
Das neue Fußball-Jahr stürmte so rasant los wie diese „Elli“, über die ganz Deutschland in diesen Januar-Tagen redet. Seit Donnerstag fegt das frostige Wetter-Tief vor allem im Norden und Osten der Bundesrepublik umher, bringt Eiseskälte, Schneemassen und Verkehrschaos. Und sie machte auch vor der Bundesliga nicht halt – zumindest an diesem Freitagabend mal im übertragenen Sinne.
Denn der Deutsche-Bank-Park in Hessen war zwar vom Blitzwintereinschlag verschont geblieben, doch dafür heizten Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt mit ihrem packenden Duell den Re-Start des deutschen Profi-Fußballs mächtig ein. Der endete mit einem irren Endspurt in der Nachspielzeit, als zunächst Ex-Dortmunder Mo Dahoud (90.+2) zum 3:2 traf und Carney Chukwuemeka in allerletzter Minute zum 3:3 (1:1)-Endstand.
Blitzstart für Borussia Dortmund - zwei Führungen reichen aber nicht
Maximilian Beier hatte den BVB gleich nach zehn Minuten in Führung (10.) gebracht, Can Uzun (20.) glich verdient für die Eintracht per Foulelfmeter aus. Felix Nmecha besorgte das zwischenzeitliche 2:1 (68.), das Younes Ebnoutalib (71.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor im Gegenzug erneut egalisierte. Es war eine intensive Partie ohne Atempausen, in dem der Pott-Klub einmal mehr ärgern musste, zwei Führungen verspielt zu haben, doch mit dem rasanten 3:3 am Ende leben konnte.
Dortmund hatte ja zuvor die beste Weihnachtsbilanz seit sieben Jahren in der Pause vorzuweisen, doch büßt durch die Punkteteilung Boden auf der Mission Vizemeister hinter dem dominierenden FC Bayern München ein. Im Trainingslager im milden Marbella im Süden Spaniens wollte die Mannschaft an offensiven Abläufen gearbeitet haben, nachdem es in der Hinrunde zunehmend (auch interne) Kritik am Spielstil von Niko Kovac gegeben hatte. Nun ja, die Ausbeute vieler Chancen blieb an diesem Abend trotz drei Treffern ausbaufähig, obwohl es so vielversprechend begann – mit einem Angriff wie aus dem kovacschen Lehrbuch.
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Nico Schlotterbeck schlug einen seiner begnadeten Bälle auf die rechte Seite, auf der Julian Ryerson Zeit hatte und präzise in die Mitte flankte. Schlitzohrig hielt dort Beier den linken Fuß hin und ließ Frankfurts Torwart-Rückkehrer Kaua Santos keine Chance (10.). Es war der perfekte Start ins neue Jahr für den BVB, bis Schiedsrichter Schlager weitere zehn Minuten später plötzlich auf den Elfmeterpunkt zeigte.

Knapp zehn Wochen war es erst her, dass sich beide Mannschaften einen Strafstoß-Showdown im DFB Pokal lieferten, als Gregor Kobel für die Borussia zum Helden wurde und in die nächste Runde hielt. Nun kam es wieder zum Nervenduell. Der in dieser Saison oft glücklose Stürmer Serhou Guirassy hatte nach einem langen Einwurf Robin Koch gegen das Knie getreten, was der Unparteiische sofort erkannte.
Mitreißende Partie mit Chancen auf beiden Seiten
Uzun trat zum fälligen Strafstoß an und verlud Kobel eiskalt wie die Temperaturen – 1:1. Der Schweizer hatte erst am Freitag kurzfristig Grünes Licht für seinen Einsatz gegeben, nachdem er am Mittwoch vorzeitig aus Krankheitsgründen aus Marbella abgereist war. Er hielt zuvor bereits einen Schuss von Uzun stark (17.), einen strammen Versuch von Ansgar Knauff fest (18.). Und im weiteren Verlauf noch ein paar weitere Male.
Denn: Es ging hin und her und beide Mannschaften schonten sich nicht. Im Gegenteil: Niklas Süle räumte Knauff an der Außenlinie ab, auf der anderen Seite mähte der belgische Verteidiger Arthur Theate Felix Nmecha kompromisslos um. Im zweiten Durchgang ging es genauso weiter – mit noch mehr Chancen.
Felix Nmechas abgefälschter Schuss von Hugo Larsson Ball wurde länger und länger und länger. Santos streckte sich, doch musste schauen, wie er vom Pfosten ins Netz trudelte. Der BVB-Star Nmecha drehte zum Jubeln ab vor den Gästeblock und feierte ausgelassen das 2:1 (68.), doch Frankfurt schlug sofort zurück. Sturm-Neuzugang Younes Ebnoutalib, mit der Empfehlung aus zwölf Toren von Zweitligist SV Elversberg in seine Heimatstadt gewechselt, traf in seinem ersten Bundesliga-Spiel zum 2:2-Ausgleich (71.).

Kovac reagierte und brachte Karim Adeyemi, auch Fabio Silva war für Guirassy schon auf dem Platz. Brown rettete nach Svenssons Flanke und Santos‘ Unsicherheit noch einmal kurz vor der Linie vor dem dritten Frankfurter Einschlag. Und dann der Showdown: Schlotterbeck scheiterte in der Schlussminute an der Latte, Dahouds Schuss vom Strafraumeck schlug mit Hilfe des Lattenkreuzes im Tor ein - 3:2. Doch schlug Dortmund noch zurück durch Chukweumeka, was für ein Wahnsinn.




