Unfall

Gaffer bedrohen Polizisten nach Unfall in der Dortmunder Nordstadt

Schwerer Unfall an der Kreuzung Leopoldstraße / Steinstraße.

Schwerer Unfall an der Kreuzung Leopoldstraße / Steinstraße.

Foto: Oliver Schaper

Dortmund.  Nach einem schweren Unfall in der Dortmunder Nordstadt, bei dem am Freitag zwei Autos zusammengeprallt waren, behinderten Hunderte Gaffer die Polizei.

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"Ohne deine Waffe und deine Kollegen sehen wir uns wieder": So ist am Freitagabend in der Dortmunder Nordstadt ein Polizist von einem Gaffer bedroht worden. Nach einem schweren Unfall wollten mehrere hundert Personen Handyvideos machen. Es kam zum Tumult - und zu einer Festnahme.

Zuvor waren zwei Autos auf der Kreuzung Leopoldstraße / Steinstraße zusammengestoßen. Ein Peugeot überschlug sich. Die Fahrerin musste von der Feuerwehr aus ihrem Auto befreit werden und wurde anschließend schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Hunderte Schaulustige wollten filmen

Doch dann wurde es auch heikel für die Polizeibeamten, die den Unfall aufnehmen wollten: Um die Unfallstelle herum, so Polizeisprecher Kim Freigang, "rotteten sich mehrere hundert Schaulustige zusammen". Aus dieser Menschenmenge heraus hätten zahlreiche Personen immer wieder versucht, an den Polizisten vorbeizugelangen, die die Unfallstelle absperrten. "Offenkundig wollte man möglichst nahe an die Rettungsmaßnahmen herankommen, um ungestört mit dem Handy Filmaufnahmen machen zu können", so der Polizeisprecher weiter.

Dabei sei es immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen, weil einzelne von der Steinstraße abbiegenden Personen am Steuer "ebenfalls die Rettungsarbeiten begaffen wollten und nicht auf den Straßenverkehr achteten". Wiederholt ausgesprochene Platzverweise wurden laut Polizei nicht nur ignoriert: Vereinzelt sei sogar versucht worden, die Beamten vor Ort mit Drohungen einzuschüchtern.

Gaffer bedrohte Polizisten

Unter den "besonders verhaltenskreativen Gaffern", wie es Freigang formuliert, soll sich unter anderem ein 19-jähriger Dortmunder befunden haben. Zitat: "Ich weiß ja wo du arbeitest. Gleich ohne deine Waffe und deine Kollegen sehen wir uns wieder, dann passiert was."

Beim Zurückdrängen eines Teils der "Rädelsführer", so schildert Freigang die unschönen Szenen weiter, sei es immer wieder zu Solidarisierungseffekten in der Menge gekommen: offenkundig, um die polizeilichen Maßnahmen zu vereiteln. Eine "deutliche und wiederholte Ansprache durch die Einsatzkräfte" sei ohne Erfolg geblieben. "Bei fast allen Anwesenden war keinerlei Einsicht erkennbar."

Polizei setzte Hund ein

Freigang weiter: "Als die Menge sich weiter zusammenrottete und die Situation für die unfallaufnehmenden Beamten bedrohlicher wurde, musste schließlich ein Diensthund eingesetzt werden. Dieser trug erheblich zur Beruhigung der Situation bei." Einige wenige Unbelehrbare hätten aber weiterhin die Einsatzkräfte provoziert - auch den Diensthund.

"Die Polizeibeamten hörten sich bis zum Ende der Unfallaufnahme aus der Menge heraus massiv Beleidigungen und Drohungen an", so Freigang. Doch wegen der unübersichtlichen Situation und der aufgeheizten Stimmung sei es lediglich zu einer einzelnen Strafanzeige gekommen. So sollte eine Eskalation vermieden werden. Die Anzeige wurde gegen den 19-jährigen Dortmunder erstattet, dem das Zitat mit der Drohung zugeordnet wird - wegen des Verdachts der Bedrohung und des Widerstands.

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