Das Duo Brookland hatte die Ehre, als lokaler Support den Abend zu eröffnen. Schlagzeug, Gitarre, Gesang und ein frischer Mix aus Gitarrenpop und Indierock ließen die ersten Besucher Beifall klatschen. Mit dem Satz "Das war das Größte, was wir jemals gemacht haben, danke!" übergaben die beiden Eröffnungs-Musiker die Bühne an New Model Army.

Fließende Übergänge

Die Briten begannen nach einem ruhigen Intro gewohnt druckvoll mit ihrer unnachahmlichen Genremischung aus Rock, Folk, New Wave und Punk. Die Musiker wechselten gekonnt zwischen alten und neuen Songs, oftmals waren es fließende Übergänge zwischen den Liedern. Die Spielfreude der Band und die politischen Texte mancher Lieder wurden von den Fans gefeiert. Sehr gut kam der folklastige, ruhigere Song "Winter" vom gleichnamigen aktuellen Album an.

Oder weitere neue Lieder wie "Born Feral" oder "Devil". Dabei streuten die Musiker immer wieder frühere Hits ein. So wurde "Here Comes The War" von 1993 genau so lautstark bejubelt wie "51st State" von 1986. Die kraft- und gefühlvolle Stimme Sullivans mit ihrem rauen, düsteren Unterton ist über die Jahrzehnte gleich geblieben.

Ein wenig Nebel und einige Lichteffekte

So wie auch die unverkennbare, spezielle Mischung aus Rock, Punk und Folk. Allerdings wiederholte sich diese musikalische Struktur. So konnte man gelegentlich die Musik in den Hintergrund stellen und auf die neuen Texte hören. Wie früher sind es auch heute wütende Songs gegen die Politik der Mächtigen. Gesellschaftskritische Texte, die den Brexit ebenso anprangern wie die Entwicklungen in den USA oder die Kluft zwischen Arm und Reich. Die Bühnenshow war dabei reduziert auf ein wenig Nebel und einige Lichteffekte.

Frontmann, Sänger und Gitarrist Sullivan sprach selten das Publikum an und wenn, dann gerne mit einem Hinweis auf das fortgeschrittene Alter von Band und Fans. Für Letztere war es sicherlich ein unvergesslicher New-Model-Army-Abend.