Am Mittwoch geht es für Borussia Dortmund in der Königsklasse gegen Manchester City. Beide Mannschaften haben sieben Punkte in der aktuellen Champions-League-Saison, mit einem Sieg könnte sich die jeweilige Mannschaft an der Spitze festsetzen. Wir blicken auf die Vorzeichen dieser Partie.

Torwart: Donnarumma gegen Kobel

Beide Torhüter gehören zu den besten der Welt. Donnarumma hat in der vergangenen Saison mit Paris Saint-Germain die Champions League gewonnen und die Jaschin-Trophäe des besten Torhüters erhalten. Kobel und Donnarumma haben rund 40 Spiele in der Champions League absolviert, sind gleich groß und auf ihrer Position nahezu konkurrenzlos - ein Duell auf Augenhöhe.

Gregor Kobel (Mitte) muss sich gegen Gianluigi Donnarumma nicht verstecken, beide Torhüter gehören zur Weltspitze.
Gregor Kobel (Mitte) muss sich gegen Gianluigi Donnarumma nicht verstecken, beide Torhüter gehören zur Weltspitze.© Marcel Engelbrecht/firo Sportphoto | Marcel Engelbrecht

Abwehr: Dortmunder Dreierkette trifft auf Guardiolas Viererkette

Dortmund wird voraussichtlich mit einer Dreierkette spielen. Die wichtigste Frage wird sein, ob Nico Schlotterbeck rechzeitig fit wird. Neben ihm dürfte einmal mehr Waldemar Anton auflaufen, und Ramy Bensebaini hätte aufgrund seiner Erfahrung wohl die Nase vorn gegenüber Aaron Anselmino. Daniel Svensson und Julian Ryerson dürften wie gewohnt die Flügel sichern. Pep Guardiola setzt bei den „Skyblues“ auf eine Viererkette: In der Innenverteidigung sind aktuell Gvardiol und Rúben Dias gesetzt, Nunes spielt über rechts und Youngster Nico O‘Reilly über links. Die Engländer eine tolle Mischung aus Erfahrung und Talent vorzuweisen. Vorteil: City.

Für Dortmund ist die wichtigste Frage, ob Nico Schlotterbeck fit ist für 90 Minuten.
Für Dortmund ist die wichtigste Frage, ob Nico Schlotterbeck fit ist für 90 Minuten.© Ralf Ibing /firo Sportphoto | Ralf Ibing

Mittelfeld: Erfahrene Skyblues gegen junge Dortmunder

Beim zehnmaligen englischen Meister werden Reijnders oder der nach langer Verletzungspause zurückgekehrte Rodri auf der Sechs spielen. Davor agieren Bernardo Silva und Phil Foden, über die Flügel kommen Doku und Savinho. Bei Dortmund spielenSabitzer und Bellingham im zentralen Mittelfeld. Alternativ könnte Kovac auch auf Brandt, Groß oder Nmecha setzen. Auf dem Flügel könnte Adeyemi beginnen, dazu entweder Brandt oder Chukwuemeka hinter der Spitze. So oder so: Nach individueller Qualität kann das Dortmunder Mittelfeld auf dem Papier nicht mit dem City-Zentrum mithalten.

Bei Jobe Bellingham war zuletzt eine Leistungssteigerung zu erkennen.
Bei Jobe Bellingham war zuletzt eine Leistungssteigerung zu erkennen.© Marcel Engelbrecht/firo Sportphoto | Marcel Engelbrecht

Sturm: Erling Haaland gegen Serhou Guirassy

Dass Guirassy zu den gefährlichsten Stürmern in Europa zählt, hat er hinlänglich bewiesen. Zuletzt lief es allerdings nicht ganz so rund: Wettbewerbsübergreifend hat der Dortmunder sieben Treffer erzielt – sein Gegenüber Haaland steht bei deren 13 in der Premier League. Der Ex-Dortmunder befindet sich in hervorragender Verfassung, und das gesamte Spiel von Manchester City ist auf ihn zugeschnitten.

Serhou Guirassy konnte noch nicht seine Form aus letzter Saison abrufen.
Serhou Guirassy konnte noch nicht seine Form aus letzter Saison abrufen. © Marcel Engelbrecht/firo Sportphoto | Marcel Engelbrecht

Borussia Dortmund gegen Manchester City: Auf diese direkten Duelle kommt es an

Im direkten Vergleich sieht es also nicht so gut aus für die Dortmunder, auf fast allen Positionen scheinen Skyblues besser besetzt, Manchester City hat aber mit 1,2 Milliarden Euro einen etwa doppelt so teuren Kader als die Dortmunder. Und trotzdem ist der BVB sicher nicht chancenlos.

Das wichtigste zuerst: Haaland ist mit großem Abstand der wichtigste Spieler der Skyblues. In der Champions League hat der Norweger vier der sechs Tore seiner Mannschaft geschossen, in der Liga 13 von 20. Wenn der Stürmer aus dem Spiel genommen werden kann, gerät die Mannschaft aus Manchester unter Druck. Deshalb ist eine Rückkehr von Schlotterbeck so wichtig, der Innenverteidiger bringt die nötige Robustheit mit, um es mit den Ex-Dortmunder aufzunehmen. Alleine wird es aber schwer, deswegen wird es mithilfe von Anton auf ein zwei gegen eins hinauslaufen. Wie es geht, hat Aston Villa im vorletzten Ligaspiel gezeigt: City unterlag mit 0:1.

Haaland muss gefüttert werden: Das Mittelfeld als Motor

Haaland braucht gute Flanken oder Bälle in die Spitze, um seine Stärken auspielen zu können. Ein Fokus muss auf Jeremy Doku gelegt werden, der in seiner Mannschaft die meisten Assists verzeichnet. Der pfeilschnelle Belgier ist enorm dribbelstark, meistens läuft er den linken Flügel komplett runter und zieht dann nach innen. Damit ist sein Gegenspieler Ryerson, der in den letzten Spieltagen nicht immer überzeugen konnte. Gegen Doku wird der Norweger ordentlich zu tun haben, ein Moment der Unachtsamkeit reicht, und Doku dribbelt sich vorbei.

Unaufhaltsam: City-Star Erling Haaland (rechts) in Aktion.
Unaufhaltsam: City-Star Erling Haaland (rechts) in Aktion.© AFP | PAUL ELLIS

Ansonsten werden Silva, Reijnders und Foden durch das Zentrum versuchen Steilpässe aus Haaland zu spielen. Dortmund muss im Mittelfeld kompakt stehen, physisch starke Spieler wie Nmecha oder Groß könnten vom Vorteil sein, da die City-Spieler im Mittelfeld eher agil als robust sind.

Der BVB kann eine Schwäche von Manchester City ausnutzen

Gianluigi Donnarumma wollte vor dem 1:1 im vergangenen Spiel gegen Bournemouth einen Eckball klären, traf den Ball aber nicht richtig. Dieser landete direkt vor den Füßen des Torschützen Adams. Donnarumma schwächelt immer wieder bei Eckbällen und Flanken: Mal verschätzt er sich beim Greifen oder Fäusten, mal ist sein Positionsspiel fehlerhaft. Der BVB muss also vor allem die Standards nutzen.

Wenn Pep Guardiola keine Änderung vornimmt, wird Jungstar O‘Reilly gegen Adeyemi antreten. Den Dortmunder Sprinter muss der noch unerfahrene Verteidiger erst einmal in den Griff bekommen. Auch von Außenverteidiger Ryerson gehen immer wieder gefährliche Hereingaben aus.