Zusammenfassung

  • Der VfS Warstein führt die Bezirksliga mit drei Punkten Vorsprung vor dem TV Arnsberg an, beide Teams treffen am Samstag im Spitzenspiel aufeinander.
  • Trainer verschiedener Mannschaften schätzen die Partie als offen ein und sehen bei einem Warstein-Sieg eine Vorentscheidung im Titelrennen.
  • Trotz Favoritenrolle für Arnsberg auf heimischem Boden bleibt das Meisterschaftsrennen spannend bis zum letzten Spieltag.

Was für eine Konstellation: Wenn sich der TV Arnsberg und der VfS Warstein gegenüberstehen, ist das ohnehin in beiden Hallen jeweils das Saison-Highlight mit Rekord-Kulissen-Garantie. Aber am Samstag (20 Uhr) geht es in der Arnsberger Rundturnhalle nicht nur um die lokale Vorherrschaft, sondern um die Meisterschaft, denn der VfS führt die Bezirksliga-Tabelle mit drei Punkten-Vorsprung vor dem Erzrivalen an. 

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Da sich in den Vorspielen auch die Damenteams und „Oldies“ beide Clubs gegenüberstehen, zudem Kinder und Eltern einer Grundschule, bei der die Arnsberger vorübergehend den Sportunterricht mit Schwerpunkt Handball abgehalten haben, vor Ort sein werden, könnte es auf den Tribünen ein dichtes Gedränge geben. Es gab sogar Kartenanfragen vom vorjährigen Bezirksliga-Meister aus Brechten. Der TVA-Abteilungsleiter Fabian Niehaus hat aber auf Kartenvorverkauf verzichtet: „Wir kriegen gut und gerne 800 Zuschauer unter, da wird keiner draußen bleiben müssen.“ Wir haben uns bei einigen Trainerkollegen nach den sportlichen Perspektiven umgehört, die sich in einem Punkt einig sind: „Sollte der VfS gewinnen, ist das schon eine Vorentscheidung um Rennen um den Gruppensieg.“

Auf mich wirkt Warstein etwas reifer, hat aber auch einen recht dünnen Kader. Zudem ist dem Team zuletzt die Leichtigkeit verloren gegangen. Davon konnte ich mich als Zuschauer bei deren glücklichen Sieg in Herdecke überzeugen. 

Handball Ruhrgebiet/Südwestfalen - Männer Bezirksliga Mitte, Spielzeit 2025/26, TV Neheim - VfS 59 Warstein am 22. November 2025, Sporthalle Berliner Platz in Arnsberg (Neheim-Hüsten)
Alex Blech, Trainer des TV Neheim

Alex Blech, Coach des abstiegsbedrohten TV Neheim, hat nicht nur schon beide Matches gegen Warstein gespielt und daheim gegen Arnsberg ein 31:42 hinnehmen müssen, er war auch beim vom VfS mit 41:33 gegen Arnsberg gewonnenen Hinspiel vor Ort. Seine Einschätzung: „Auf mich wirkt Warstein etwas reifer, hat aber auch einen recht dünnen Kader. Zudem ist dem Team zuletzt die Leichtigkeit verloren gegangen. Davon konnte ich mich als Zuschauer bei deren glücklichen Sieg in Herdecke überzeugen. Der TVA ist breiter aufgestellt und hat ja zu Hause auch noch keinen Punkt abgegeben, ist deshalb für mich leichter Favorit, Warstein dürfte zwar im direkten Vergleich vorne bleiben, aber es könnte bis zum letzten Spieltag spannend bleiben, denn beide Teams haben noch knifflige Auswärtsspiele vor der Brust.“

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Dorian Gollor, Coach des Tabellenvierten SG Menden Wölfe II, hat mit seinem Team dem VfS die bislang einzige Niederlage beigefügt. Er würde sich freuen, wenn Arnsberg im Titelrennen bleibt, denn die Hönnestädter bestreiten ihr letztes Heimspiel Ende April ausgerechnet gegen den TVA. „Wir würden gerne das Zünglein an der Waage spielen, aber ich rechne damit, dass Warstein das Ding ziehen wird. Die Partie am Samstag ist völlig offen, beide Mannschaften spielen einen ähnlichen Stil und setzen auf hohes Tempo, da wird die Präzision im Abschluss entscheidend sein.“

Handball: Warstein - Arnsberg
Packendes Duell: Im Hinspiel unterliegt der TV Arnsberg dem VfS Warstein aber klar.© WP | Elmar Redemann

David Wolff, Trainer des Rangdritten HVE Villigst-Ergste II, hatte bis letzten Sonntag noch gute Titelchancen, weil die HVE ja daheim noch beide Konkurrenten empfängt. Durch die Heimschlappe gegen Herdecke/Ende II ist der Rückstand auf Warstein jedoch auf fünf Punkte angewachsen. „Wir wären letzte Saison fast abgestiegen und sind sehr froh über die positive Entwicklung, aber ein Aufstieg ist für uns kein Thema, wir würden sogar verzichten, wenn wir Erster wären“, überrascht Wolff mit einer Aussage, die im Hinblick auf die erste Mannschaft (aktuell Tabellenletzter der Oberliga) und schwache Trainingsbeteiligung nachvollziehbar wird. Seine Sympathien liegen klar beim TVA, „denn ich würde meinem alten Kumpel Alex Blanke zum Ausklang seiner Karriere sehr den Titel wünschen“, aber er rechnet eher damit, dass sich Warstein unabhängig vom Samstag-Ergebnis durchsetzen wird.

Villigst-Ergste II würde auf Aufstieg verzichten

Mathis Rapude, Coach des vor dem direkten Wiederabstieg stehenden Neulings SG Ruhrtal II, hat ja gerade erst eine 23:37-Packung in Warstein hinnehmen müssen. Auch er drückt dem TVA aufgrund seiner persönlichen Beziehungen und im Sinne eines spannenden Titelrennens die Daumen, sieht aber das Match am Samstag als völlig offen an und prognostiziert: „Wenn Warstein nicht verliert, werden die auch Meister, hätten dank ihrer starken Nachwuchsspieler auch eher die Chance, sich in der Verbandsliga zu behaupten.“

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Eine verblüffende Aussage kommt von Dennis Brenscheidt, dem Trainer des TVE Husen-Kurl, der ja Warstein einen Punkt abgeknöpft hat, letzten Samstag aber gegen Arnsberg klar mit 30:38 verlor. „Da waren wir grottenschlecht und zudem personell geschwächt. Arnsberg ist extrem konterstark, aber Warstein hat im gebundenen Spiel Vorteile, ist trotz seiner Jugend besser aufeinander abgestimmt und wird aus meiner Sicht unabhängig vom Derby-Ausgang Platz eins behaupten.“