Es lag etwas in der Luft im Briloner Rembe-Sportpark am Sonntag um 15.11 Uhr. Sophia Kloppenburg war auf der rechten Außenbahn auf die Reise geschickt worden. Der Angreiferin des Frauen-Westfalenligisten SV Thülen gelang es hervorragend, den Ball mitzunehmen und nach innen zu ziehen – und vor allem, cool zu bleiben. Schalkes Torfrau Sophia Kleinpas hatte den Winkel noch ein bisschen verkürzen können, das alles war Kloppenburg aber herzlich egal. Entschlossen vollendete sie mit rechts ins kurze Eck und besorgte das 1:1 für den SV Thülen, der den Schock des frühen 0:1-Rückstands (Alessandra Vogel, 6. Minute) damit ausgesprochen zügig überwunden hatte.
Das Spiel gegen Schalke im Re-Live:
Was – vor allem angesichts der 1:9 (1:3)-Packung am Ende – fast noch erstaunlicher war: Das 1:1 konnten die Sauerländerinnen über eine halbe Stunde lang halten und mussten nur wegen eines späten Schalker Doppelschlags (43./44.) mit 1:3 in die Kabine gehen. „Wir haben es gut gemacht. Wir haben überragend verteidigt und hatten einen guten Teamspirit“, lautete das Fazit von SVT-Trainer Dominique Heinke mit Blick auf Durchgang eins.
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Im Rembe-Sportpark ging es aus Sicht des Außenseiters dann jedoch dahin. Nur 42 Sekunden nach dem Seitenwechsel drückte Nathalie Bollmann den Ball aus kürzester Distanz über die Linie, nachdem Thülen-Keeperin Gesa-Marie Schulte den langen Ball von Dana Salic nicht hatte festhalten können.
Schalke dominiert nach der Pause und baut Führung deutlich aus
200 Zuschauer konnten nun fast den Eindruck haben, man habe den Grün-Weißen den Stecker gezogen, Nele Schmidt und Co. schraubten das Ergebnis nach und nach in die Höhe. Die Gegenwehr des Tabellenelften war nur noch phasenweise vorhanden, Schalke bekam bei Flanken und Hereingaben aus dem Halbfeld wenig Gegnerdruck und nutzte dies aus.
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Wie fühlt es sich dann an, wenn unterm Strich ein 1:9 steht? „Es ist verständlich, dass die Köpfe runtergehen und die Spielerinnen geknickt sind, wenn sie zuvor so eine überragende erste Halbzeit gespielt haben“, erklärte Heinke, war insgesamt aber zufrieden. „Darauf können wir aufbauen“, meinte der Trainerkollege von Sebastian Werth und sagte mit Blick auf den nächsten Gegner: „Da ist für uns etwas drin!“
Ich kann nur für mich sprechen. Aber ich bin ehrlich gesagt superfroh, wenn die endlich weg sind.
Gesa-Marie Schulte, Torhüterin des SV Thülen, über die immer wiederkehrenden ungleichen Duelle mit Dortmund und Schalke
Dieser nächste Gegner heißt nämlich Borussia Dortmund II. Und während dem SVT vor Wochenfrist ein 4:3-Sieg gegen die DJK GW Amelsbüren gelungen war, spielte die Reserve des BVB am Sonntag nur 4:4 gegen Amelsbüren. Dortmund, Schalke... wie viel Spaß macht das überhaupt, sich mit diesen „Riesen“ in der Westfalenliga zu messen? Zur Erinnerung: Schalke gewann in der bisherigen Saison 16 von 16 Spielen und hat nach dem Auftritt im HSK 113:8 Tore auf dem Konto. Vor einem Jahr marschierte die Erstvertretung der Borussia durch die höchste westfälische Spielklasse und stieg mit einem Punkteschnitt von 2,8 Zählern auf.

Die Frage nach Freude oder Frust, sie stellt sich vor allem natürlich für die Torfrau des Underdogs und in dieser Hinsicht sagte Gesa-Marie Schulte erstaunlich offen: „Ich kann nur für mich sprechen. Aber ich bin ehrlich gesagt superfroh, wenn die endlich weg sind.“ Gemeint waren die Revier-Rivalen S04 und BVB – und auch ihre Zweitvertretungen. Andererseits seien die Spiele gegen Schalke und Dortmund auch immer Saison-Highlights, nicht zuletzt wegen des großen Zuschauerzuspruchs.
Ein Hoch auf die Vereinsfamilie
Aber eigentlich würde die Fan-Unterstützung immer stimmen, sagte Schulte, vor allem auf dem eigenen Platz oben am „Thülener Scheid“, wo an diesem Wochenende witterungsbedingt ganz kurzfristig doch nicht gespielt werden konnte. „Dafür sind wir dankbar, das ist in der Westfalenliga im Vergleich zu anderen Gegner schon etwas Besonderes.“

Weder Trainer Heinke noch seine Spielerinnen gingen deshalb angesichts des 1:9 auch in Sack und Asche. „Das Ergebnis ist eigentlich gar nicht schmerzhaft. Wir haben in der ersten Halbzeit überragend gespielt und uns das gute Ergebnis zu dem Zeitpunkt verdient. Das 1:2 fällt aus abseitsverdächtiger Position, vielleicht pfeift der Schiedsrichter auch ab und es geht mit 1:1 in die Pause. Es ist keine Überraschung, dass wir so deutlich verlieren. Aber es ist schade um unsere erste Halbzeit“, fasste Gesa-Marie Schulte es schließlich zusammen.
So stand einem königsblauen Kantersieg auch so etwas wie eine königliche halbe Stunde des SV Thülen gegenüber.



































