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Der Wind pfeift über den Spinelli-Park in Mannheim-Käfertal. Dort, wo vor einigen Jahren noch die amerikanische Kasernen standen, wurde 2023 die Bundesgartenschau eröffnet. 2,2 Millionen Besucher spazierten innerhalb von sechs Monaten über die ehemalige Militärbrache. Heute fahren Radfahrer über das Gelände. Kinder toben auf dem großen Abenteuerspielplatz.

Klingt nach einem großen Erfolg. Doch wer sich im angrenzenden Stadtteil Feudenheim umhört, bekommt ein geteiltes Echo zur BUGA 2023 in Mannheim.

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In Koblenz herrscht 14 Jahre danach noch immer BUGA-Begeisterung

Anders sieht das auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein aus. Hinter einer blühenden Blumenwiese führt der Rundweg vom Eingang auf den großen, mediterran anmutenden Festungsplatz.

Noch heute flanieren Busladungen von Besuchern aus der ganzen Welt durch die alten Gemäuer und genießen den beeindruckenden Ausblick auf das deutsche Eck. In Koblenz herrscht restlos Begeisterung über das, was aus der Bundesgartenschau 2011 entstanden ist.

Was unterscheidet die Städte voneinander? Wie kommt es, dass Koblenz als eine von ganz wenigen Austragungsstätten mit Profit aus der BUGA gegangen ist? Und was kann Wuppertal – positiv wie negativ – von den beiden Vorbildern lernen? Unser Autor hat mit den Menschen vor Ort gesprochen: mit Befürwortern und Gegnern, mit Besuchern und Anwohnern.

Wie in Wuppertal fiel der Bürgerentscheid in Mannheim hauchdünn Pro-BUGA aus

Blick auf den Spinelli-Park. Im Vordergrund der Abenteuerspielplatz, im Hintergrund die Wohnhäuser, teilweise noch Baustellen.

Zufrieden, aber nicht unkritisch blickt Peter Kurz durch die geöffnete Tür des Café Bazaar auf das Resultat „seiner“ BUGA:

Blick auf den Spinelli-Park. Im Vordergrund der Abenteuerspielplatz, im Hintergrund die Wohnhäuser, teilweise noch Baustellen. Bild: © Benedikt Dahlmann

„Knapp 2000 neue Wohnungen: Darauf können wir stolz sein. Aber ob es das ikonische Bild des Panoramastegs unbedingt gebraucht hätte, weiß ich nicht. Wir wollten gerne ein solches Bild kreieren, weil wir angenommen haben, dass so etwas dazu gehört.“

Die BUGA 2023 ist das Lebenswerk des ehemaligen Mannheimer Oberbürgermeisters. Von 2007 bis 2023 hatte Kurz dieses Amt inne. Schon 2007 gab es erste Überlegungen, nach 1975 erneut eine Bundesgartenschau in Mannheim auszutragen. 2013 wurde der Plan in die Tat umgesetzt und die Bewerbung, nach großem Zuspruch aus dem Stadtrat, eingereicht.

Wolfgang Schuy erklärt die Hintergründe der Anti-BUGA-Proteste in Mannheim

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    In der Bevölkerung war das Projekt hingegen umstritten. Um die Debatte zu befrieden, fand im September 2013, am Tag der Bundestagswahl, ein Bürgerentscheid statt. Mit 50,7 Prozent der Stimmen gewann ähnlich knapp wie in Wuppertal (51,8 Prozent) die Pro-BUGA-Seite den Entscheid. Befriedet war die Debatte damit jedoch noch lange nicht.

    Wolfgang Schuy: „Was mit der U-Halle nach der BUGA passiert, ist bis heute nicht geklärt“

    Einer der Gegner der damals geplanten BUGA ist Wolfgang Schuy. Der Co-Vorsitzende des Mannheimer BUND sitzt vor der U-Halle auf dem Spinelli-Gelände. Bei der BUGA war die U-Halle Veranstaltungshalle. Heute ist ein Café untergebracht, das nur am Wochenende geöffnet hat.

    „Was mit der U-Halle nach der BUGA passiert, ist bis heute nicht geklärt. Die Stadt sucht verzweifelt nach Nutzungsmöglichkeiten“, sagt Schuy. „Wir hätten die U-Halle ganz abgerissen, um den Luftstrom vom Odenwald aus zu verbessern.“

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      Doch die U-Halle ist nicht Schuys größtes Thema. Viel stärker stören ihn die Umwelteingriffe, die die BUGA-Planung vorsah.

