Die lange Durststrecke in Derbys gegen den TV Neheim eindrucksvoll beendet und die Tabellenführung bewahrt: Die Bezirksliga-Handballer des TV Arnsberg verbrachten zur Freude ihrer Hundertschaft mitgereister Fans einen erfolgreichen Abend in der gut besetzten Sporthalle am Berliner Platz. Aufsteiger SG Ruhrtal II hingegen verlor das Kellerduell in Herdecke und ziert als einzige noch sieglose Mannschaft das Tabellenende.
Neheim hält eine Halbzeit mit
TV Neheim – TV Arnsberg 31:42 (17:19). Nur in der Anfangsphase kam der TVN mit seinem Konzept durch, wandelte dank variabler Rückraum-Aktionen und Freispielen von Rechtsaußen Gesualdo Caruso einen 1:3-Rückstand in ein 7:4 (12.) um. Mit der Einwechselung von Spielmacher Alex Blanke bekam das Angriffsspiel der Gäste aber deutlich mehr Struktur, er führte sich mit zwei Treffern und präziser Vorlage für den überragenden Linksaußen Felix Stratenschulte zum 7:7 optimal ein.
Die ohne Silas Eickel und Max Spitthoff angetretenen Neheimer trugen zwar weiterhin ihren Teil zu einer attraktiven und spannenden ersten Hälfte bei, aber das 12:11 durch Eric Einspanier sollte schon die letzte Führung gewesen sein. Der TVA erhöhte den Druck und hatte in Stratenschulte einen jede Abschlussgelegenheit eiskalt nutzenden Flügelflitzer, der mit seinen acht Treffern wesentlich zur 19:17-Pausenführung beitrug.
30 fantastische Fotos! TV Arnsberg holt Derbysieg in Neheim
Neheims Coach Alex Blech hoffte vergeblich, dass seine Schützlinge sich in der Abwehr steigern würden. „Wir haben nach eigenen Torerfolgen über die schnelle Mitte viel zu viele Treffer kassiert, die Umschaltbewegungen waren mangelhaft“, kritisierte Blech, wobei er den Einbruch in Halbzeit zwei keineswegs auf Kräfteverschleiß schieben wollte: „Meine Jungs haben gut trainiert und waren eigentlich fit, aber der Kopf hat irgendwie nicht mitgespielt.“

Die letzten 45 Minuten sind so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte. Wir haben dem Match mit unserem Tempospiel den Stempel aufgedrückt.
Jan Klute, Trainer des TV Arnsberg
Dass Justus Nöggerath angeschlagen war und die beiden Torhüter nur selten eine Hand an den Ball bekamen, spielte natürlich in die Karten der Arnsberger, die sich in einen wahren Torrausch steigerten und sogar einige spielerische Leckerbissen boten, wie ein Rückhand-Anspiel von Blanke an den zum 25:33 erhöhenden Len Rüther oder einen Kempa-Trick über Stratenschulte zum in den Kreis fliegenden und zum 28:40 erhöhenden Paul Geyer.
Ein Derby ohne Zeitstrafen
Fast wäre Stratenschulte noch ein Rückhand-Tor nach einem einen Tick zu weit geratenen Steilpass gelungen. Aber auch so war Coach Jan Klute hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Schützlinge: „Die letzten 45 Minuten sind so gelaufen, wie ich es mir erhofft hatte. Wir haben dem Match mit unserem Tempospiel den Stempel aufgedrückt“, sagte er. Besonders bemerkenswert: Der alleiniger Schiedsrichter Markus Schroder musste keine einzige Strafzeit verhängen.

TVN: Funke, Liebig; S. Frohne (7/1), Caruso (5), F. Pater (4), Kintgen (4), Einspanier (4), M. Pater (3), Nöggerath (3), Hackmann (1), T. Frohne.
TVA: Drees, Wennmann; Stratenschulte (14), Blanke (7/3), Geyer (6), Klömich (5), F. Rüther (4), L. Rüther (2), Erpelding (2), Capristo (1), Tiemann (1), Mevenkamp.
Ruhrtal chancenlos – Derby wartet
HSG Herdecke/Ende II – SG Ruhrtal II 33:24 (18:10). Die 3:1-Führung sollte sich für die Ruhrtaler als Momentaufnahme erweisen, denn sie hatten im weiteren Verlauf der ersten Hälfte erhebliche Probleme, sich klare Wurfchancen herauszuspielen. Herdecke drehte mit einem 6:0-Lauf das Match und zog bis zum Seitenwechsel auf acht Tore davon.

„Wir hatten zu viele Fehlpässe, was leichte Gegentore nach sich zog. Die zweite Hälfte war besser, aber wir konnten nicht verkürzen, weil fast alle zweiten Bälle beim Gegner landeten und wir reichlich Siebenmeter kassiert haben“, resümierte Trainer Mathis Rapude. Er ist froh über die Herbstpause und die lange Vorbereitungszeit für das schon letzte Heimspiel-Derby der Saison am 8. November gegen den TV Arnsberg.
SGR II: Schäfer (25. Stoffels); Tillmann (7), Steffen (5), Rosenberger (3), Volmari (3), Rapude (3/2), Steinke (2), Kahlhöfer (1), Bornemann, Bastian. und Benni Hannappel.





























