Zusammenfassung
- Vater Michael und Sohn Samuel Groß spielen erstmals gemeinsam für den SV Brilon II in der Kreisliga B2.
- Ihr erstes gemeinsames Spiel wurde zu einem besonderen Familienmoment, auch wenn das erhoffte Vater-Sohn-Tor knapp verpasst wurde.
- Die Briloner hoffen nun mit dem Duo auf einen erfolgreichen Saisonabschluss und den Aufstieg in die Kreisliga A.
Es wäre das „absolute Sahnehäubchen“ auf der Torte gewesen, das sieht auch Michael Groß so. Ein gemeinsam produziertes Tor von Vater und Sohn wurde jedoch verpasst, auch wenn es knapp war. „Samuel hat die Ecke getreten, ich hatte die Torchance im Anschluss“, berichtet Groß. Es wäre ein weiterer Treffer beim 4:1-Heimsieg des SV Brilon II gegen den SV Obermarsberg gewesen. Die Partie in der Fußball-Kreisliga B2 im Kreis Hochsauerland ging aber auch so in die Annalen ein – zumindest in jene der Familie Groß.
Vater und Sohn spielen erstmals gemeinsam für die SVB-Reserve
Samuel Groß war am Sonntag im Heimspiel an der Jakobuslinde eingewechselt worden, es lief die 70. Minute. Da wurde der Traum wahr: Papa Michael gehörte bereits zur Startaufstellung der SVB-Reserve. „Das war ein besonderer Moment“, wusste auch Trainer André von Ascheraden sofort. Denn die Möglichkeiten, dass beide Generationen gemeinsam auf dem Platz stehen konnten, waren nicht so riesengroß.
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Der 18-jährige Samuel kickte bisher in der Regel für die A-Junioren, zunächst für die „A1“, die in der Landesliga spielt, und ein Aushängeschild des Vereins ist. Dann in der „A2“, ab sofort aber für die zweite Seniorenmannschaft. „Seit dem 1. April ist er spielberechtigt“, bestätigt von Ascheraden. Dass Papa Groß noch – beziehungsweise wieder – in der Reserve der Senioren kickt, ist auch eine Erwähnung wert. „Eigentlich wollte ich letztes Jahr ja schon mit dem Fußball aufhören“, erzählt der Herr Papa, dann eröffnete sich nach über zehn aktiven Jahren im SVB-Dress aber noch mal eine neue Perspektive: „Die Aussicht, noch mal mit meinem Sohnemann zusammenspielen zu können, hat mich motiviert, in dieser Saison noch weiterzumachen.“ Ziel erreicht!
Als es die Briloner American-Football-Mannschaft noch gab, habe ich eine Zeit lang auch bei den Lumberjacks mitgespielt. Da hatte ich aufgrund meiner etwas härteren Gangart irgendwann diesen Namen weg.
Michael Groß, über seinen Spitznamen „Beton“
Er sei ja mittlerweile 40 Jahre alt, gibt „Groß senior“ derweil zu bedenken, die gemeinsame aktive Zeit von Vater und Sohn wird sich deshalb eher auf die nächsten Wochen beschränken als noch ein paar Jahre andauern. „Ein sehr zuverlässiger“ Spieler sei Michael Groß, lobt Trainer von Ascheraden seinen Verteidiger. Dieser weiß aber auch, wo das Tor steht. Bei besagtem 4:1-Sieg gegen Obermarsberg gelang Groß der wichtige Ausgleich zum 1:1, nachdem der Favorit überraschend zurückgelegen hatte.
Kopfballtor zum wichtigen Ausgleich
Mit seinem Kopfballtreffer stellte Innenverteidiger Groß die Weichen auf Sieg – und machte damit gewissermaßen auch seinem Spitznamen alle Ehre: Beton! „‘Michael Groß‘ sagt eigentlich keiner zu mir, ich heiße für alle nur ‚Beton‘. Das hat sich so eingebürgert und so werde ich auch auf dem Platz gerufen“, verrät der Elektriker für Windkraftanlagen. Aber wie kommt man an solch einen Spitznamen? Groß muss lachen: „Als es die Briloner American-Football-Mannschaft noch gab, habe ich eine Zeit lang auch bei den Lumberjacks mitgespielt. Da hatte ich aufgrund meiner offenbar etwas härteren Gangart irgendwann diesen Namen weg.“

Sohn Samuel ist ein etwas anderer Spielertyp: Schnell, offensiv und auf den Außenbahnen unterwegs. Die Liebe zum Fußballsport aber ist die Selbe. „Das ist bei uns einfach im Blut“, bestätigt Michael Groß. Er selbst habe schon als Kind mit dem Fußball begonnen, bei Samuel, der beim Unternehmen Oventrop eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert, war es ebenso. „Ich habe ihn von der G-Jugend bis zur E-Jugend sogar trainiert und dafür extra die C-Trainerlizenz abgelegt“, erläutert der Vater.
Enges Rennen um den Aufstieg
Drei Team kämpfen in der Kreisliga B2 um den Aufstieg in die A-Liga: Die SG Madfeld/Bleichwäsche (49 Punkte), der SV Brilon II und die SG Giershagen-Hoppecketal/Padberg (47 Punkte). Ein nicht alltägliches Spiel steht dabei am Sonntag für den SVB II an: Die Reserve-Mannschaft spielt gegen die dritte Mannschaft des SV Brilon, die ebenfalls in der Staffel B2 kickt und aktuell Platz neun belegt. „Das wird die Dritte nicht abschenken“, versichert Trainer André von Ascheraden und hofft auf ein interessantes vereinsinternes Duell.
Seine Wurzeln hat Michael Groß übrigens in Thüringen. „Der Liebe wegen“ verschlug es ihn 2006 ins Sauerland, wo Familie Groß in Brilon-Gudenhagen lebt. „Und hier fühlen wir uns pudelwohl“, bestätigt der durchaus sportverrückte Papa. Dort wurde dann auch noch ein kleiner Umtrunk gemacht, um den 12. April würdig ausklingen zu lassen. Erst gab es ein gemeinsames Sieger-Bier im Vereinsheim des SV Brilon, dann noch eines zuhause. „Ich bin echt stolz darauf“, sagt Groß mit Blick auf den besonderen Fußball-Sonntag, der aus Sicht der Familie aber nach einer erfolgreichen Fortsetzung verlangt. „Bis zum Ende der Rückrunde spielen wir ja noch zusammen.“ Und wenn es nach den Brilonern geht, wird am 31. Mai nach dem letzten Spieltag die Rückkehr des SV Brilon II in die Kreisliga A gefeiert. „Darüber haben Samuel und ich am Sonntag natürlich auch noch philosophiert. Das wird noch richtig gut!“, ist sich Michael „Beton“ Groß sicher.





