Als sich Rechtsaußen Gesualdo Caruso zehn Sekunden vor Schluss einen generischen Pass schnappte und seinen Sololauf zum Siegtreffer nutzte, herrschte bei den Handballern des TV Neheim eine Stimmung, als wären sie gerade Meister geworden. Ausgerechnet bei der besten Rückrundenmannschaft, dem ASC Dortmund II, machte der TVN den vorentscheidenden Schritt Richtung Bezirksliga-Verbleib. Der TV Arnsberg hatte tags zuvor das kleine Derby gegen Schlusslicht Ruhrtal II mühevoll gewonnen.

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TV Arnsberg – SG Ruhrtal II 28:26 (15:16). „Ich werde wohl meine Ansprachen vor dem Spiel ändern müssen“, meinte Arnsbergs Coach Jan Klute, denn selbst gegen den schon als Rückkehrer in die Kreisliga feststehenden Nachbarn erwischte sein Team einen Fehlstart und musste wieder Comeback-Qualitäten zeigen. Den Schützlingen von Trainer Mathis Rapude („Wir haben unseren Aufwärtstrend bestätigt“) gelang es nämlich, das Tempospiel des Tabellenzweiten zu unterbinden und ihn ins aufgebaute Angriffsspiel zu zwingen.

Handball Derby Arnsberg
Der TV Arnsberg, hier Jannis Tiemann (re.) im Derby gegen den TVN, kam im nächsten Derby mal wieder mit einem blauen Auge davon. © WP - Arno Seeliger | Arno Seeliger

Die Sonderbewachung für den Halbrechten Tobias Tillmann zahlte sich nicht aus, denn dadurch bekam Rechtsaußen Till Rosenberger mehr Platz für seine Abschlüsse, war am Ende mit neun Treffern der beste Vollstrecker auf dem Feld. Eine frühe Auszeit durch Klute brachte wenig, der zum 6:2 herausgeworfene Vier-Tore-Vorsprung der Gäste hatte bis zur 26. Minute (5:11) Bestand, was auch an der Topform von Keeper Max Schäfer lag. Erst in der Endphase kam der TVA durch zwei Kontertore von Robin Bause auf Tuchfühlung heran.

TVA gelingt Wende, Ruhrtaler bleiben bis zum Schluss gefährlich

Es deutete sich also wie schon gegen Neheim und in Herdecke eine Wende an. Und tatsächlich kam der TVA schwungvoll aus der Kabine, sorgte nach einem 4:0-Lauf für die 19:17-Führung (38.). Doch die Ruhrtaler zeigten sich keineswegs geschockt, fanden zu ihrer kompakten Abwehrarbeit zurück und sorgten dafür, dass es bis in die Schlussphase hinein spannend blieb. 

Bis auf Alex Blanke und Kevin Probst, die ihre Laufbahn beenden, bleibt unsere Mannschaft komplett zusammen.

Jan Klute, Trainer des TV Arnsberg, zur Personalplanung

Nach dem letztmaligen Gleichstand (24:24) konnte sich der Favorit ein wenig absetzen, sorgte Bause 90 Sekunden vor dem Abpfiff für die Entscheidung. Trainer Klute konnte anschließend verkünden: „Bis auf Alex Blanke und Kevin Probst, die ihre Laufbahn beenden, bleibt unsere Mannschaft komplett zusammen.“

TVA: Wennmann, Drees; F. Rüther (5), Stratenschulte (4), Blanke (4/1), Bause (4), Tiemann (3), L. Rüther (2), Hennecke (2), Erpelding (1), Schopper (1), Capristo (1), Assmann (1).

SGR II: Schäfer (55. Stoffels); Rosenberger (9). Tillmann (7), Volmari (3), Esser (2), Bornemann (2), Steinke (2), Rapude (1/1), Ba. Hannappel, Hesse.

Neheim Ruhrtal II
Erleichterung bei Neheims Trainer Alex Blech.© WP | Elmar Redemann

ASC Dortmund II – TV Neheim 31:32 (21:18). „Endlich war das Glück auch mal auf unserer Seite, das hat sich meine Mannschaft auch redlich verdient“, kommentierte TVN-Trainer Alex Blech den Husarenstreich seiner Schützlinge. Dabei hatte in Halbzeit eins wenig auf eine Überraschung hingedeutet. Die Dortmunder trafen fast nach Belieben, schienen nach einem 4:0-Lauf zum 15:10 (22.) ihrem neunten Sieg in Folge entgegenzusteuern.

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Zur Pause hatte der Gast schon 21 Gegentore kassiert, blieb aber dank seiner eigenen guten Wurfquote im Spiel. Und eine Umstellung auf 5:1-Deckung mit John Kintgen als Störfaktor zeigte Wirkung. Nach dem 27:24 (47.) nagelte Keeper Jonas Gollasch seinen Kasten über acht Minuten lang zu, was seine Vorderleute zum 27:30 nutzten.

Der vergebene Siebenmeter von Justus Nöggerath beim Stande von 31:31 schmerzte zwar, aber Carusos gelungener Einzelaktion sorgte dafür, Neheim am 18. April mit drei Punkten Vorsprung auf den zweiten Abstiegsplatz ins wichtige Heimspiel gegen Huckarde-Rahm gehen kann.

TVN: Gollasch, Liebig; S. Frohne (8), Koch (6), Nöggerath (6/1), Kintgen (4), Caruso (4), Klinkemeier (2), T. Frohne (1), Lahme (1), M. Pater.