Die Bilder dieses historischen Tages im Februar 2022 sind mehr als präsent. „Wir fühlen uns, als wären wir betrunken“, erzählte Laura Nolte, Bobpilotin des BSC Winterberg, damals lachend. Bevor, während und nachdem die mittlerweile 26-Jährige und ihre Anschieberin Deborah Levi vom SC Potsdam ihre Goldmedaillen für den Sieg bei den Olympischen Winterspielen in China überreicht bekamen, alberten die jungen Damen herum wie kleine Kinder. Nolte möchte im Februar 2026 nicht nur ähnliche Bilder produzieren. Die bislang jüngste Olympiasiegerin im Zweierbob der Frauen will ihren Triumph sogar toppen. Wie das geht?

Winterberg: Machtdemonstration von Nolte/Levi

Das erklärte die mehrfache Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin an ihrer Heimbahn in Winterberg. In der Veltins-EisArena eröffneten die deutschen Bobs mit dem aus Winterberg stammenden Chef-Bundestrainer René Spies an diesem Montag die olympische Eiszeit. Die Winterspiele in Cortina d‘Ampezzo/Italien gehen vom 6. bis 22. Februar 2026 über die Bühne.

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„Es läuft alles nach Plan“, erzählte Nolte, deren Heimat Unna ist, die mittlerweile aber seit einigen Jahren in Frankfurt lebt und trainiert. Beim zurückliegenden Leistungstest in Oberhof waren Levi und sie das aktuell stärkste deutsche Team. Beide präsentierten sich im Vergleich zum Rest in einer anderen Liga. „Ich mag diese Wettkämpfe, um zu schauen, was ich drauf habe“, sagte Nolte. Ihre Konkurrentinnen Kim Kalicki und Lisa Buckwitz verzichteten allerdings ebenso wie die Top-Piloten Francesco Friedrich und Johannes Lochner auf Oberhof.

Es wäre ein Traum, wenn ich aus Cortina mit zwei Olympia-Medaillen abreisen könnte.

Laura Nolte, Bobpilotin des BSC Winterberg

Das harte Sommertraining unter Sprint-Bundestrainer David Korell trägt offenbar Früchte. Nun gilt es zudem, im Eiskanal die Fahrweise und das Material zu optimieren. „Insgesamt gibt man in dieser Saison überall nochmal zehn Prozent mehr“, erzählte die BSC-Pilotin und ergänzte: „Man will ja etwas erreichen.“

2er-Bob Frauen am 01. März 2024, IBSF Weltmeisterschaften Bob und Skeleton in Winterberg
Sie rasen wieder durch den Eiskanal: Laura Nolte (rechts), Bobpilotin des BSC Winterberg, mit ihrer Anschieberin Deborah Levi vom SC Potsdam.© Dietmar Reker | Dietmar Reker

Wie sie die bereits sehr erfolgreichen Winterspiele von Peking toppen kann? „Es wäre ein Traum, wenn ich aus Cortina mit zwei Olympia-Medaillen abreisen könnte“, antwortete die Sportsoldatin. Im Zweierbob sind Levi und sie das Top-Duo, welches die Konkurrenz auf dem Weg zu Gold schlagen muss. Im Monobob – sieht die Lage etwas anders aus.

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Auf den undankbaren vierten Platz fuhr Nolte in China. „Im Monobob ist die Konkurrenz sehr, sehr stark. Jede olympische Medaille ist nur schwer zu erreichen. Aber ich arbeite intensiv dafür“, sagte die in dieser Disziplin zweifache Weltmeisterin. Zwar werde ihre Technik am Start immer besser, aber den 165 Kilogramm schweren Schlitten muss Nolte eben alleine in den Eiskanal schieben.

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Im Zweierbob arbeitet hinter ihr Start-Rakete Deborah Levi wie eine Art Katapult. Dass sich an diesem Duo mit Blick auf die Olympischen Winterspiele etwas ändern wird, schließt Laura Nolte aus. „Das einzige, was dazwischen kommen könnte, wäre eine Verletzung. Ansonsten ergänzen wir uns einfach perfekt“, sagte die Pilotin.

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Sie und Levi sind bekanntlich nicht nur erfolgreiche Sport-Partner, sondern beste Freundinnen. „Wir verbringen die Winter zusammen auf dem Zimmer und wohnen beide in Frankfurt. Diese Freundschaft ist schon etwas Besonderes und wird gefühlt immer intensiver“, erzählte Laura Nolte. Die eine oder andere Pause im Weltcup werde Levi bekommen, „aber ich würde in einer Olympia-Saison keine neue Anschieberin ins Team nehmen“.

Winterberg: Weltcupplätze sind vergeben

Die drei Startplätze im Weltcup vergab Spies übrigens bereits an Nolte, Kalicki und Buckwitz. Eine Selektion gibt es lediglich für den Europacup und den Ersatzplatz, wenn eine Weltcup-Pilotin ausfällt.