Kenan Karaman lächelte und hielt die kleine Kanone vorsichtig in den Händen. Der Schalke-Kapitän war auch in der Meisterschaftssaison der starke Rückhalt seiner Mannschaft. „Eigentlich müsste man ihm ein Denkmal bauen“, sagte Simon Terodde, inzwischen TV-Experte, über seinen ehemaligen Mitspieler. Das Karaman-Denkmal lässt noch auf sich warten. Dafür hatte der Ex-Schalker für das Sky-Interview etwas anderes im Gepäck: „Die große, kleine Torjägerkanone, die bringen wir dir mit.“ 40 Tore hat Karaman in seiner Zweitliga-Karriere für Schalke 04 geschossen. Vereinsrekord.

Beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Nürnberg, welches die befreundeten Fanlager schon im Vorfeld zu einer großen Party werden ließen, blieb Karaman ohne Treffer – und musste mit ansehen, wie die zuletzt so makellose Bilanz der Königsblauen im letzten Auswärtsspiel der Saison ins Wanken geriet.

Auch interessant

15.000 Schalke-Fans feiern auch nach der Niederlage weiter

Nachdem am vergangenen Wochenende der Aufstieg und die Meisterschaft klar gemacht worden waren, verabschiedeten sich die Schalker Profis in eine dreitägige Partyauszeit nach Ibiza. Beim Auswärtsspiel in Nürnberg setzte es wenige Tage später eine 0:3 (0:2)-Niederlage. Die Folgen des mutmaßlich nicht nur alkoholfreien Ausflugs? „Ich würde es gar nicht auf die Ibiza-Reise festlegen. Natürlich sieht das jetzt so aus, aber wir haben hier heute einfach kein gutes Spiel gemacht“, analysierte der Kapitän den Auftritt seiner Mannschaft. Gefeiert wurden er und seine Mitspieler nach dem Abpfiff dennoch von den mutmaßlich 15.000 mitgereisten Schalke‑Fans.

Entsprechend milde fiel auch das Urteil von Trainer Miron Muslic aus, der zugab, dass der gemeinsame Ibiza-Ausflug nicht unbedingt förderlich gewesen sei: „Naja, da ist sicherlich was dran. Aber was wir vorher geleistet haben, war unglaublich.“ Entsprechend sei es „nicht egal. Das ist es nie, weil wir Sportsmänner sind und dieses Spiel gewinnen wollten.“ Deshalb werde das Team beim letzten Heimspiel der Saison „wieder wie ein Meister“ auftreten.