Dortmund. Fans des Dortmund-Tatorts müssen sich weiter gedulden. Der Sonntagskrimi, der eigentlich am 1. Januar ausgestrahlt werden sollte, war nach dem Berlin-Attentat aus dem Programm genommen worden. Wir haben nachgefragt, wann mit einem neuen Sendetermin zu rechnen ist.

Das hatte es noch nie gegeben: Innerhalb einer Woche tauschte die ARD Ende des vergangenen Jahres gleich zweimal einen geplanten Tatort aus. Der zehnte Dortmund-Tatort mit dem Titel "Sturm", der eigentlich am Neujahrstag hätte gesendet werden sollen, wurde wegen einer thematischen Nähe zum Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt abgesetzt. Auch der als Ersatz vorgesehene Tatort wurde dann noch einmal getauscht.

Sechs-Wochen-Frist wird eingehalten

Die Entscheidung, eine Tatort-Folge aus Saarbrücken vorzuziehen und deren eigentlichen Sendetermin am 29. Januar mit dem Dortmund-Tatort zu tauschen, wurde vom Saarländischen Rundfunk (SR) abgelehnt. Schließlich wurde am Neujahrstag eine Folge der Krimireihe "Polizeiruf 110" gezeigt und der Dortmund-Tatort auf unbestimmte Zeit verschoben. Bis heute ist ein neuer Sendetermin nicht gefunden worden. "Sobald ein Termin feststeht, werden wir ihn bekanntgeben", teilte man beim WDR auf Nachfrage mit. Auf jeden Fall werde man die Sechs-Wochen-Frist, die die Programm-Zeitschriften bräuchten, einhalten. Das heißt: In den nächsten sechs Wochen wird das Team um Hauptkommissar Faber seinen neuen Fall nicht im Fernsehen lösen.

Ein hochspannender Tatort

Die Verschiebung des Dortmund-Tatorts hatte Volker Herres, der Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens, nach dem Berlin-Attentat so begründet: "'Sturm' ist ein hochspannender Tatort des WDR, der mit dem Selbstmordattentat eines Islamisten endet: mit Bildern und Eindrücken, die Assoziationen zum Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin wecken. Natürlich muss ein Tatort nah an gesellschaftlichen Realitäten sein. Aber mit Rücksicht auf die Opfer, ihre Angehörigen, Betroffene und das Empfinden von Zuschauern wollen wir diesen Tatort nicht am Abend des ersten Tages im neuen Jahr, sondern mit größerem zeitlichen Abstand zeigen."

Jetzt solle man mal, so heißt es nun seitens der ARD, die Programmplaner ihre Arbeit machen lassen.