      In Mannheim kam der Anti-BUGA-Protest vor allem von Umweltschützern

      Anders als in Wuppertal, wo die Gegner ganz unterschiedliche Vorbehalte gegen die Gartenschau vorbringen, war es in Mannheim vor allem das Umweltthema, das einen Keil zwischen die Stadtbevölkerung trieb. Die Landschaftsplaner hatten mit der Feudenheimer Au ein geschütztes Biotop in ihre BUGA-Pläne einbezogen – und damit für viele Mannheimer ein Tabu gebrochen.

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      Auch wegen des Widerstands des BUND spielte die Au schließlich quasi keine Rolle mehr. Stattdessen entstand der Panoramasteg mit Blick auf einen künstlich angelegten See am Rande der Au, von dem sich Peter Kurz im Nachhinein nicht mehr sicher ist, ob es ihn gebraucht hätte.

      Erich Pohren: „Die BUGA war eine Zeitenwende für Koblenz“

      Auf der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein, 150 Kilometer nördlich der U-Halle, stellen sich solche Fragen nicht. Einhellige Meinung unter Besuchern und Verantwortlichen: Die BUGA 2011 war das Beste, was der Stadt passieren konnte.

      Dabei waren die Vorzeichen überhaupt nicht so klar. Einen Bürgerentscheid – wie in Mannheim oder Koblenz – gab es hier nicht, der Stadtrat entschied. Und der war gespalten. Der damalige Oberbürgermeister drückte die BUGA schließlich mehr oder weniger im Alleingang durch.

      „Zum Glück“, sagt Erich Pohren, der seit 40 Jahren in Koblenz Taxi fährt. In seinem Auto, das nach Menthol und Leder riecht, hat er schon vor 14 Jahren die Gäste zur Festung Ehrenbreitstein gefahren. „Die BUGA 2011 war eine Zeitenwende für Koblenz. Die Bedeutung der Stadt ist nach der BUGA immens gewachsen. Das sieht man allein an den Tourismuszahlen.“

      Koblenz ist Mit-Austragungsort der BUGA 2029 im oberen Mittelrheintal

      Thomas Gottschalk auf der BUGA

      Die Tourismuszahlen lassen sich eindrücklich auf dem Festungsgelände beobachten: Eltern und Großeltern, die 2011 die BUGA besuchten, kommen zurück ins „Großstädtchen“, wie Koblenz liebevoll von den Einheimischen genannt wird.

      Moderator Thomas Gottschalk (l) betrachtet bei seinem Besuch auf der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz am Donnerstag (11.08.2011) gemeinsam mit BUGA-Geschäftsführer Hanspeter Faas ein Blumenbeet. Foto: Thomas Frey dpa/lrs ++ +++ dpa-Bildfunk +++ Bild: © picture alliance / dpa | Thomas Frey

      „Wir sind aus der Nähe von Gütersloh“, sagt Andreas Ratzlaff, der mit Frau, Kindern und Schwiegereltern über den Besucherweg spaziert. Hinter ihm liegen die Adventure-Minigolfbahn und Spielplätze, vor ihm die BUGA-Wiesen und das Stadttheater, das übergangsweise in einem Zirkuszelt auf dem Gelände untergebracht ist. „Wenn es sich ergibt, kommen wir total gerne hier hin zum Spazieren. Und die Kinder freuen sich über den tollen Abenteuerspielplatz.“

      Die BUGA-Begeisterung ist so groß, dass sich die Koblenzer der BUGA 2029 im oberen Mittelrheintal gleich noch mal angeschlossen haben.

      Warum die BUGA in Koblenz ein Erfolg war

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        In Feudenheim sind die Meinungen zur BUGA noch immer gespalten

        Zu einer weiteren BUGA wird es in Mannheim wohl vorerst nicht kommen. Auf der Hauptstraße in Feudenheim, in unmittelbarer Nähe zum Spinelli-Park, polarisiert die Gartenschau noch heute. Von „Sieht aus wie ´ne Wüste“, O-Ton von Passant Thomas Fischer, bis „Ein Riesen-Gewinn für Mannheim“, wie es Günther Hummrich formuliert, ist alles dabei.

