ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand zieht Konsequenzen: Nach einer massiven Kündigungswelle im größten Automobilclub Deutschlands, tritt er zurück. Das bestätigte der Verein am Montag in einer Pressemitteilung. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Auslöser war ein Interview, das Hillebrand kurz vor Weihnachten der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gegeben hatte. Darin sprach sich der Verkehrspräsident für höhere Spritpreise aus – als „Anreiz“ zum Umstieg auf Elektroautos und klimaschonende Antriebe. Die CO₂-Bepreisung nannte Hillebrand das „richtige Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen“. Zugleich warnte er vor einer Aufweichung der Klimaziele nach Rücknahme des EU-Verbrenner-Aus.

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Hillebrands Aussagen kamen bei vielen Vereinsmitgliedern offenbar nicht gut an. Nach „Bild“-Recherchen kündigten binnen vier Wochen rund 60.000 Autofahrer ihre ADAC-Mitgliedschaft. Zwar konnte der Verein im Januar auch 100 000 Neu-Mitglieder verbuchen, doch die Diskussion ist hitzig: „Die Zahl der Kündigungen zeigt, dass viele Mitglieder den Eindruck hatten, der ADAC habe seine Rolle als Anwalt der Autofahrer verlassen. Das trifft den ADAC und wird sehr ernst genommen“, räumte eine Sprecherin gegenüber der Zeitung ein.

Auch der ADAC selbst distanzierte sich nachträglich: „Ob Benziner, Diesel oder E-Auto: Wir machen uns gegen jede weitere Belastung ohne sozialen Ausgleich stark. Unser Auftrag lautet: „Bezahlbare Mobilität für alle“, so die Sprecherin. Der Eindruck, den Hillebrand mit dem Interview erzeugte, entspreche nicht der offiziellen ADAC-Position.

Wie aus der offiziellen Pressemitteilung hervorgeht, übernimmt vorerst ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze kommissarisch den Verantwortungsbereich von Hillebrand.

pau