Peter Kurz faltet seinen Fahrradhelm zusammen, setzt sich aufs Sofa und bestellt einen Capucchino mit Hafermilch. Der ehemalige Oberbürgermeister von Mannheim wirkt entspannt, als er zur geöffneten Tür des Café Bazaar hinaus blickt. Hinter den großen Fensterfronten erstreckt sich das ehemalige BUGA-Gelände, der Spinelli-Park: sein politisches Vermächtnis gegossen in Beton, Holz und offenen Grünflächen.

Das Café Bazaar hat er nicht ohne Grund für das Gespräch gewählt. Es befindet sich im Erdgeschoss eines elfstöckigen Wohnhaus und ist damit Teil eines enormen Wohnbauprojektes. 2200 Wohneinheiten entstehen hier, 30 Prozent davon günstiger Wohnraum, wie Kurz beim Rundgang durch die neue Siedlung erklärt. Für ihn ist es der wohl wichtigste Erfolg einer BUGA, die so umstritten war, wie kaum eine Gartenschau vor ihr.

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Peter Kurz war von 2007 bis 2023 Oberbürgermeister in Mannheim

Peter Kurz, 1962 in Mannheim geboren, war von 2007 bis 2023 SPD-Oberbürgermeister seiner Heimatstadt. Von 2018 bis 2023 war er Präsident des Baden-Württembergischen Städtetags. Für sein Engagement, Städte zu vernetzen und Kooperationen zu fördern, bekam er 2021 den Internationalen Weltbürgermeisterpreis.

Spinelli-Park Spielstation
Blick auf den Abenteuerspielplatz und die Wohnhäuser. Bei den Fahnen: das Café Bazaar.© Stadt Mannheim | Stadt Mannheim

Trotz dieser Vita war er vielen Mannheimern in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit ein Dorn im Auge. Die Umsetzung der Bundesgartenschau, 2013 wie in Wuppertal in einem Bürgerentscheid hauchdünn bestätigt, sorgte für große Diskussionen. Und für einen Riss in der Stadtgesellschaft.

Wenn es um die BUGA geht, wirbt er immer noch für seine Arbeit

Beim Rundgang über das BUGA-Gelände zeigt sich Kurz im Reinen mit seiner Arbeit. „Mir gefällt es hier. Ich finde es super“, sagt er, während er vom Café aus, vorbei an Wohnsiedlungen und einem Parkhaus zu einem kleinen Platz führt. „Hier konnten wir das Schwammstadt-Prinzip umsetzen“, sagt er.

Blick auf die Wohnbebauung auf Spinelli
Blick auf die Wohnbebauung auf Spinelli, rechts der Holzpavillon, der mittlerweile eingezäunt ist.© Stadt Mannheim | Stadt Mannheim

Wenn er über die Teilprojekte der BUGA spricht, bekommt er manchmal diesen werbenden Politiker-Stil, mit dem er Konzeptvergaben und Mischungsverhältnisse bei Wohnungsgrößen erklärt. 16 Jahre Oberbürgermeisterschaft sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. Doch sein Handeln zeigt Wirkung.

Von Anwohnern wird Peter Kurz für seine Arbeit gelobt

Als eine Anwohnerin, die mit dem Fahrrad an ihm vorbeifährt, ihn erkennt, steigt sie ab und spricht ihn an: „Das ist ja schön, Sie hier zu sehen. Ich möchte mich gerne bei Ihnen dafür bedanken, dass sie das alles möglich gemacht haben.“ Nach kurzem Smalltalk, führt er den Rundgang fort. „Das war ja wie bestellt“, sagt er und kann sich ein stolzes Lächeln nicht verkneifen.

Das wohl nicht alle Mannheimer so auf ihn zu Sprechen sind, kann Kurz verstehen. Schließlich liefen einige Dinge nicht nach Plan. Der Holzpavillon, der eigentlich temporär bleiben sollte, steht immer noch da, weil sich kein Abnehmer findet. Vor einem Vollholzhaus ärgert sich Kurz darüber, dass es aus Brandschutzgründen aussieht, wie ein herkömmliches Betonhaus.

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Einer der größten BUGA-Erfolge ist die „Erweiterung der mentalen Landkarte der Stadt“

Als einen der größten Erfolge der Buga nennt Kurz die „Erweiterung der mentalen Landkarte der Stadt“. Durch die Buga sei ein neuer Stadtteil entstanden, der über eine Fahrradachse andere Bereiche Mannheims erschließe.

Baustelle auf dem ehemaligen Buga-Gelände.
Baustelle auf dem ehemaligen Buga-Gelände.© Benedikt Dahlmann

Die Nachhaltigkeit des Projekts sieht er in der langfristigen Stadtentwicklung. In den nächsten fünf bis acht Jahren soll die Bebauung abgeschlossen sein. „Es ist ein Ort, der so viel Potenzial hat, dass hier auch noch Initiativen und Ideen entstehen werden, die vielleicht jenseits dessen liegen, was wir ursprünglich mal gedacht haben.“

Durch die Buga ist aus dem Militärgelände ein vollwertiger Stadtteil geworden

Je länger der ehemalige Oberbürgermeister auf dem BUGA-Gelände unterwegs ist, desto gelassener wird. Als er am Ende des Rundgangs vor der ehemaligen Veranstaltungshalle ankommt, wirkt Peter Kurz wie jemand, der weiß, dass er etwas Bleibendes geschaffen hat. Auch wenn nicht alle Visionen Realität wurden, ist aus dem ehemaligen Militärgelände ein vollwertiger Stadtteil geworden.

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