        In Buchhändlerin Barbara Waldkirch spiegelt sich die ganze Ambivalenz des Großprojektes wider. Hinter der Feudenheimer Kirche und dem Gasthaus zum Ochsen hat Waldkirch vor knapp 20 Jahren ihre Verlagsbuchhandlung eröffnet. Aus BUGA-Lust wurde bei ihr schnell BUGA-Frust:

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        „Anfangs haben wir uns wirklich gefreut. Aber mit der Zeit kamen immer mehr Probleme. Ich hatte große Umsatzeinbußen wegen der Baustellen. Ob die BUGA für die Stadt am Ende ein Erfolg war, wird man wahrscheinlich erst in zwei Jahren sagen können, wenn alles fertig ist.“

        Die BUGA-Projekte in Mannheim sind zwei Jahre später noch lange nicht abgeschlossen

        Blick auf die Wohnbebauung auf Spinelli

        Tatsächlich fällt die trockene Landschaft direkt ins Auge. Ebenso Kräne und Baustellen. Besonders prominent umzingeln ein paar Bauzäune den Holzpavillon – einen der wenigen Schattenspender auf dem ansonsten von der brennenden Augustsonne aufgeheizten Park.

        Blick auf die Wohnbebauung auf Spinelli Bild: © Stadt Mannheim | Stadt Mannheim

        Eigentlich sollte der Pavillon nach der BUGA abgebaut und weiterverkauft werden. Aber niemand will ihn haben. Damit er nicht beschädigt wird, ist er abgesperrt. Dazu die U-Halle ohne klare Nachnutzung und der rostbraune Panoramasteg am Rande des Geländes, auf dem in einer Stunde so viele Menschen vorbeikommen, wie auf der Koblenzer Aussichtsplattform in fünf Minuten: Zwei Jahre nach der BUGA in Mannheim ist noch einiges unfertig.

        Selbst BUGA-Gegner Wolfgang Schuy findet es gut, dass die BUGA stattgefunden hat

        Spinelli-Park Spielstation

        Doch auch wenn es bei diesen Beobachtungen nicht so klingen mag: Selbst BUGA-Gegner Wolfgang Schuy ist im Großen und Ganzen zufrieden mit der Tatsache, dass die BUGA in Mannheim stattgefunden hat.

        Die Parksatzung tritt am 23. Mai 2025 in Kraft. Bild: © Stadt Mannheim | Stadt Mannheim

        „Uns ging es um das Wie. Da hätten wir uns teilweise eine andere Umsetzung gewünscht. Unterm Strich würde ich dennoch sagen, war die BUGA für Mannheim ein Gewinn. Ein Imagegewinn. Es sind viele Gäste gekommen, die ein positiveres Bild von Mannheim mitgenommen haben, also sie vorher hatten.“

        Auch die vielen neuen Wohnanlagen, die im Zuge der BUGA entstanden sind, haben der Stadt gut getan. Wirklich wehmütig werden Schuy und die anderen Mannheimer nur beim Gedanken an die Seilbahn. Die war wahrscheinlich das größte Highlight der BUGA. Doch weil sie nach der BUGA keinen Verkehrsnutzen mehr hatte, wurde sie wieder abgebaut.

        Die Koblenzer haben um ihre Seilbahn gekämpft

        Die Seilbahn – sie verbindet die BUGA-Städte Wuppertal, Mannheim und Koblenz. Auch in Koblenz wurde zur BUGA 2011 eine temporäre Seilbahn gebaut. Im Gegensatz zu Mannheim haben die Bürgerinnen und Bürger aber mit Unterschriften so sehr um ihre Seilbahn gekämpft, dass aus dem Provisorium ein Definitivum wurde.

        Inzwischen organisiert der Verein „Freunde der Bundesgartenschau“ regelmäßig Ausstellungen in den Seilbahngondeln. Aktuell zeigt der Verein „Kunst ist Inklusion“ Werke von Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung.

        Den größten Mitglieder-Zuwachs hatten die BUGA-Freunde Koblenz nach der BUGA

        Zur Bundesgartenschau 2011 in Koblenz mit der Seilbahn ueber den Rhein: Die Gondel bot den kuerzesten und schnellsten Weg vom Deutschen Eck zur Festung Ehrenbreitstein (Foto vom 07.04.2011). Seilbahnen als Teil der "Oeffis" koennten zur Verkehrswende beitragen, denn sie sind platzsparend, klimafreundlich sowie zuegig und ressourcenschonend gebaut. Doch bislang gibt es keine OePNV-Seilbahn in Deutschland. Manche Kommunen arbeiten aber daran. (Siehe epd-Bericht vom 11.05.2025)

        Überhaupt stehen die BUGA-Freunde exemplarisch für die beeindruckende Entwicklung, die die Nachwehen der BUGA in Koblenz genommen haben. Den größten Mitgliederzuwachs hat der Verein nämlich seit dem Ende der BUGA verzeichnet.

