Dortmund. Mit dem Dortmunder Projekt “Unterrichtsausfall der Check“ wird zum ersten Mal in Deutschland für eine Stadt der gesamte Unterrichtsausfall an allen Schulen erfasst. Das geht nur, wenn alle, die Einblick in den Dortmunder Schulalltag haben, mithelfen. Aber wie soll das genau funktionieren? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum großen Schulprojekt von Correctiv und den Ruhr Nachrichten.

Was wollen wir konkret erreichen?

"Wie viel Unterricht fällt wirklich aus?" Diese Frage steht über dem ganzen Projekt. Es ergeben sich daraus aber viele wichtige Einzelfragen: Wann fällt Unterricht aus? Welche Fächer fallen aus? Wie findet Vertretungsunterricht statt? Welche Schulform hat den größten Unterrichtsausfall? Wo kann er am besten kompensiert werden? Auf solche Fragen wollen wir gemeinsam mit Ihnen Antworten finden.

Was wollen wir nicht?

Es geht nicht darum, den Ausfall einfach nur anzuprangern und die Statistik der Landesregierung zu widerlegen. Erst Recht geht es nicht um Lehrerschelte oder das Bloßstellen einzelner Schulen.

Welche Schlüsse versprechen wir uns durch die Erhebung?

Wir wollen die Ausfälle möglichst detailliert erfassen. Ein Beispiel: "In der Klasse 8 b der Mustermann-Schule fiel am Montag die dritte Stunde Mathe krankheitsbedingt aus. Stattdessen konnten die Schüler Hausaufgaben erledigen." Wenn von jeder Schule, für jede Klasse und Jahrgangsstufe Beteiligte über einen Zeitraum von einem Monat diese Angaben eingetragen werden, bekommen wir einen Überblick über die Gesamtsituation. Daraus lässt sich nicht nur auf den Unterrichtsausfall oder die Qualität der Ersatzstunden schließen, sondern auch auf personellen Strukturen der Schulformen und die Arbeitsbelastung der Lehrer. Mit einer umfassenden Datengrundlage lässt sich die Situation analysieren. Und nur so lässt sich unser Schulsystem verbessern.

Wer kann sich beteiligen?

Jeder, der Einblick hat, wann wo welche Unterrichtsstunden ausfallen, also Lehrer, Eltern, Schüler, Schulsozialarbeiter...

Wo kann ich den Stundenausfall eintragen?

Die ausgefallenen Stunden werden online in eine Datenbank eingetragen auf der Seite www.unterrichtsausfall-check.de

Muss ich mich registrieren?

Ja, eine einmalige Anmeldung ist notwendig. Benötigt wird dafür lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse.

Wie werden meine Daten verwendet? Können andere sehen, was ich eintrage?

Die anderen Teilnehmer können die gemeldeten Stunden sehen - um einen Überblick zu haben, welche ausgefallenen Stunden an ihrer Schule schon gemeldet wurden. Außerdem können die Einträge so auch von den Teilnehmern korrigiert oder bestätigt werden. Das alles wird transparent und nachvollziehbar sein. Welche Person eine Stunde gemeldet hat, ist jedoch nicht sichtbar. Diese Daten sind nur den betreuenden Redakteuren zugänglich, um Rückfragen an Einzelpersonen stellen zu können und um Missbrauch vorzubeugen.

Ab wann ist eine Registrierung möglich?

Ab 23. Februar 2017.

Welche Schulen und Klassen werden erfasst?

Alle Jahrgänge an allen Schulformen außer Berufskollegs und Förderschulen.

In welche Zeit wird der Unterrichtsausfall erfasst?

Vom 1. bis 31. März, täglich.

Wie lange habe ich Zeit, ausgefallene Stunden einzutragen?

Über den gesamten Zeitraum können rückwirkend Stunden eingetragen werden.

Wie genau werden die Stunden erfasst? Was ist mit Vertretungsstunden, Selbstlernstunden etc.?

Es sollen alle Stunden erfasst werden, die nicht planmäßig stattgefunden haben. Unter "nicht planmäßig" verstehen wir alles, was vom Stundenplan abweicht. Demnach werden auch Vertretungsstunden erfasst - mit dem Vermerk, ob fachtreu oder fachfremd gearbeitet wurde, oder ob eine "Selbstlernstunde" stattgefunden hat oder was sonst in der Zeit getan wurde. Auch Randstunden, die komplett ausfallen (Schüler können früher nach Hause gehen, müssen erst zur zweiten Stunde kommen), fallen darunter. Diese Informationen sind für die Redaktionen extrem wichtig, um das Thema "Unterrichtsausfall" differenziert beleuchten zu können. Wir wollen nicht nur die ausgefallenen Stunden zählen, sondern die konkreten Bedingungen analysieren.

Sollen auch Gründe für den Unterrichtsausfall angegeben werden?

Wenn bekannt, kann auch das optional angegeben werden. Die Gründe, wie Krankheit, Lehrerausflug oder Sonstiges, werden aber nicht öffentlich einsehbar sein. Sie helfen jedoch der Redaktion, die gesammelten Daten besser beurteilen zu können.

Wie wird sichergestellt, dass die eingetragenen Daten richtig sind?

Für Mitglieder wird die Möglichkeit bestehen, Angaben zu bestätigen oder zu korrigieren. Außerdem schicken wir allen Schulen nach der Dateneingabe die ausgefallenen Stunden zu und geben ihnen die Möglichkeit, auf fehlerhafte Einträge hinzuweisen.

Wo erhalte ich mehr Infos zum Projekt?

Wann und wo findet die Auftaktveranstaltung statt?

Die öffentliche Auftaktveranstaltung ist am Donnerstag (23.2.), um 19 Uhr im Lensing-Carre Conference Center, Silberstraße 21. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig. Dort wird genau erklärt, wie die Erfassung funktioniert.