"Drei Kinder wurden aus völlig egozentrischer Selbstsucht abgeschlachtet", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer.

Es war genau 10.15 Uhr, als die Entscheidung verkündet wurde. Milka D. zeigte keine Regung. Viele Zuschauer jedoch applaudierten und riefen: "Richtig so!"

Neben der lebenslangen Haftstrafe stellten die Richter auch die sogenannte "besondere Schwere der Schuld" fest. Das bedeutet: Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist in diesem Fall ausgeschlossen.

Milka D. hatte am 3. August den Kindern ihres Lebensgefährten Muharrem T. ein Schlafmittel ins Essen gemischt und gewartet, bis diese schliefen und ihr Lebensgefährte aus dem Haus gegangen war. Dann stach sie mit zwei Messern immer wieder auf die wehrlosen Kinder ein und zündete dann auch noch die Bettdecken an, um die Spuren zu verwischen.

Die Feuerwehr fand die Kinder. Zwei waren schon tot, ein Junge starb kurz später im Krankenhaus.

Die leibliche Mutter der Kinder war vor wenigen Jahren bei einem Unfall gestorben: Die Wohnungstür war zugeschlagen — eins der Kinder war aber noch in der Wohnung. Als sie über den Nachbarbalkon in die Wohnung steigen wollte, stürzte sie.

Der Vater lebt inzwischen wieder in der Türkei.