Die Entsorgung Dortmund (EDG) baut einmal mehr die regionale Zusammenarbeit aus: Die bis zu 25.000 Tonnen von biologischen Abfälle, die sich pro Jahr in den brauen Behältern der Dortmunder Haushalte ansammeln, gehen ab 2012 - für die Dauer von zunächst zehn Jahren - auf die Reise.

Ziel ist das Kompostwerk in Gescher und eine Mechanisch-Biologische-Aufbereitungsanlage (MBA), die von der Entsorgungsgesellschaft Westmünsterland im Auftrag des Kreises Borken betrieben werden und nicht nur Dünger produzieren, sondern auch Biogas. Nur: Die Anlagen sind zurzeit nicht ausgelastet, können also zusätzliche Mengen gut gebrauchen.

Das Schöne an der Sache ist: Die Kompostierung seines Biomülls - seit jeher ein Zuschussgeschäft - kostet den Dortmunder Gebührenzahler keinen Cent mehr.

Denn im Gegenzug liefert der Borkener Entsorger jährlich bis zu 20 000 Tonnen Sortierreste aus den dort gesammelten Gewerbeabfällen ins Müllheizkraftwerk Iserlohn, an dem die Entsorgung Dortmund beteiligt ist.

Was der EDG hilft, ihre Lieferverpflichtungen dort - immerhin 60 000 Tonnen im Jahr - zu erfüllen: Das Kraftwerk bekommt auf Sicht nicht genug „Futter“, weil der Anteil des Mülls, der nur noch thermisch verwertet (sprich: verbrannt) werden kann, immer kleiner wird.

Der öffentlich-rechtliche Vertrag zwischen den beiden Entsorgungsunternehmen, den das Dortmunder Stadtparlament im Juli abgesegnet hat, sieht eine Zusammenarbeit vor, die keiner der beiden Seiten Gewinne bringt.

Ihren Schnitt machen die Dortmunder später: Wenn die Reform des Kreislaufwirtschaftsgesetzes in Kraft tritt, über deren genaue Ausgestaltung („Privat oder Staat?“) sich Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen (CDU) und der rot-grün dominierte Bundesrat zurzeit noch fetzen (wir berichteten mehrmals).

Unstrittig ist aber, dass der Gesetzgeber in Zukunft alle Kommunen verpflichten wird, biologische, also stofflich noch verwertbare Abfälle getrennt vom Restmüll sammeln zu lassen. In der Großstadt Dortmund - sie war bundesweit die erste, die sogar die dicht besiedelten Innenstadtbezirke ans Netz nahm - ist das seit Jahren eine Selbstverständlichkeit.

Wambel wird wichtiger

Vielen Nachbarstädten fehlen für eine flächendeckende Biomüllsammlung und -aufbereitung allerdings die nötigen Behandlungskapazitäten. Da drängt sich der Export in das schon weitgehend abgeschriebene, also kostengünstig zu betreibende Kompostwerk an der Oberste-Wilms-Straße in Dortmund-Wambel geradezu an. Die Anlage ist - dank des aktuellen Abfalltauschgeschäfts - dann ja alles andere als ausgelastet.

Die Bürger, die ihre überschüssigen Gartenabfälle bislang gerne nach Wambel gekarrt hatten, müssen sich keine Sorgen machen; der Betrieb im Kompostwerk läuft zunächst auf Sparflamme weiter, die Grünschnittannahme bleibt erhalten.

Überhaupt spielt der EDG-Stadtort in Wambel - 36,5 Hektar groß - für die Bürger künftig eine größere Rolle. Hierhin wird der Recyclinghof Körne verlagert, dem es an der Alten Straße zu eng geworden ist.

Den entstehenden Freiraum in Körne nutzt die EDG, um Mitarbeiter, Fahrzeuge und Geräte für die Müllsammlung und die Straßenreinigung in den östlichen Bezirken , die zurzeit am Zentralbetriebshof am Sunderweg (Hafen) stationiert sind, näher an deren Einsatzgebiete heranzubringen. Auch diese logistischen Vorteile bringen der EDG Kostenvorteile, die sie an die Gebührenzahler in Gestalt stabiler Preise weitergeben will.