Der letzte Hinrunden-Spieltag der Handball-Bezirksliga wurde für das heimische Trio zur Nullnummer. Musste man mit den Auswärtsniederlagen von Schlusslicht Ruhrtal II und Neheim rechnen, kam die zweite Saisonschlappe des bisherigen Spitzenreiters TV Arnsberg doch ziemlich überraschend und macht den Erzrivalen VfS Warstein, der den Rangdritten Villigst-Ergste II mit 34:32 bezwungen hatte, zum Herbstmeister.

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ASC Dortmund II – TV Arnsberg 27:26 (15:14). Was für ein unglücklicher Spielverlauf für die Arnsberger, die nur aufgrund einiger technischer Fehler und ungenauer Pässe, die zum Großteil auf die ungewohnte Harzbenutzung zurückzuführen waren, die ASC-Reserve im Spiel hielten. Schon in Durchgang eins hätte sich der Gast klar absetzen können, führte nach 14 Minuten auch mit 11:8, aber dann folgten Unkonzentriertheiten und vermeidbare Zeitstrafen. Fabienne Rüther sorgte zwar bei 4:6-Unterzahl für die 14:13-Führung, doch zur Pause lagen die Hausherren knapp vorn.

Drees stark, aber kein gutes Konterspiel

In Durchgang zwei ein ähnliches Bild. Der TVA blieb im Rennen, weil Keeper Johannes Drees überragend hielt, konnte aber zu selten sein gefürchtetes Konterspiel durchziehen, bekam ASC-Kreiskäufer Nico Kiese (9) nicht in den Griff und gestattete auch dem Halblinken Paul Kohlborn (7) zu viele Freiheiten. Leistungsträger wie Felix Stratenschulte und Kapitän Alex Blanke leisteten sich ungewohnte Abschlussmängel, schienen aber durch ihre Treffer zum 24:26 (56.) die Entscheidung zugunsten der Gäste herbeizuführen. Doch weit gefehlt: Die Dortmunder kamen, weil Rüther am Pfosten scheiterte und Blanke weit verzog, zum Ausgleich und gingen mit ihrem letzten Angriff sogar in Führung.

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War als Taktikfuchs gefragt: Jan Klute, Trainer des TV Arnsberg. © Max Friedrich | Max Friedrich

TVA-Coach Jan Klute nahm eine Auszeit und legte den finalen Spielzug fest. Der hatte auch den gewünschten Erfolg, denn Kreisläufer Kevin Erpelding holte einen Siebenmeter heraus. Jetzt lag es an Blanke, wenigstens einen Punkt zu sichern, doch er scheiterte zum zweiten Mal vom Punkt.

Mit 16:4-Punkten blicken wir trotzdem auf eine tolle Hinrunde. Im Moment tut die Niederlage enorm weh, aber wir werden das verkraften und im Januar wieder angreifen.

Jan Klute, TVA-Coach

Fassungslos mussten die Arnsberger zusehen, wie sich die Dortmunder jubelnd in den Armen lagen. Klute bemühte sich um eine sachliche Analyse: „Mit 16:4-Punkten blicken wir trotzdem auf eine tolle Hinrunde. Uns hat heute mit Phil Klömich und Oscar Assmann die rechte Seite gefehlt, deshalb musste ich einiges umstellen. Im Moment tut die Niederlage enorm weh, aber wir werden das verkraften und im Januar wieder angreifen.“

TVA: Wennmann (31. Drees); F. Rüther (8), Stratenschulte (4), Blanke (4/2), Erpelding (3), Schopper (3), Hesse (2), Tiemann (2), Geyer, Mevenkamp, Capristo.

Handball-Bezirksliga: TVN muss auf zweiten Auswärtssieg warten

TVE Husen-Kurl - TV Neheim 27:25 (15:9). Der TVN muss weiter auf seinen zweiten Auswärtssieg warten und geht mit 8:10-Punkten in die Winterpause, nach der am 17. Januar das Gastspiel beim neuen Spitzenreiter aus Warstein ansteht. Zu Beginn trumpften Justus Nöggerath und John Kintgen groß auf und hielten ihr Team im Rennen, doch nach dem 11:9 folgte eine lange Durstrecke, in der sich die von den Brüdern Robin (8) und Tim Albert (5) angeführten Dortmunder entscheidend auf 17:9 absetzen konnten. „Wir mussten auf Felix Pater und Sören Frohne verzichten und viel zu hart für unsere Tore arbeiten. Außerdem haben wir zu viele klare Chancen vergeben“, resümierte Trainer Alex Blech. Immerhin stimmte die Moral, zahlte sich die Umstellung auf Manndeckung in der Schlussphase aus, aber nach dem 26:19 (56.) kam die Aufholjagd zu spät.

Handball Ruhrgebiet/Südwestfalen - Männer Bezirksliga Mitte, Spielzeit 2025/26, TV Neheim - VfS 59 Warstein am 22. November 2025, Sporthalle Berliner Platz in Arnsberg (Neheim-Hüsten)
Ein bisschen fehlte zum Punktgewinn für Alex Blech und den TV Neheim in Dortmund.© Dietmar Reker | WP

TVN: Liebig, Funke; Nöggerath (9), Kintgen (7), Einspanier (4), Caruso (3), T. Frohne (1), Lahme (1), M. Pater, Hackmann, Spitthoff.

SC Huckarde-Rahm – SG Ruhrtal II 31:21 (16:11). Die Geschichte des Kellerduells ist rasch erzählt. Bis zum 8:8 hielt das heimische Schlusslicht mit, aber man merkte schon, dass Huckarde körperlich robuster zu Werke ging und deutlich mehr Dynamik aufs Parkett brachte. Auf Ruhrtaler Seite war es letztlich nur Tobias Tillmann, der die gegnerische Deckung beschäftigte. Die SGR-Abwehr hingegen war löchrig wie ein Schweizer Käse, was die durchaus überzeugend auftrumpfenden Hausherren locker zum dritten Saisonsieg nutzten. „Ohne gelernten Kreisläufer und mit einigen angeschlagenen Spielern ist bei uns nicht mehr drin“, nahm SGR-Coach Mathis Rapude die neunte Niederlage in Folge relativ gelassen hin.

SGR: S. Stoffels, Schäfer; Tillmann (9), Rapude (4/4), Steinke (3), Esser (3), Rosenberger (1), Kahlhöfer (1), Volmari, Be. Hannappel, G. Stoffels.