        Zur Bundesgartenschau 2011 in Koblenz mit der Seilbahn ueber den Rhein: Die Gondel bot den kuerzesten und schnellsten Weg vom Deutschen Eck zur Festung Ehrenbreitstein (Foto vom 07.04.2011). Seilbahnen als Teil der "Oeffis" koennten zur Verkehrswende beitragen, denn sie sind platzsparend, klimafreundlich sowie zuegig und ressourcenschonend gebaut. Doch bislang gibt es keine OePNV-Seilbahn in Deutschland. Manche Kommunen arbeiten aber daran. (Siehe epd-Bericht vom 11.05.2025) Bild: © epd | Lothar Stein

        Mehr als 1000 Mitglieder kümmern sich seitdem ehrenamtlich um Blumenfelder auf dem ehemaligen BUGA-Gelände, verleihen Mobilitätshilfen und bieten Ferienprogramme für Kinder an.

         Früher ist man von der Festungsmauer aus so schnell wie möglich wieder nach Hause gefahren

        Thomas Schilling, Vorsitzender der BUGA-Freunde Koblenz

        Thomas Schilling, erster Vorsitzender der BUGA-Freunde, sitzt mit Wiebke Neumann von der BUGA 2029 gGmbH auf der Festung Ehrenbreitstein und kann gar nicht aufhören, von der BUGA zu schwärmen:

        Wiebke Neumann von der Buga 2029 gGmbH und Thomas Schilling von den Buga-Freunden Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein

        „Vor der BUGA ist man höchstens einmal im Jahr hier hochgefahren, wenn die Verwandtschaft aus den USA kam“, sagt er.

        Wiebke Neumann von der Buga 2029 gGmbH und Thomas Schilling von den Buga-Freunden Koblenz auf der Festung Ehrenbreitstein Bild: © Benedikt Dahlmann

        „Dann ist man so nah wie möglich an die Festungsmauer gefahren, vorbei am Müll und an den Spritzen, hat einmal runtergesehen und ist dann schnell wieder nach Hause. Heute kommt man mit der Seilbahn regelmäßig hier hoch. Letzte Woche habe ich auf der Sparkassenbühne die französische Sängerin Zaz gesehen.“

        Aber wie kann es sein, dass ein und dieselbe Veranstaltung im einen Fall solch ein Erfolg war, während es im anderen Fall lediglich irgendwie ganz ok war, dass sie stattgefunden hat?

        Frank Brettschneider: „Der Nutzen einer BUGA muss variabel kommuniziert werden“

        Eine Antwort liefert Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim, der mehrere Gartenschauen wissenschaftlich begleitet hat: „Hinter einem Protest gegen ein Großprojekt wie die Bundesgartenschau versammeln sich immer viele Probleme, von denen einige im ersten Moment gar nichts mit der BUGA zu tun haben müssen.“

        „In so einem Fall ist es wichtig, ein großes Bild zu skizzieren, das zeigt, wie die BUGA der Stadtgesellschaft nützt. Und dieser Nutzen muss kontinuierlich und variabel kommuniziert werden.“

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        Der Fokus in Koblenz liegt auf dem Tourismus

        Der Fokus in Koblenz lag und liegt ganz klar auf dem Tourismus. Das ist auch bei der BUGA 2029 nicht anders. „Wir haben zum Beispiel viele kleine Winzer, die sich bei der BUGA präsentieren wollen“, sagt Wiebke Neumann von der BUGA 2029 gGmbH.

        In Mannheim war die Reihenfolge eine andere. Hier stand die sogenannte Konversionsfläche, also das ehemalige Militärgelände, an erster Stelle, sowie die Frage, wie ein Investor für den Rückbau alter Baracken gefunden werden soll. Die BUGA schien eine geeignete Lösung zu sein. Erst versuchten Stadt und Buga-Gesellschaft, die Gartenschau kommunikativ mit den Themen Stadtentwicklung und vor allem Nachhaltigkeit aufzuladen.

        Wie in Wuppertal sind die Finanzen ein Streitthema in Mannheim gewesen

        Eines der zentralen Wuppertaler Streitthemen ist die Finanzierung der BUGA. Ebenso in Mannheim. „In Mannheim gab es eine gewisse Intransparenz bei der Finanzierung“, sagt Frank Brettschneider.

