- In Deutschland strahlt die ARD den Eurovision Song Contest aus
- Seit 2026 hat dabei der SWR die Führung übernommen – und trägt einen großen Teil der Kosten
- Doch wie viel gibt Deutschland überhaupt für den ESC aus?
Immer, wenn Deutschland beim Eurovision Song Contest mal wieder schlecht abschneidet, entbrennt die Diskussion: Sollen wir beim ESC Jahr für Jahr zahlen, aber nie Erfolg haben? Nutzen uns die anderen Länder als Zahlmeister aus? Wir erklären, ob die Kritik berechtigt ist.
Allerdings: Wie hoch die Kosten genau sind, will der SWR, der innerhalb der ARD für den ESC verantwortlich ist, auch auf Nachfrage nicht bekannt geben. Er stellt aber klar: Die Hälfte davon trage man selbst, den Rest übernehmen HR, BR und die ARD als Ganzes. Die Mittel innerhalb des SWR habe man durch Einsparungen bei „Verstehen Sie Spaß“ freigeschaufelt, das wie der deutsche ESC-Vorentscheid von Barbara Schöneberger moderiert wird.
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Hohe Kosten für den ESC 2026? Der SWR schweigt
Insgesamt gibt sich der SWR sehr zugeknöpft. Selbst über die Höhe der Startgebühr für den ESC, die alle teilnehmenden Länder zahlen müssen, will man keine Auskunft geben und spricht nur vom „mittleren sechsstelligen Bereich“. Der WDR war da in den vergangenen Jahren transparenter, nannte unserer Redaktion 2025 sogar die exakte Summe: 472.277 Euro.
Damit war Deutschland im vergangenen Jahr der größte ESC-Geldgeber – und dürfte das auch 2026 sein. Denn: Die Startgebühr ist nicht für alle gleich. Wie hoch sie ausfällt, ist von Land zu Land unterschiedlich und hängt unter anderem mit der Größe des jeweiligen TV-Senders zusammen. So zahlte Nordmazedonien 2022 nur knapp unter 40.000 Euro, Deutschland dagegen über 400.000.
Und die Teilnahmegebühr ist längst nicht alles, was Deutschland für den Eurovision Song Contest ausgibt. Hinzu kommen unter anderem:
- Kosten für den ESC-Vorentscheid
- Ausgaben für den Auftritt, zum Beispiel für Tänzerinnen und Tänzer, Bühnen-Outfits und Choreografen
- Produktionskosten für das ESC-Rahmenprogramm wie den ESC-Countdown im Ersten
- Honorare für Mitarbeiter in Wien sowie Ausgaben für deren Unterbringung und Verpflegung
Lohnen sich die Kosten für den ESC?
Wie viel für diese Posten ausgegeben wird, will der SWR nicht benennen und verweist auf „Verschwiegenheitsklauseln in Verträgen“. Die Gesamtkosten für den Eurovision Song Contest lassen sich daher nicht genau beziffern. Als Anhaltspunkt kann jedoch Spanien herangezogen werden: Der Fernsehsender RTVE musste nach einem Gerichtsurteil veröffentlichen, wie viel er für den ESC 2015 ausgegeben hatte. Konkret handelte es sich um 396.918,47 Euro, wovon 286.873 Euro als Teilnahmegebühr an die EBU gezahlt wurden. Geht man davon aus, dass Deutschland neben der Gebühr ähnlich viel für den ESC ausgibt wie Spanien und die Kosten inflationsbedingt seit 2015 gestiegen sind, dürften die Gesamtkosten 2026 bei rund 620.000 Euro liegen.
Im Vergleich zu anderen TV-Produktionen ist das allerdings erstaunlich wenig. Schließlich umfasst der ESC das große Finale und die zwei Semifinal-Shows und damit insgesamt rund acht Stunden TV-Programm. Zum Vergleich: Ein 90-minütiger „Tatort“ kostet laut „t-online“ 1,5 bis 1,7 Millionen Euro. Die Produktion einer „Wetten, dass..?“-Ausgabe verschlang schon vor zehn Jahren bis zu 2,5 Millionen Euro. Der ESC ist für die ARD dagegen überraschend günstig.
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36 Millionen für den ESC in Wien? So viel kostet er insgesamt
Der ESC ist eine teure Angelegenheit – allerdings vor allem für das Gastgeberland. Wie „eurovision.de“ berichtet, wird nämlich nur ein Teil der Kosten durch die Europäische Rundfunkunion (EBU), die den ESC organisiert, zur Verfügung gestellt. Das Geld dafür wird unter anderem über die Gebühr, die alle Teilnehmerländer bezahlen müssen, eingenommen.
Den deutlich größeren Anteil trägt jedoch das Land, in dem der Eurovision Song Contest stattfindet – die Rede ist von 10 bis 20 Millionen Euro. Laut „Standard“ geht man davon aus, dass der ESC 2026 in Wien insgesamt rund 36 Millionen Euro gekostet hat. Das Geld wird unter anderem durch Sponsoring eingebracht, oft finanziert die jeweilige Rundfunkanstalt aber auch einen Teil aus eigener Tasche. Kein Wunder also, dass vor allem kleinere Länder gar nicht so erpicht darauf sind, den ESC zu gewinnen. Schließlich müssten sie sich im Folgejahr in hohe Unkosten stürzen.



