Eigentlich ist das Jahr vorbei. Aber das Förderprogramm Regionale 2025 legt noch einen Endspurt hin. Vier Projekte werden nun noch mit insgesamt zwölf Millionen Euro aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung gefördert.
„Den Projektverantwortlichen ist es erneut gelungen, kluge Lösungen für Herausforderungen von Unternehmen, aber auch Kommunen und Azubis zu adressieren“, erklärte Thomas Grosche, Landrat des Hochsauerlandkreises und Vorsitzender des Regionale-2025-Ausschusses, in einer Presseerklärung. Die Vorhaben seien so gut durchdacht, dass dafür nun weitere Fördermittel nach Südwestfalen fließen können.
Und diese Projekte meint der Landrat:
AKIS – Adaptive KI-Infrastruktur für Innovation in Südwestfalen. Damit ist eine Plattform gemeint, die auch kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Künstlicher Intelligenz ermöglicht. Federführend beim Aufbau ist die Universität Siegen. „Ziel ist, in Südwestfalen eine flexible und anpassbare KI-Forschungsinfrastruktur aufzubauen, die über die Angebote klassischer Cloud-Anbieter oder Modelle wie Chat GPT hinausgeht“, teilt die Südwestfalen-Agentur mit. Mit an Bord sind unter anderem der Siegener Hersteller von Quantencomputern Eleqtron und der Automobilzulieferer Hella. Dafür gibt‘s immerhin 5,8 Millionen Euro Fördermittel.
Digitalisierter Metallbau
Meisterstück Digital. Digital heißt manchmal auch: ganz handfest. So wie in diesem Fall. Die Hochschule Hamm-Lippstadt und mehrere Partner wollen nämlich mit diesem Projekt die Ausbildung im Metallbau modernisieren. Sie planen eine praxisnahe Lern- und Assistenzplattform, „von der Betriebe und Azubis gleichermaßen profitieren und die die Ausbildung digitaler, ressourceneffizienter und attraktiver wird“, erklärt die Südwestfalen-Agentur. Fördersumme: 1,44 Millionen Euro.

Regionale Kreislaufwirtschaft für industrielle Blech- und Kunststoffbaugruppen (ReCirclE). Das klingt arg weit weg vom normalen Menschen (erst recht die Schreibweise der Abkürzung), ist es aber nicht. Geht es doch in diesem Projekt darum, Unternehmen dabei zu unterstützen, schon vor der Herstellung von Produkten und Werkzeugen darüber nachzudenken, was am Ende mit ihnen gemacht wird, wenn Demontage und Weiterverwertung anstehen. Das spart Geld, Ressourcen und CO2. Und vielleicht springt auch das eine oder andere neue Geschäftsfeld heraus. Das Automotive Center Südwestfalen in Attendorn, die Uni Siegen und die Fachhochschule Südwestfalen stehen hinter dem Projekt, das mit 3,6 Millionen Euro gefördert wird.
#wieneu-Kreislaufwirtschaftszentrum. Das sagt schon die Bezeichnung: Auch hier geht es um das Thema Wiederverwertung, und zwar sehr bürgernah. Die Stadt Arnsberg baut ein kommunales Kreislaufwirtschaftszentrum auf, das Reparatur, Wiederverwendung, Tausch und Leihsysteme für Haushalts- und Alltagsprodukte unter einem Dach vereinen soll, heißt es in der Pressemitteilung. Ziel: weniger wegwerfen, mehr reparieren und weitergeben. Gefördert wird das Vorhaben mit 1,2 Millionen Euro.
125 Millionen Euro in die Region geholt
Unter dem Strich steigt damit die Zahl der im Rahmen der Regionale 2025 geförderten Projekte auf 52. Für Stephanie Arens und Hubertus Winterberg von der Südwestfalen-Agentur „schon jetzt ein toller Erfolg für die Region. Denn es bedeutet, dass sich 52-mal zahlreiche Akteure aus den Kreisen, Städten, Dörfern, Hochschulen, Vereinen, aus Tourismus, Kultur oder der Wirtschaft zusammengetan haben und gemeinsam an relevanten Lösungen für die Region arbeiten.“ Insgesamt seien nach Angaben der Agentur bislang für Regionale-Projekte rund 125 Millionen Euro an Fördergeldern nach Südwestfalen geholt werden - private Folgeinvestitionen nicht eingerechnet.
Die letzte Gremienrunde der Regionale 2025 soll im Sommer 2026 stattfinden. Irgendwann muss auch mal ein Endspurt enden.