        „Das ist schwierig bei einer BUGA: Was sind städtische Zuschüsse, was kommt woanders her, mit welchen Besucherzahlen muss man rechnen? Aber es bringt nichts zu sagen, das ist schwierig und deswegen reden wir nicht drüber. Diese Schwierigkeiten muss man transparent darstellen.“

        Peter Kurz: Wir hätten selbstbewusster sagen können, dass eine BUGA eine tolle Veranstaltung ist“

        Mannheims Ex-Oberbürgermeister Peter Kurz hätte im Nachhinein einen stärkeren Fokus auf das eigentliche Event gelegt:

        ARCHIV - 30.03.2023, Baden-Württemberg, Mannheim: Kabinen der Seilbahn fahren auf dem Gelände der Bundesgartenschau hinter einem Blumenbeet. Diese Seilbahn brachte die Besucherinnen und Besucher der Bundesgartenschau von einem Park in den anderen. Die Buga endet nach 178 Tagen am 8. Oktober 2023.       (zu dpa «Bundesgartenschau in Mannheim endet mit ökumenischem Gottesdienst») Foto: Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

        „Wir haben uns kommunikativ sehr auf die Folgen der BUGA konzentriert. Auf das, was hinterher bleibt. Ich glaube, da hätten wir noch selbstbewusster sagen können, dass so eine BUGA auch einfach eine tolle Veranstaltung für eine Stadt ist.“

        ARCHIV - 30.03.2023, Baden-Württemberg, Mannheim: Kabinen der Seilbahn fahren auf dem Gelände der Bundesgartenschau hinter einem Blumenbeet. Diese Seilbahn brachte die Besucherinnen und Besucher der Bundesgartenschau von einem Park in den anderen. Die Buga endet nach 178 Tagen am 8. Oktober 2023. (zu dpa «Bundesgartenschau in Mannheim endet mit ökumenischem Gottesdienst») Foto: Uwe Anspach/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Bild: © dpa | Uwe Anspach

        Dass so eine Eventkommunikation einen Mehrwert haben kann, zeigt sich an den Zahlen aus Koblenz. Mit 77.000 Dauerkarten waren die erwarteten Ticketverkäufe mehr als doppelt so hoch als erwartet. Die insgesamt unerwartet hohen Besucherzahlen haben der Stadt am Ende einen Gewinn von 13 Millionen Euro beschert.

        Wenn die BUGA-Projekte in Wuppertal umgesetzt werden, können sie die Stadt attraktiver machen

        Was bleibt also für Wuppertal als Fazit? „Einer der größten Erfolge, die die BUGA für Mannheim bewirkt hat, war die Erweiterung der gedanklichen Landkarte der Stadt“, sagt Peter Kurz. Man habe Fixpunkte geschaffen, die das Leben in der Stadt ausmachen. Das gilt auch für Koblenz.

        Wenn die geplanten Projekte umgesetzt werden, ist das genauso in Wuppertal möglich: Nordbahntrasse, BUGA-Gelände, Sambatrasse, Seilbahn, Königshöhe, Hängebrücke, Kaiserhöhe – das könnte eine Runde werden, die Wuppertal besonders macht.

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        Frank Brettschneider: „Wenn die Wuppertaler Lust bekommen, an der BUGA mitzuwirken, wird sie ein Erfolg“

        Die BUGA-Finanzen für Wuppertal sind ein eigenes Kapitel wert. Hier hat die Stadt bei der Kommunikation mit Sicherheit noch Nachholbedarf. Auch die BUGA-Begeisterung kommt bei vielen Wuppertalerinnen und Wuppertalern sechs Jahre vorher natürlich noch nicht an.

        Ob in Wuppertal Tourismus, Stadtmarketing, Finanzen oder Attraktivität der Stadt als zentraler Nutzen im Vordergrund stehen sollen, wird derzeit ebenfalls noch nicht klar.

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        Für Frank Brettschneider bedeutet das: „Ein Bürgerentscheid ist nicht gleich Bürgerbeteiligung. Es wird am Ende nicht reichen, einfach nur zu sagen, dass es toll ist, eine BUGA zu haben. Sondern die Menschen müssen an der Ausgestaltung mitwirken. Das passiert aber nicht von alleine. Wenn es der Stadt gelingt, dass die Wuppertaler Lust haben, an der BUGA mitzuwirken, dann wird sie ein Erfolg werden.“