Mitten im Weihnachtsgeschäft muss Geschäftsführer Joachim Brune die Reißleine ziehen. Vor achteinhalb Jahren hatte er das Geschäft von der Familie Herde übernommen. Deren Name steht noch immer außen an dem Geschäft. Sie ist aber nur Eigentümer der Räume an der Bornstraße, in denen Brune das Geschäft weiterzuführen versucht hatte.Ohne Erfolg, wie sich jetzt herausstellte. "Von Anfang an stand das Projekt unter keinen guten Stern", sagt Brune.

Hohe Instandhaltungskosten

Ein weiteres Problem seien enorme Instandhaltungskosten für die Gebäude, für die Brune derzeit Miete zahlt. Auch die Verhältnisse rund um denStandort in der Dortmunder Nordstadt hätten sich verschlechtert. Er nennt den benachbarten Straßenstrich, der erst vor kurzem beseitigt wurde, auch lebten immer mehr Menschen im Einzugsgebiet an der Armutsgrenze. Die kaufen keine Blumen.
Der lange Winter habe ebenfalls an den Umsätzen genagt: "Der März, einer der stärksten Monate, ist komplett in den Schnee gefallen", so Brune.

25 Mitarbeiter betroffen

25 Menschen seien von der möglichen Insolvenz betroffen. Einen entsprechenden Antrag hat Brune am Dienstag eingereicht, wie das Amtgericht am Mittwoch bestätigte. Brune: "Ich möchte mich bei allen unseren Kunden, Geschäftspartnern, Lieferanten sowie meinen lieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die langjährige Treue bedanken." Er bitte um Entschuldigung "bei allen, denen ich ungemach bereitet habe."

Der Verkauf im Center an der Bornstraße läuft erstmal weiter. Mit dem ehemaligen Herde's Gartencenter in Sölde und Herde's Blumenparadies in Iserlohn hat das Nordstadt-Geschäft rechtlich nichts zu tun.