Arm in Arm standen die Spieler des FC Schalke 04 vor der Fankurve. Sie hatten die letzten Energiereserven noch einmal zusammengekratzt für den Weg zu den 3000 Fans, nachdem sie kurz zuvor müde, erschöpft, komplett erledigt auf den Rasen der Schüco-Arena gesunken waren. „Königsblauer S04“ stimmten die Anhänger an und schunkelten. Mit Glück, Geschick und einem hervorragenden Torhüter Loris Karius zwischen den Pfosten hatten die Schalker bei Arminia Bielefeld einen schmeichelhaften 2:1 (2:0)-Erfolg über die Zeit gerettet. Und nach acht Spielen verzückt der Blick auf die Tabelle alle, die S04 die Daumen drücken: Schalke steht auf dem zweiten Platz.
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Doch das Spiel war so knapp, dass niemand das Wort Aufstieg in den Mund nehmen wollte. Nicht einmal für die Perspektive Aufstiegskampf waren die Schalker Spieler zu haben. „Für mich ist es eine schöne Momentaufnahme“, sagte Christopher Antwi-Adjei, „in der vergangenen Saison hätten wir so ein Spiel vielleicht nicht gezogen.“ Adrian Gantenbein erklärte: „Wenn wir am 30. Spieltag oben mitspielen, wäre der Satz, wir schauen von Spiel zu Spiel, falsch. Aber nicht am achten Spieltag.“ Auch Abwehrchef Nikola Katic ließ sich nicht hinreißen: „Wir sind erst im Oktober und reden nicht über den Aufstieg.“
Schalke-Trainer Muslic: „Es war glücklich heute“
Diese Zurückhaltung war auch einem Spiel geschuldet, das für die Schalker 25 Minuten lang perfekt lief, dann aber noch fast schief gegangen wäre. So fasste auch Trainer Miron Muslic das Spiel zusammen. „Es war glücklich heute. Wir wissen, dass sich das im Laufe einer Saison wieder ausgleichen wird“, sagte Muslic. „Aber was die Mentalität betrifft, war das nachhaltig. Das wird uns helfen.“ Der enttäuschte Bielefelder Trainer Mitch Kniat schaute Muslic danach an, wünschte einen schönen Abend und sagte: „Miron, dreckige Siege sind doch immer die schönsten Siege.“

Die Schalker begannen das Spiel vor 26.400 Zuschauern auf der ausverkauften und gleichzeitig sehr stimmungsvollen Alm hervorragend. Das Pressingverhalten stimmte, zielstrebige Kombinationen nach vorn gelangen und schnell fielen zwei Tore. In der elften Minute nutzte Antwi-Adjei einen Blackout des Bielefelder Torhüters Jonas Kersken, dem ein Pass nach vorn misslungen war. „Ich habe in dieser Szene spekuliert und stand goldrichtig“, freute sich Antwi-Adjei. Acht Minuten später erhöhte Hasan Kurucay im Anstoß an eine Antwi-Adjei-Ecke auf 2:0. Weitere Abschlüsse von Antwi-Adjei (1./28.) und Moussa Sylla (6.) verfehlten das Ziel, waren aber weitere Beispiele für überlegene Schalker.
Doch die Arminia steht dafür, niemals aufzugeben, so aussichtslos das Spiel auch laufen mag. Und die erste ruhige Schalker Phase nutzten die Bielefelder direkt zu einer Offensive und zu einer Doppelchance innerhalb von 120 Sekunden. Zunächst kratzte Gantenbein einen Heber von Monju Momulah per Flugkopfball von der Torlinie (34.) – wenn es einen Preis für die „Rettungstat des Monats“ geben würde, Gantenbein hätte ihn sicher. Zwei Minuten später lief Marius Wörl allein aufs Tor zu, ließ sich den Ball von Karius aber vom Fuß nehmen.

Auch die Halbzeitpause änderte nichts am Spielverlauf. Die Arminia verkürzte durch ein Kopfballtor von Maximilian Großer auf 1:2 (49.) und drängte auf den Ausgleich. Sie kam am Ende auf 70 Prozent Ballbesitz, elf Torschüsse, erarbeitete sich sechs Ecken und zwei Freistöße an der Strafraumgrenze, der Ball flog im Minutentakt von links und rechts in den Strafraum. Doch Schalkes Deckung hielt. Torwart Karius wehrte Schüsse von Isaiah Young (47.) und Großer (51.) ab, war bei Flanken bärenstark. Und immer wieder grätschten die Schalker in die Bielefelder Schussversuche hinein.
Schalke-Abwehrchef Katic hilft Joel Grodowski
Nach sieben Minuten Nachspielzeit hatten sie es geschafft und feierten die nächste große Party in der Kurve – ihnen war der dritte Auswärtssieg in Folge gelungen. Immer noch haben sie die beste Abwehr der Liga. Doch bei aller Intensität nach einem wilden Fußball-Nachmittag stand nach dem Abpfiff auch eine Szene im Blickpunkt, die nichts mit Toren und Chancen zu tun hatte.
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Nach einem Zusammenprall mit Loris Karius war der Bielefelder Joel Grodowski k. o. gegangen und für wenige Augenblicke bewusstlos. Schalke-Abwehrchef Katic schaltete schnell, legte Grodowski in die stabile Seitenlage, schaute danach, ob er die Zunge verschluckt hatte. „Natürlich geht es im Fußball darum zu gewinnen, aber das Wichtigste ist, dass alle gesund bleiben, denn es gibt auch ein Leben außerhalb des Fußballplatzes“, sagte Katic.










