Ermittlungskommission

Dortmund: Polizei bündelt Kräfte nach Ultras-Tumult

Archivbild. Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange hat nach der Massenprügelei von Schalke- und BVB-Ultras eine Ermittlungskommisson eingesetzt.

Archivbild. Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange hat nach der Massenprügelei von Schalke- und BVB-Ultras eine Ermittlungskommisson eingesetzt.

Foto: Bernd Thissen / picture alliance / dpa

Dortmund.  Nach einer Schlägerei zwischen Schalke- und BVB-Ultras mit bis zu 50 Vermummten in Dortmund hat die Polizei eine Emittlungskommission eingesetzt.

Einen Tag nach einer Massenschlägerei zwischen Ultras von Borussia Dortmund und Schalke 04 hat die Polizei in Dortmund am Donnerstag eine Ermittlungskommission eingesetzt. Mit dem Titel „EK Johannes“ soll die Kommission „Tathergang, Motivation, die zahlreichen Beteiligten und deren einzelne Tathandlungen ermitteln“, teilte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange mit.

Um 2.37 Uhr in der Nacht zu Mittwoch hatte ein Zeuge die Polizei alarmiert: Zwei offenbar Ultras-Gruppen waren an der Johannesstraße in der Dortmunder Innenstadt aneinander geraten. Beim Eintreffen der ersten Polizeibeamten flüchteten die vermummten Schläger in Richtung Beurhausstraße. Sie stiegen in Transporter und rasten davon, teilte die Polizei mit. Acht Beteiligte konnte die Polizei nach eigenen Angaben noch vor Ort vorläufig festnehmen.

Auto raste auf zwei Polizisten zu und touchierte einen von ihnen

Streifenwagen fuhren den Transportern bis zu einem Parkplatz an der Union-/Heinrich-Wenke-Straße hinterher. Dort sprangen die Verdächtigen aus den Fahrzeugen und flüchteten zu Fuß oder in weiteren Autos, die dort geparkt waren. Bei der Flucht fuhr mindestens ein Auto auf Polizisten zu und erfasste einen Beamten, der aber nicht verletzt wurde, berichtete die Polizei. Der Fahrer des Autos - ein 23-Jähriger aus Korschenbroich bei Düsseldorf - weigerte sich auszusteigen. Daraufhin schlugen die Beamten die Seitenscheibe ein und nahmen Fahrer und zwei weitere Männer in dem Auto fest.

Die Polizei geht davon aus, dass bei der Schlägerei insgesamt 40 bis 50 Personen beteiligt waren. „Alle bislang namentlich bekannten Tatverdächtigen haben einen Bezug zur Ultraszene des Vereins S04 oder zur Ultraszene des BVB“, teilte die Dortmunder Polizei am Donnerstag mit.

Auch szenekundige Beamte aus Dortmund und Gelsenkirchen in Ermittlungskommission

„Mehrere Personen“ hatte die Polizei in der Nacht zu Mittwoch vorläufig festgenommen und in Polizeigewahrsam genommen. Alle seien später wieder auf freien Fuß gekommen. Den 23-Jährigen aus Korschenbroich erwartet ein Strafverfahren „wegen mehrer schwerwiegender Delikte“, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Die Ermittlungskommission „EK Johannes“ sei aus „erfahrenen Ermittlern und szenekundigen Beamten der Dortmunder und der Gelsenkirchener Polizei“ zusammengesetzt worden, erklärte die Polizei. Sie habe die Arbeit bereits aufgenommen. Gegen die Beteiligten der Schlägerei werde wegen Landfriedensbruchs, versuchte gefährliche Körperverletzung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Sachbeschädigung, schwerer Raub und wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte ermittelt.

Dortmunds Polizeipräsident Lange erklärte, „es ist nicht hinnehmbar, dass Einsatzkräfte angegriffen und auf diese Art und Weise zur Zielscheibe werden. Wir können von Glück sagen, dass keiner meiner Beamten schwerwiegend verletzt wurde“.

Die Polizei hat zudem einen Zeugenaufruf gestartet. Zeugen des Vorfalls oder Personen, die Angaben zu den Beteiligten machen können, sollen sich bei der Kriminalwache der Dortmunder Polizei unter 0231/132-7441 melden. (Red.)

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