Zusammenfassung
- Bei der Fußball-WM 2026 werden mehrere Topstars nicht zu sehen sein.
- Die Gründe: Scheitern in der Qualifikation, Verletzungen und Nichtnominierungen.
- Prominente Namen wie Lennart, Karl. Serge Gnabry oder Robert Lewandowski verpassen das Turnier.
Seit Ende März herrscht Gewissheit. Nach den Play-off-Duellen standen alle 48 Teilnehmer der Weltmeisterschaft 2026 fest – und ebenso ist seitdem klar, welche Nationen das Großturnier in den USA, Kanada und Mexiko verpassen werden. Es hat auch Nationalmannschaften getroffen, die prägende oder aufstrebende Spieler des Weltfußballs in ihren Reihen haben. Eine Übersicht.
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Lennart Karl
Der jüngste Neuzugang der WM-Pechvögel. „Es sieht leider nicht gut aus“, sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann am Freitag Turnierstart über Lennart Karl. Wenige Stunden später hatte Fußball-Deutschland traurige Gewissheit: Der Hoffnungsträger zog sich im DFB-Training in Chicago einen Muskelbündelriss zu und verpasst die WM. Damit muss die deutsche Mannschaft den nächsten bitteren Ausfall in der Offensive verkraften, nachdem sich im Vorfeld des Turniers mit Serge Gnabry ein weiterer Profi des FC Bayern verletzt für das Turnier abmelden musste. „Es tut einfach unbeschreiblich weh“, schrieb Karl auf seiner Instagram-Seite, als er alleine die Heimreise antrat.

João Pedro, Richarlison, Savinho
Die Brasilianer hatten noch nie größere Probleme, einen schlagkräftigen Kader für Großturniere zusammenzukriegen – auch nicht in diesem Jahr. Leidtragende des Überangebots sind drei prominente Sambakicker, die ihr Geld in der Premier League verdienen. Tottenhams Richarlison gehört mit seinen 54 Länderspielen seit Jahren zum Inventar der Seleção, bekam aber kein WM-Ticket von Nationaltrainer Carlo Ancelotti. Dieses Schicksal teilt er mit Chelseas 20-Tore-Stürmer (Marktwert bei Transfermarkt.de: 75 Millionen Euro) und Flügelflitzer Savinho (40 Millionen Euro) von Manchester City. Wohl dem, der auf solche Spieler verzichten kann.

Eduardo Camavinga
Hinter Eduardo Camavinga liegen harte Wochen. Im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Bayern fing sich der französische Mittelfeldspieler von Real Madrid einen extrem ärgerlichen Platzverweis ein, weil er den Ball nicht freigab – ein Bärendienst für die Königlichen, die kurz darauf den Königsklassen-K.o. kassierten. Jetzt der nächste bittere Rückschlag für den 23-Jährigen: Frankreich-Trainer Didier Deschamps verzichtete in seinem Aufgebot auf Camavinga – zu stark die Konkurrenz im Mittelfeld der Équipe Tricolore.

Xavi Simons
Zwei Jahre wirbelte Xavi Simons für RB Leipzig in der Bundesliga, sammelte in 78 Spielen für die Sachsen 46 Torbeteiligungen. Sogar beim FC Bayern wurde der 23 Jahre alte Niederländer (34 Länderspiele) gehandelt, stattdessen zog es den Senkrechtstarter der EM 2024 im vergangenen Sommer für stolze 65 Millionen Euro auf die Insel zu Tottenham Hotspur. In der Premier League wollte Xavi den letzten Schritt zum Topstar machen. Da gibt es nur ein Problem: seine Mannschaft. Der Champions-League-Finalist von 2019 spielt eine Katastrophen-Saison und ist als 18. der Tabelle akut abstiegsgefährdet. Jetzt hat sich Xavi auch noch bei einem Dribbling das Kreuzband gerissen, fällt über Monate aus und steht damit Oranje bei der WM nicht zur Verfügung. „Ich bin am Boden zerstört. Nichts davon ergibt einen Sinn“, schrieb der Pechvogel bei Instagram.

Serge Gnabry
Der Traum von der WM „ist für mich leider vorbei“, schrieb Serge Gnabry bei Instagram: „Wie der Rest des Landes werde ich die Jungs von zu Hause aus unterstützen.“ Auch die deutsche Nationalmannschaft muss einen bitteren WM-Ausfall verkraften. Der Offensivspieler des FC Bayern war in den vergangenen Monaten in bestechender Form und hätte auch beim Großturnier in Nordamerika eine wichtige Rolle einnehmen können. Doch daraus wird nichts, Gnabry zog sich einen Ausriss der Adduktoren zu und wird nicht rechtzeitig fit sein. „Eine ganz bittere Nachricht“, kommentierte Bundestrainer Julian Nagelsmann das WM-Aus des 30-jährigen Bayern-Profis.

