Dortmund. .

Eine positive Einsatzbilanz ziehen die Dortmunder Hilfsorganisationen sowie die Entsorger der EDG nach dem Projekt Still-Leben Ruhrschnellweg. Auch die Polizei meldete keine gravierenden Vorfälle, nur an Bahnhöfen gab es Ärger.

Die B1/A 40 konnte auch im Dortmunder Abschnitt nach 31 Stunden Vollsperrung wie geplant wieder für den Verkehr freigegeben werden. Schon gegen 1.45 Uhr waren die Entsorgungs- und Reinigungsmaßnahmen zwischen Märkischer Straße und Provinzialstraße abgeschlossen. Insgesamt wurden auf 11,3 Kilometern mit 4.500 Tischen und ungezählten Besuchern laut EDG zehn Tonnen Abfall gesammelt und zusammengekehrt. Zum Vergleich: Bei der Loveparade 2008 feierten über 1,5 Millionen Menschen in Dortmund und hinterließen 75 Tonnen Abfall.

Ein ruhiges Wochenende auf der B1/A40 erlebten nach eigener Aussage die Johanniter, Malteser, DRK und ASB beim Still-Leben am Sonntag. „Unsere Helferinnen und Helfer mussten während des Einsatzes 120 Besucher auf der A40 im Abschnitt Dortmund zwischen der Märkischen Straße und der Anschlussstelle Lütgendortmund sanitätsdienstlich versorgen“, so Einsatzleiter Andreas Kleff von der Johanniter-Unfall-Hilfe in Dortmund. Nur 16 Personen mussten zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Damit sei das Still-Leben trotz des enormen Besucherandrangs für die Helfer ruhig verlaufen. Die 155 Helfer der vier Hilfsorganisationen waren auf zwölf Sanitätsstationen mit jeweils zwölf Erstversorgungsteams und Fahrrad-Erstversorgungsteams sowie 20 Rettungsfahrzeugen verteilt. Insgesamt verlebten sie ein ruhiges Wochenende auf der A40.

Polizeiprobleme mit Fahrradtransport in Zügen

Mehrere hundert Bundespolizeibeamte sorgten zudem am Sonntag auf den parallel zum Autobahnverlauf angrenzenden Bahnhöfen Duisburg, Mülheim, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Bochum-Wattenscheid und Dortmund für eine sichere An- und Abreise der zahlreichen Veranstaltungsteilnehmer.

Tatenlos konnte die Polizei meist das Treiben auf der Strecke verfolgen.
Tatenlos konnte die Polizei meist das Treiben auf der Strecke verfolgen. © Katrin Figge

Das Hauptproblem aus Sicht der Bundespolizei bestand während des gesamten Einsatzverlaufes im Transport von Fahrrädern in den ohnehin stark ausgelasteten Zügen und S-Bahnen des Nahverkehrs. Nicht immer sei es möglich gewesen, alle Fahrradfahrer mit dem Zug zum Veranstaltungsort anreisen zu lassen. Das nach eigener Aussage „gute Zusammenwirken zwischen Bundes- und Landespolizei sowie der Deutschen Bahn AG“ führte dazu, dass es gerade in der Hauptanreisezeit, in der auch die Bahnsteige zeitweise extrem voll waren, zu keinen größeren Störungen im Bahnhofsbereich kam.

Der Gesamteinsatzleiter der Bundespolizeiinspektion Dortmund, Polizeidirektor Christoph Buik, sprach nach Einsatzende von einer „aufgegangenen gemeinsamen Verkehrskonzeption, die einer enormen Belastung standgehalten hat“.

EDG erfahren mit Großveranstaltungen

Auch für die Dortmunder Entsorgungs GmbH war es trotz reichlich Arbeit ein Fest der Superlative. Die logistische Höchstleistung beim Auf- und Abbau sei professionell abgewickelt worden. AbteilungsleiterEinsatzleiter Rolf Langensiepen: „Wir profitieren von unserer Erfahrung. WM 2006, Loveparade 2008 – schon bei diesen Großveranstaltungen konnten wir unsere Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Jede Veranstaltung hat natürlich ihren eigenen Charakter. Aber auch nach Still-Leben heißt mein Resümee, dass auf die Cleansmänner Verlass ist.“

Der Abbau lief ab 18 Uhr problemos: Foto: Helmuth Vossgraff / WAZ FotoPool
Der Abbau lief ab 18 Uhr problemos: Foto: Helmuth Vossgraff / WAZ FotoPool © WAZ FotoPool

Insgesamt waren 91 Mitarbeiter und 37 Fahrzeuge im Einsatz. Im ersten Schritt in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli wurden auf der Strecke zwischen Dortmund und Bochum auf 11,3 Kilometern rund 400 Abfallbehälter aufgestellt. 20 Mitarbeiter im Präsenzdienst sorgten während der Veranstaltung in der Zeit von 9.30 bis 18 Uhr auf der Strecke für geleerte Müllbehälter und beseitigten erste Verunreinigungen.

Schon da war laut EDG klar: „Friedliche, fröhliche und disziplinierte Gäste machten es den Saubermännern der EDG leicht.“ Das Konzept, während der Veranstaltung auf der Strecke Abfallbehälter aufzustellen, sei erneut aufgegangen. Die zahlreichen Müllbehälter wurden gut angenommen, kaum etwas landete auf der Straße.

Und dann hieß ab 18 Uhr: Sauber-Machen. Im Einsatz waren sechs Großkehrmaschinen, vier Kleinkehrmaschinen, zwei Wasserwagen, neun LKW, vier Müllsammelfahrzeuge, acht Zustellwagen für den Behältereinzug und natürlich die Männer mit den Besen.