Ihr Heimathafen – ist Meschede. Daran lässt Alexandra Föster keine Zweifel aufkommen. Das Sauerland ist das Zuhause der 24-jährige Ruderin, die unter anderem auf dem Hennesee die notwendige Kraft für ihre erfolgreiche Karriere im Frauen-Einer tankt. Dass Fösters Leben in dieser Wohlfühloase plötzlich infrage stand, sorgte deshalb für eine gehörige Portion Nervosität bei der WM-Fünften. Doch Föster konterte und präsentierte sich nach der deutschen Kleinbootmeisterschaft in München als deutsche Vizemeisterin mit einem breiten sowie erleichterten Grinsen im Gesicht.
Föster: Starke Konkurrenz
Obwohl die Meschederin, die 2024 bei den Olympischen Sommerspielen in Paris das B-Finale gewann, mit ihrer Platzierung bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft eine historische Marke für den Deutschen Ruderverband (DRV) setzte, stand der Platz im Frauen-Einer der Nationalmannschaft bei den Kleinbootmeisterschaften wieder zur Disposition. „Dieses Jahr gibt es fünf ernstzunehmende Anwärterinnen auf den Einer. Mit 42 Meldungen ist das Meldefeld auch so groß wie schon lange nicht mehr“, sagte Fösters Heimtrainer Sebastian Kleinsorgen im Vorfeld.
Das Problem: Nach einem sehr gut verlaufenen Wintertraining und einer Top-Leistung auf dem Ergometer im Rahmen der jährlichen Leistungsüberprüfung in Leipzig wurde Alexandra Föster dort während der zu absolvierenden Sechs-Kilometer-Langstrecke von Rückenschmerzen heimgesucht. Physiotherapie in Dortmund linderte diese zwar schnell, aber: „Das hat uns mehr als eine Woche notwendiges Training gekostet“, sagte Kleinsorgen.

Das drohende Szenario: Hätte die Sauerländerin die Qualifikation für den Platz im Frauen-Einer in der Nationalmannschaft bei der einzigen Chance im Rahmen der deutschen Kleinbootmeisterschaften verpasst, hätte sie aus Meschede nach Berlin umziehen müssen, um am dortigen Bundesstützpunkt für den Doppelzweier oder Doppelvierer zu trainieren.
Föster bleibt nervenstark
Allerdings zeigte Föster bei den Titelkämpfen auf der Olympia-Regattastrecke in München-Oberschleißheim ihre Nervenstärke. Nach einer zurückhaltenden Leistung zum Auftakt stellte sie ihr Können im Halbfinale erstmals unter Beweis. An der 1500-Meter-Marke zur Halbzeit auf Rang drei liegend zog sie das Tempo an und setzte sich ab, um souverän zu siegen.
Ich konnte zeigen, dass ich vor allem im Endspurt die Nerven behalten und nochmal richtig durchziehen kann, wenn bei anderen das Licht ausgeht.
Alexandra Föster,, RC Meschede
Das A-Finale gestaltete Aurelia Janzen vom Rostocker RC jedoch zu dominant und wiederholte ihren Vorjahressieg. Föster schob sich mit ihrem bekannten Endspurt auf Rang zwei, allerdings 4,12 Sekunden hinter der Dauer-Rivalin Janzen. Rang drei sicherte sich auf den letzten Metern Tabea Schendekehl (Hansa Dortmund). Juliane Faralisch (Frankfurter RG Germania), die bei der 1500-Meter-Marke noch auf Rang zwei gelegen hatte, musste sich mit Rang vier zufriedengeben.
Die wichtigsten Termine
Weltcup: 29. bis 31. Mai Sevilla/Spanien, 12. bis 14. Juni Plovdiv/Bulgarien, 26. bis 28. Juni Luzern/Schweiz. - Europameisterschaft: 31. Juli bis 2. August Varese/Italien. - Weltmeisterschaft: 24. bis 30. August Amsterdam/Niederlande.
Da Janzen international für die Schweiz startet, reichte Föster der Vizetitel zum Sprung in den deutschen Frauen-Einer. „Meine Beine waren im Rennen etwas zitterig, aber ich konnte trotzdem zeigen, dass ich vor allem im Endspurt die Nerven behalten und nochmal richtig durchziehen kann, wenn bei anderen das Licht ausgeht“, sagte die Meschederin und ergänzte: „Ich freue mich richtig, dass die Saison jetzt endlich losgeht.“
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Ähnlich äußerte sich auch Trainer Sebastian Kleinsorgen. „Wir können die weitere Saison im Einer planen. Natürlich wären wir schon gerne vor Aurelia Janzen gewesen, aber wie die vergangenen Jahren gezeigt haben, hat Alex das Potenzial, da im Saisonverlauf noch etwas zu drehen“, sagte er. Und was ist mit dem im Vorfeld schwelenden Thema Berlin-Umzug? „Darüber muss Alex sich jetzt vorerst keine Gedanken mehr machen“, antwortete der Coach.



