Hanfmesse

Ohne Kiffer-Klischee: Messe „CNBS“ will über Hanf aufklären

Anfang Mai könnte es voll werden in der Messe Dortmund. Die erste Ausgabe der „CNBS“-Messe bietet ein vielfältiges Angebot rund um den Hanf.

Anfang Mai könnte es voll werden in der Messe Dortmund. Die erste Ausgabe der „CNBS“-Messe bietet ein vielfältiges Angebot rund um den Hanf.

Foto: OH

Dortmund.   Fernab vom Kiffer-Image will die Hanfmesse „CNBS“ in Dortmund über die Nutzung der Pflanze informieren. Von Kleidung bis Muffins ist alles dabei.

Wasserpfeife, Blunt und Joint wird man wohl vergeblich suchen. Die Veranstalter der ersten Ausgabe der Hanfmesse „CNBS“ in der Messe Dortmund wollen die Pflanze in einem ganz anderen Licht präsentieren. „Unser Ziel ist es, mit Vorurteilen aufzuräumen und viel Aufklärung zu betreiben“, erklärt Veranstalter André Pabst. Mit seinen Kollegen Ernest Mavriqi und Johnhie Ahn-Bosch hat er das Konzept erst im vergangenen Jahr entwickelt: „Wir wollten einen serösen Rahmen für das Thema schaffen.“

Und das war erst einmal gar nicht so einfach. Viele Messe-Hallen wollten mit dem Thema nichts zu tun haben. „Einige reagieren empfindlich“, sagt Pabst. „Das ist zum Teil verständlich. Doch wir wollen uns trauen, das Thema Hanf der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Denn die Menschen interessieren sich dafür.“

Was erst einmal skurril und etwas befremdlich klingt, hat einen ernsten Hintergrund. „Die ‘CNBS’ kommt nicht aus der Kiffer-Szene. Wir rauchen alle nicht“, betont der Veranstalter.

Vom Lolli bis zum Proteinpulver ist alles aus Hanf

Genug zu lernen gab es deshalb auch für die Initiatoren. Denn hinter der Hanfpflanze steckt eine Menge mehr, als manche denken. Im Supermarkt gibt es mittlerweile Hanf-Öl zu kaufen, die Innenverkleidung mancher Autos besteht aus Hanf, und auch Kleidung, Kosmetik und Kuchen werden immer öfter aus der Pflanze hergestellt. Ob Lolli, Seife oder Proteinpulver – bei der „CNBS“ werden verschiedenste Produkte vorgestellt.

„Natürlich behandeln wir auch das Thema Medizin“, sagt Pabst. „Menschen, die Cannabis verschrieben bekommen, können sich auf unserer Messe in einem abgesperrten Bereich von anwesenden Ärzten beraten lassen.“ Denn Hanf, bekräftigt der Event-Manager, ist ein großes Thema in der Bevölkerung. Viele Fragezeichen, viele Antworten – das ist das Motto der dreitägigen Veranstaltung.

Messe muss in größere Halle ziehen

Die Aussteller setzen sich aus den unterschiedlichsten Fachbereichen und Ländern zusammen. Für den Raucherbedarf sorgen Gizeh und OCB, aber auch namhafte Marken wie die „Hanfbar“, der Deutsche Hanfverband und etliche Textilhersteller werden bei der „CNBS“ vertreten sein. Das Interesse sei so groß, dass die Veranstalter die Messe rund drei Wochen vor Start in eine größere Halle verlagern mussten.

Neben den über 100 Ausstellern, die unter anderem aus Israel, Schweiz und den USA anreisen, bilden die sogenannten „Speaker“ die zweite Säule der „CNBS“. „Wir haben besonders viel Wert auf das Programm auf der Bühne gelegt“, so Pabst. Sprechen werden dort unter anderem Rechtsanwälte, Mediziner, Verbände, Psychologen und Politiker. „Das Thema Cannabis wird oft belächelt, doch die Nutzbreite ist unglaublich. Wir wollen den Menschen zeigen, was hinter der Pflanze steckt.“

„CNBS“ richtet sich an Experten und Laien

Ein besonderes Highlight für André Pabst: Der Arzt und Autor Franz-Josef Grotenhermen wird am Freitag auf der Bühne sprechen und zum Thema „Cannabis in der Krebstherapie“ referieren. Durch eine schwere Krankheit ist er größtenteils bettlägerig und medikamentiert sich seit Jahren selbst mit Cannabis. „Eine Koryphäe der deutschen Szene. Wir sind sehr stolz, dass er zu uns kommt.“

Bei der Messe gilt ein striktes Rauchverbot. Natürlich sind alle illegalen Substanzen verboten. Auch der Vertrieb und die Präsentation von Blüten des in Arzneien enthaltenen Cannabidiol (CBD) ist untersagt. Die Polizei ist übrigens auch vor Ort – sie hat selbst einen Stand und wird ebenfalls aufklären. „Natürlich sprechen wir Experten an, Menschen die total im Thema sind“, so der Veranstalter. „Aber wir wollen vor allem den Mainstream begeistern. Die Leute, die wenig oder gar nichts mit Hanf und Co. zu tun haben.“ Sein Appell: „Kommt her, schaut’s euch an, testet die Produkte. Aber vor allem: Traut euch, eure Vorurteile zu vergessen.“

Veranstalter hoffen auf einen guten Start

Wenn alles gut läuft, möchten die Veranstalter die „CNBS“ schon im nächsten Jahr fortsetzen. „Jetzt freuen wir uns erst einmal, wenn sich die Leute für unsere Messe interessieren und vorbeikommen“, meint Pabst. Vom 3. bis zum 5. Mai, jeweils zwischen 11 und 19 Uhr, öffnen sich die Tore der Messe Dortmund. Ein Tagesticket kostet 19,99 Euro. Mehr Infos gibt es hier.

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