SPD und CDU in Wuppertal können sich Hoffnungen auf das Oberbürgermeisteramt machen. Ihre Kandidaten, Miriam Scherff und Matthias Nocke, erreichten die meisten Stimmen. Scherff geht als Favoritin in die Stichwahl am 28. September (Sonntag). Den größten Zuwachs erfuhr die AfD, die zweite Wahlsiegerin des Abends.

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Miriam Scherff (SPD): „Ich bin erleichtert. Wir wussten ja vorher überhaupt nicht, in welche Richtung das Wahlergebnis gehen wird. Ich habe natürlich gehofft, dass ich in die Stichwahl komme. Dass das so ein klares Ergebnis wird, damit habe ich nicht gerechnet. Und deswegen freue ich mich jetzt umso mehr. Das Erfolgsrezept, was ich mir vorgenommen habe, hat geklappt. Ich ziehe meinen Stiefel durch, ich spiele meine Themen, ich lasse mich von niemandem irgendwie verrückt machen. Und das hat jetzt augenscheinlich geklappt.“

Miriam Scherff (SPD) ist die Wahlsiegerin der Kommunalwahl in Wuppertal.
Miriam Scherff (SPD) ist die Wahlsiegerin der Kommunalwahl in Wuppertal.© Nele Küttner

Matthias Nocke (CDU): „Ich bin jetzt langsam wieder auf Betriebstemperatur und ich denke, es geht jetzt in die zweite Runde. Ich glaube, dass wir ein großes Potenzial haben für die Stichwahl. Das wollen wir ausschöpfen, sehr entschieden. Und ich glaube, dass aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Rat und der Herausforderungen es tatsächlich jetzt darauf ankommt, mit Wissen, Ideen und Erfahrungen diesen Wahlkampf zu führen, damit am 29. September ein Oberbürgermeister, der es kann, die Ärmel hochkrempeln kann, um anzufangen.“

Matthias Nocke (CDU) zieht in die Stichwahl um das Oberbürgermeister-Amt in Wuppertal ein, Favoritin ist jedoch Miriam Scherff.
Matthias Nocke (CDU) zieht in die Stichwahl um das Oberbürgermeister-Amt in Wuppertal ein, Favoritin ist jedoch Miriam Scherff.© Nele Küttner

Salvador Oberhaus (Die Linke): „Für mich und für uns [war die Wahl, Anm. d. Red] tatsächlich erfolgreich. Wir werden im Landesstrend so um die 1,5 bis 2 Prozentpunkte wahrscheinlich zulegen. Vor allen Dingen aber bin ich mit dem Wuppertaler Ergebnis im Augenblick echt zufrieden. Ich freue mich über den sehr aktiven Wahlkampf vieler Genossinnen, vieler sehr junger Menschen, die jetzt acht Wochen lang unermüdlich unterwegs waren. Damit kann ich vor dem Hintergrund des Wissens, das wir noch vor gut einem Jahr politisch tot geschrieben wurden, sehr gut leben.“

Wuppertaler Grüne: „Sind bei den Wählern nicht angekommen“

Dagmar Liste-Frinker (Grüne): „Wir sind schon ein bisschen bedrückt. Was heißt ein bisschen: Wir sind ordentlich bedrückt, weil scheinbar sind wir bei den Wählerinnen und Wählern nicht angekommen. Scheinbar sind wir mit unseren Themen nicht angekommen oder die Themen sind gerade nicht aktuell. Auf der anderen Seite haben wir aber auch nicht mit Angst der Bürgerinnen und Bürger gespielt oder mit Hetze. Ich denke, wir sind eine viel zu sachliche Partei, als dass wir halt gegen die Emotionen ankommen.“

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Hartmut Beucker (AfD): „Das Ergebnis meiner Partei – mein eigenes Ergebnis ist gar nicht so wichtig – ist noch besser, als wir uns das eigentlich erwartet hatten. Wir haben einen sehr, sehr guten Wahlkampf gemacht, das muss man ganz einfach sagen. Die Mitglieder haben richtig geackert und gemacht und getan. Im Grunde genommen zum ersten Mal, seit es uns gibt. Und das ist einfach richtig erfolgreich gewesen. Natürlich ist da der Bundestrend, dem man sich hier nicht entziehen kann.“

Marcel Hafke (FDP) gegenüber der Westdeutschen Zeitung: „Das Ergebnis der FDP ist enttäuschend, ich mache mir große Sorgen um die Zukunft unserer Stadt. Aktuell scheint es eine Mehrheit mit Rot, Rot, Grün zu geben. Ich glaube nicht, dass das der Stadt helfen wird. Wir werden nun in Ruhe beraten, wie wir mit dem Ergebnis umgehen.“