Die BUGA kommt 2031 nach Wuppertal. Auf der Suche nach Vorbildern, aus denen die Stadt lernen kann, fällt der Blick recht schnell auf Mannheim. Dort waren die Voraussetzungen ähnlich: knapper Bürgerentscheid, zwei Lager. Was rät Mannheims damaliger OB Peter Kurz der Stadt? Das haben wir ihn gefragt.
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talzeit: Herr Kurz, wenn Sie auf die BUGA Mannheim zurückblicken, was waren drei Dinge, die gut funktioniert haben und was waren drei Dinge, die nicht gut liefen?
Gut funktioniert hat eine Gesamtprojekt-Realisierung, die bleibt und die Stadt und Natur neu definiert. Es gab einen Bewusstseinsschub über ökologische Qualitäten der Stadt. Und die Chance, die Stadt insgesamt zu präsentieren – unter Aspekten, wo Mannheim wie Wuppertal normalerweise über Wirtschaftskraft und Industrie wahrgenommen wird, aber nicht automatisch mit Natur und Stadterlebnis verbunden wird.
Und was lief schlecht?
Der Prozess als solcher war schmerzhaft. Wir haben Qualitätsabstriche gehabt, und es gab einen Teil, der in der Unzufriedenheit über Details die Gesamtwirkung gar nicht gesehen hat – den Wald vor lauter Bäumen nicht. Das hat sich erst mit der Eröffnung aufgelöst. Man hätte das Thema Vorfreude gerne ausgekostet, aber man hat sich bis dahin das Leben doch relativ schwer gemacht.
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Die BUGA in Wuppertal muss „gemeinsames Gestaltungsprojekt“ sein
Von Vorfreude ist Wuppertal derzeit auch noch ein gutes Stück entfernt. Was müsste passieren, damit sich das ändert?
Es braucht eine bürgerschaftliche, zivilgesellschaftliche Unterstützung – in der Mitgestaltung. Das Projekt als gemeinsames Gestaltungsprojekt zu verstehen, nicht als etwas, wo man sich im Sinne eines Ja-Nein verhält. Mit einem Ja, das einen offenen Raum zur Gestaltung lässt. Wenn das gelingt, hat man inhaltlich die Qualitätssicherung und automatisch auch die Vorfreude in der Stadt.
Gerade Städte wie Wuppertal brauchen einen Schub, über Qualitäten nachzudenken.
Peter Kurz, Ex-OB in Mannheim
Der Kommunikationswissenschaftler Prof. Frank Brettschneider kritisiert, dass das „große Bild“ nicht prominent genug kommuniziert wurde. Verstehen Sie das?
Ich bin skeptisch bei der Frage des großen Bildes. Die Vorstellungskraft, was das bedeuten kann, ist oftmals nicht da. Das große Bild bleibt abstrakt. Wir haben auch in anderen Kontexten tolle 3D-Modelle, die zeigen, wie es mal aussehen wird, aber viele Menschen stehen achselzuckend davor. Was wir stärker hätten machen können: die Stadt auf die Veranstaltung selbst ausrichten, auf die Freude, dass eine solche Veranstaltung Qualität in sich birgt.
Wie hätte das besser gelingen können?
Wir waren zu defensiv. Wir haben uns einschüchtern lassen, nach dem Motto: Man kann mit einem umstrittenen Projekt nicht marketingtechnisch unter dem Aspekt Freude nach vorne gehen. Da haben wir uns selbst limitiert. Es wäre richtig gewesen, sich gerade nicht einschüchtern zu lassen.
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Sie haben bei der BUGA in Mannheim von einem Projekt gesprochen, das bleibt. Was bedeutet das konkret?
Dass wir einen Prozess in Gang gesetzt haben, der bei weitem nicht abgeschlossen ist. Hier ist einfach ein offener Raum entstanden, den es so in der Stadt kaum ein zweites Mal gibt – eine offene Fläche, die nicht Landwirtschaft ist, sondern einfach Natur. Was an Wegmarken hier präsent ist, ist zu einem erheblichen Teil der Fußabdruck dessen, was vorher war. Ein extrem nachhaltiges Konzept.
Was Peter Kurz dem neuen Wuppertaler OB rät
Sie sprechen häufig von Mut...
Ein Philosoph würde sagen, dass wir hier den Mut hatten, Emergenz zuzulassen. Nicht alles bis zum letzten Punkt durchzuplanen, sondern einen offenen Raum zu schaffen. In der historischen Rückschau wird man sagen: Das war ein mutiges Projekt, und der Mut hat sich ausgezahlt.
Was kann die Buga Wuppertal bringen?
Auf der Imageseite sind die Ausgangslagen vergleichbar – starke Prägung über Industrie in der Außenwahrnehmung. Die BUGA kann Qualitäten neu fassen und nach außen bringen. Gerade Städte wie Wuppertal brauchen einen Schub, über Qualitäten nachzudenken. Und durch die besondere Topografie: Die Buga verbindet – man kann das auch wirklich räumlich einlösen.
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Am 14. September waren Kommunalwahlen in Wuppertal. Was würden Sie dem neuen Oberbürgermeister raten?
Nicht defensiv werden, sich nicht einschüchtern lassen. Das Bewusstsein dafür stärken, dass man Partner aus der Zivilgesellschaft für positive Gestaltung braucht. Und die besondere Topografie als Qualität vermitteln – das ist eine Besonderheit, die vielen nicht bewusst ist.











