Dortmund. Die Neonazi-Partei „Die Rechte Dortmund“ hat sich unter NPD-Dach neu gegründet. Als ihr neuer Kreisverband nennt sie sich nun „Heimat Dortmund“.

Die Neonazi-Partei „Die Rechte Dortmund“ arbeitet künftig unter dem Dach der NPD. Als neuer NPD-Kreisverband nennt sie sich von jetzt an „Heimat Dortmund“. Das geht aus einer Mitteilung von „Die Rechte“ auf Telegram hervor.

„Wir Dortmunder Aktivisten“, wie sich die Rechtsextremen dort selbst bezeichnen, „werden ab sofort unsere politische Arbeit unter dem organisatorischen Dach der NPD weiterführen und den strategischen Kurs der Partei zur Neuausrichtung unter dem Namen ‘Die Heimat’ unterstützen“, heißt es in der Stellungnahme.

„Heimat Dortmund“: Bekannte Neonazis als Vorsitzende

Bei der Gründungsveranstaltung am Sonntag sei der ehemalige „Die Rechte“-Bundesvorsitzende und mehrfach vorbestrafte Jurist und Verleger Sascha Krolzig mit großer Mehrheit zum Kreisvorsitzenden gewählt worden. Sein Stellvertreter, Alexander Deptolla, ist in der Szene unter anderem als Organisator des rechtsextremen Kampfsport-Events „Kampf der Nibelungen“ bekannt. Die weiteren Posten im Kreisvorstand seien ebenfalls „mit bewährten Dortmunder Aktivisten“ besetzt worden, darunter auch Ratsmitglied Matthias Deyda – ein Mann, der laut Medienberichten Ende 2021 einen Antrag in Dortmunds Rat einbringen wollte, einen Platz nach dem verstorbenen Rechtsextremisten Siegfried Borchardt („SS-Siggi“) zu benennen.

„Die Rechte Dortmund“ verkündet auf Telegram ihre Neugründung unter dem neuen Namen „Heimat Dortmund“.
„Die Rechte Dortmund“ verkündet auf Telegram ihre Neugründung unter dem neuen Namen „Heimat Dortmund“. © Gesa Born

Die Begründung, die alte Partei „Die Rechte“ in Dortmund aufzugeben, liest sich wie ein Selbsteingeständnis - und gleichermaßen bedrohlich: „Wenn ein Schwert irgendwann stumpf wird und nicht mehr neu geschliffen werden kann, müssen wir es beiseitelegen und eine neue politische Waffe zur Hand nehmen.“

Neue Außendarstellung: „Heimat Dortmund“ anstatt „NPD“

Man wisse zwar um die „teilweise verknöcherten und verkrusteten Strukturen“ der seit über 50 Jahren bestehenden NPD, die „Die Rechte“ in den letzten Jahren wiederholt kritisiert habe. Andererseits erkenne man auch „ehrliche Bestrebungen eines großen Teils der Parteiführung, alte Zöpfe abzuschneiden und tatsächlich neuen Schwung in die Partei bringen zu wollen.“

Bereits seit einiger Zeit verfolge man die Pläne einer Mehrheit von NPD-Mitgliedern und Funktionären, „die Partei strategisch neu auszurichten, zeitgemäßer aufzutreten und mit der Umbenennung in ,Die Heimat’ ein deutlich sichtbares Zeichen für einen Neuanfang zu setzen.“ Dazu gehöre laut Stellungnahme, dass man in der Außendarstellung „von Anfang an auf den Gebrauch der drei Buchstaben“ verzichte.