Robert Lewandowski
Im Vereinsfußball hat Robert Lewandowski so gut wie alles erreicht. Seine Titelsammlung reicht weit in den zweistelligen Bereich hinein und beinhaltet zahlreiche Meisterschaften in Deutschland und Spanien, Pokalsiege, Torjägerkanonen und sogar die Champions League. Der 37-Jährige zählt zu den besten Stürmern seiner Generation. In der Nationalmannschaft verlief Lewandowskis Karriere deutlich blasser. Und durch die Play-off-Niederlage der Polen gegen Schweden hat Lewandowski die Chance verpasst, eine dritte Weltmeisterschaft zu spielen (nach 2018 und 2022) und dort mit seinem Heimatland einen (Achtungs-)Erfolg zu landen. Eine weitere Chance wird Lewandowski angesichts seines Alters wohl nicht erhalten, zumal er zuletzt bereits seinen Rücktritt andeutete. Seine persönliche Bilanz im Trikot der „Kadra“ ist dennoch beeindruckend: Lewandowski ist Rekordnationalspieler (165 Einsätze) und -torschütze (89 Treffer).

Gianluigi Donnarumma, Nicolo Barella, Alessandro Bastoni
Gianluigi Donnarumma gehört seit Jahren zu den besten Torhütern weltweit, Nicolo Barella und Alessandro Bastoni zählen ebenfalls zur europäischen Fußball-Elite. Dennoch sind die drei Italiener ohne jegliche WM-Erfahrung. Daran wird sich in diesem Sommer nichts ändern. Zum dritten Mal in Serie verpasste die „Squadra Azzurra“ die Teilnahme – eine Schande für den viermaligen Weltmeister. Das Aus im Play-off-Finale gegen Bosnien konnte ManCity-Keeper Donnarumma und Inter-Star Barella nicht verhindern. Und Bastoni (ebenfalls Inter Mailand) war durch seinen Platzverweis in der ersten Halbzeit einer der Hauptverantwortlichen für die erneute Schmach.

Dominik Szoboszlai
Sein begnadeter rechter Fuß hat Dominik Szoboszlai eine wichtige Rolle im Mittelfeld des FC Liverpool und einen Marktwert von 100 Millionen Euro eingebracht (laut transfermarkt.de). Damit ist der 25-Jährige der wertvollste Spieler, der das Turnier im Sommer verpassen wird. Ungarn scheiterte in der Quali-Gruppenphase. Neben Kapitän Szoboszlai muss auch sein Liverpooler Teamkollege Milos Kerkez bei der WM zuschauen.
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Khvicha Kvaratskhelia
Es ist das Schicksal, das auch Stars vergangener Tage wie Ryan Giggs, Gareth Bale oder George Weah kennen. Obwohl sie zu den Besten zählen, konnten sie sich nie für eine WM qualifizieren, da ihre Nationalteams zu schwach waren. Das betrifft auch Kvaratskhelia, der mit Paris Saint-Germain in der Vorsaison die Champions League gewann – aber mit seinem Heimatland Georgien keine relevante Rolle spielt, auch wenn sie bei der EM 2024 überraschen konnten. Nur ein Sieg in der WM-Quali war zu wenig, um die erste Teilnahme überhaupt zu feiern.

Rodrygo

Diese Nachricht war eine Hiobsbotschaft für die brasilianische Nationalmannschaft – und „einer der schlimmsten Tage“ im Leben von Rodrygo. Mit diesen Worten reagierte der 25-jährige Angreifer von Real Madrid auf die Kreuzbandverletzung, die er sich Anfang März einhandelte. Danach war klar, dass die WM mit Brasilien für Rodrygo gelaufen ist. Er wird mindestens bis zum Spätsommer ausfallen, und damit fehlt der „Selecao“ ein wichtiger Offensivspieler, der in der jüngeren Vergangenheit einen Stammplatz sicher hatte.
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Jan Oblak und Benjamin Sesko

Mit Oblak hat Slowenien einen Rückhalt von Topformat zwischen den Pfosten stehen. Das allein reichte aber nicht für die erste WM-Teilnahme des Balkanstaats seit 2010. Der Torhüter von Atlético Madrid scheiterte mit seinem Land in der Quali-Runde. Davon ist neben dem 33-Jährigen auch Benjamin Sesko betroffen. Der Stürmer von Manchester United blieb in der Quali torlos und verpasste die letzten beiden Spieltage verletzt.
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Victor Osimhen und Ademola Lookman

Auf dem Papier zählt Nigerias Aufgebot zu den stärksten in Afrika. 209 Millionen Euro ist der Kader wert, mehr als die Hälfte der Summe fällt auf Victor Osimhen (75 Mio.) und Ademola Lookman (55 Mio.). Trotz der Topspieler von Galatasaray Istanbul und Atlético Madrid und weiterer Akteure von internationalem Format verpasste Nigeria das WM-Ticket. Die Westafrikaner scheiterten in den Play-offs an DR Kongo. Sie fehlen zum zweiten Mal in Serie im Teilnehmerfeld, nachdem sie zuvor regelmäßig mit dabei waren.






