diese Annahme aber zunächst offiziell bestätigen und verweisen auf „laufende Ermittlungen“.

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Das Feuer war in der Silvesternacht in der Bar „Le Constellation“ ausgebrochen. Den Ermittlungen zufolge wurde die Feuersbrunst im Keller der Bar offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden. 

Die Ermittler wollen unter anderem klären, ob das Dämmmaterial an der Decke den Vorschriften entsprach. Gegen die Betreiber der Bar wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Brandstiftung ermittelt.

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