Wer immer schon mal Vancouver, Los Angeles oder Monterrey besuchen und dabei auch noch ein Fußballspiel verfolgen wollte, erhält im Sommer 2026 die Möglichkeit dazu: Die 23. Fußball-Weltmeisterschaft wird am 11. Juni mit dem Spiel zwischen Mexiko und Südafrika im legendären Aztekenstadion in Mexiko-Stadt eröffnet. Kurios: Bereits bei der WM 2010 in Südafrika hatten die beiden Nationen das Auftaktspiel bestritten, nun kommt es also zur Neuauflage.

Insgesamt 48 Mannschaften nehmen am XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada teil – und das Teilnehmerfeld ist mit 42 qualifizierten Teams fast vollständig. Die restlichen sechs Mannschaften werden bei den Play-offs und beim WM-Play-off-Turnier im März ermittelt. Eine Übersicht über alle Neuerungen bei diesem Turnier.

Azteca Stadium in Mexico City, Mexiko
Das Aztekenstadion in Mexiko-Stadt. Dort findet das Eröffnungsspiel der WM 2026 statt.© FIFA | Press Office

Wann wird die Weltmeisterschaft 2026 ausgetragen?

Die Weltmeisterschaft wird vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in 16 verschiedenen Stadien ausgetragen. Das Eröffnungsspiel steigt in Mexiko-Stadt, das Finale wird im MetLife Stadium in New Jersey vor den Toren New Yorks stattfinden. Dort werden über 80.000 Fans erwartet. Die meisten der insgesamt 104 Spiele, nämlich neun Partien der Endrunde, werden in Texas absolviert.

Gegen wen hat sich Nordamerika im Bewerbungsverfahren durchgesetzt?

Die drei nordamerikanischen Länder hatten sich gemeinsam als Gastgeber beworben und den Zuschlag der FIFA erhalten. Bereits 2018 wurden die USA, Mexiko und Kanada für die Austragung des bedeutendsten Fußballturniers auserkoren. Zum ersten Mal findet eine WM somit in drei Ländern statt. Der Konkurrent bei der finalen Abstimmung war Marokko.

Die Mehrheit der FIFA-Mitgliedsverbände stimmte am 13. Juni 2018 gegen Marokko und für das Drei-Länder-Turnier. Trotzdem findet 2026 mit dem Afrika-Cup ein großes Turnier in Marokko statt. Dazu fungiert Marokko bei der WM 2030, neben Portugal und Spanien, als Hauptgastgeber.

Auch interessant

Wie verändert sich der Modus?

Die größte Änderung ist der Anstieg der teilnehmenden Mannschaften von 32 auf 48. Insgesamt werden somit 104 und nicht wie bislang üblich 64 Spiele ausgetragen. Das liegt auch daran, dass es zusätzlich zum normalen K.o.-Modus noch ein Sechzehntelfinale gibt. In dieser Zwischenrunde kämpfen dann 32 Mannschaften um die 16 Tickets für das Achtelfinale.

Außerdem werden die Schiedsrichter die Partien pro Halbzeit nach 22 Minuten für eine dreiminütige Trinkpause unterbrechen. Die FIFA begründet dies mit den hohen Temperaturen im Sommer: „Trinkpausen sollen dazu beitragen, den Spielern bestmögliche Bedingungen zu garantieren. Grundlage sind die Erfahrungen bei früheren Turnieren wie der FIFA Klub-Weltmeisterschaft, die letzten Sommer in den USA durchgeführt wurde.“

Riesen-Jubel bei Curaçao. Der Inselstaat hat sich erstmals für eine Weltmeisterschaft qualifiziert.
Riesen-Jubel bei Curaçao. Der Inselstaat hat sich erstmals für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. © AFP | RICARDO MAKYN

Warum wurde die Teilnehmerzahl von 32 auf 48 Teams erhöht?

Statt wie bisher 32 Mannschaften treten nun 48 Teams an, um das Turnier globaler zu machen. Ziel der FIFA ist es, mehr Nationen aus allen Kontinenten die Teilnahme zu ermöglichen – insbesondere aus Afrika, Asien oder Mittelamerika, die bisher vergleichsweise wenige Startplätze hatten. Somit ergeben sich auch mehrere Premieren: Jordanien, Usbekistan, Kap Verde und Curaçao haben sich erstmals für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Durch das vergrößerte Teilnehmerfeld wächst automatisch auch das weltweite Interesse an der Weltmeisterschaft, weil mehr Länder und Fans beteiligt sind.

Mehr Partien bedeuten natürlich auch zusätzliche Einnahmen aus TV-Rechten, Sponsoring und Ticketverkäufen. Die kommende Weltmeisterschaft dürfte also so viel Geld wie nie zuvor einspielen.

Was bedeuten Austragungsorte und Anstoßzeiten für die Fans?

Die Tatsache, dass der Ball in drei Ländern rollt, verlangt den Fans bei der Reiseplanung einiges ab. Nehmen wir das Beispiel Deutschland: Die DFB-Elf spielt zunächst gegen Curaçao in Texas (14. Juni), trifft dann sechs Tage später in Toronto (Kanada) auf die Elfenbeinküste und muss im letzten Gruppenspiel wieder in die USA reisen, um dort in New Jersey gegen Ecuador anzutreten (25. Juni).

Ein wichtiger Faktor ist auch die Zeitverschiebung: Die USA, Mexiko und Kanada liegen in vier verschiedenen Zeitzonen. Das bedeutet für die Fans, die das Turnier zu Hause am Fernseher verfolgen, dass sich die Spiele deutlich mehr über den Tag verteilen.

Euro 2024: Polen - Österreich
Die ARD sicherte sich wieder Rechte an der Weltmeisterschaft. Ob dann Almuth Schult und Alexander Bommes am Mikrofon stehen werden, ist noch offen.© DPA Images | Michael Kappeler

Welche TV-Sender übertragen die Spiele?

In Deutschland werden die ARD und das ZDF gemeinsam insgesamt 60 der 104 Spiele übertragen, darunter alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft, sowie unter anderem das Eröffnungsspiel, die Halbfinalspiele und das Finale. Alle 104 Partien des Turniers zeigt der Streamingdienst Magenta TV. Die Telekom hatte sich die TV-Rechte gesichert.

Welche Kritik gibt es am neuen Format?

Die Kritik fokussiert sich auf eine vermutete Qualitätsminderung durch zu viele teilnehmende Mannschaften. Unter anderem der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw äußerte sich im vergangenen September im TV-Sender Nitro kritisch: „48 Mannschaften sind ein Qualitätsverlust, ohne den Kleineren zu nahe treten zu wollen. Eine WM, eine EM lebt auch von hochklassigen Spielen, das wollen die Leute sehen.“

Neben dem sportlichen Aspekt und den kürzeren Erholungsphasen durch die vielen Reisen richtet sich die Kritik der aktiven Fanszene auch gegen die sehr hohen Ticketpreise und das geringe Kontingent an günstigen Karten. Der Deutsche Fußball-Bund hat aufgelistet, dass es mindestens 5975 und maximal 14.095 Euro kosten würde, wenn ein Fan alle Spiele von Deutschland begleiten möchte und die Mannschaft das Finale erreicht.