Lange wirkte sie zum Greifen nah, die Pokal-Überraschung im strömenden Regen von Müngersdorf. Dass die Partie in der 2. Runde des DFB-Pokals zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern doch deutlich mit 4:1 (2:1) an die Münchener ging, lag am Ende auch wieder einmal am Weltklasse-Angriff des Rekordsiegers dieses Wettbewerbs. Wie schon in der Vorsaison – damals war es Bayern Leverkusen – scheiden die Kölner gegen den amtierenden deutschen Meister auf.

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Dabei gingen die Kölner in Führung – und die war hochverdient. Denn bevor Ragnar Ache den Eckball von Jakub Kaminski in den Kasten von Jonas Urbig köpfte und dem Ex-FC-Keeper keine Chance ließ (31.), erarbeiteten sich die Gastgeber eine Chance nach der anderen. Trotz defensivem Schlachtplan mit Fünferkette fingen sie einige Bälle im Spielaufbau der Münchener ab und wurden in der ersten halben Stunde immer wieder gefährlich.

In zwei Minuten: Abseitstor von Diaz, dann Weltklasse-Treffer von Kane

Es folgten zwei überragende Minuten der Gäste, die Köln kurz vor der Pause schockten. Auch, weil das Ausgleichstor der Bayern nicht hätte zählen dürfen. Konrad Laimer schaffte per Sololauf Überzahl im Strafraum, setzte Josip Stanisic in Szene. Dessen Schuss prallte ab und landete bei Luis Diaz, der einnetzte (36.). Der Kolumbianer stand allerdings deutlich im Abseits. Die Schiedsrichter gaben das Tor, der VAR – in der 2. Runde noch nicht im Einsatz – konnte nicht eingreifen.

1. FC Köln - Bayern München
Luis Diaz (am Ball) erzielte gegen Köln ein Abseitstor für Bayern München - am Ende zählte der Treffer.© Rolf Vennenbernd/dpa | Rolf Vennenbernd

Die übrigen drei Treffer der Bayern: Ein Beispiel für die individuelle Klasse des Spitzenreiters der Bundesliga, der in dieser Saison bisher alle seiner 14 Pflichtspiele gewonnen hat. Mit seinem schwachen linken Fuß und dem Rücken zum Gehäuse von Ron-Robert Zieler zirkelte Harry Kane den Ball perfekt am Kölner Keeper vorbei und in die lange Ecke (38.). Eine Weltklasse-Szene des Engländers. Bittere Pille für die Kölner. Die Bayern drehten das Spiel innerhalb von zwei Minuten.

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Auch in Hälfte zwei blieb der Rekordpokalsieger eiskalt. Kane köpfte nach Ecke von Joshua Kimmich ein (64.), Michael Olise sorgte nach Konter, den er selbst einleitete und den Bayern perfekt zuende spielte, für die Entscheidung (72.). Für Köln ist es die höchste Niederlage der Saison. Dennoch war es vor allem im ersten Durchgang ein solider Auftritt des Teams von Lukas Kwasniok. Am Ende waren die Münchener einfach zu gut. „Es war ein totales Kampfspiel, aber wir sind zurückgekommen. Ich bin zufrieden mit der Mentalität der Jungs. Wir haben in der zweiten Halbzeit die Intensität behalten“, sagte Bayern-Coach Vincent Kompany.

Die Bayern ziehen dank überragender zwei Minuten in Durchgang eins und einer souveränen zweiten Hälfte in die nächste Pokalrunde ein – und sind einen Schritt näher am Titel. Kaum zu glauben, aber wahr: Seit fünf Spielzeiten wartet der FC Bayern nunmehr auf den Gewinn des DFB-Pokals. 2025/26 soll es endlich so weit sein und das Münchener Pokal-Trauma überwunden werden.

FC Bayern: Ex-Kölner Urbig ersetzt Neuer im DFB-Pokal

An diesem Abend im Kölner Rheinenergie-Stadion stand vor der Partie zur Abwechslung mal nicht Bayerns Superstar Harry Kane im Fokus, sondern die Jungstars: Jonas Urbig, 22, durfte ausgerechnet beim ehemaligen Arbeitgeber Manuel Neuer im Tor vertreten. „Jonas macht eine sehr gute Entwicklung“, lobte Bayerns Sportdirektor Christoph Freund. Schon in der vergangenen Saison habe Urbig gezeigt, dass er „trotz jungen Jahren auf sehr, sehr hohem Niveau ist“.

Darüber hinaus kam es zum Aufeinandertreffen der beiden Senkrechtstarter Said El Mala (19, 1. FC Köln) und Lennart Karl (17, FC Bayern). Beide Offensivtalente haben Fußball-Deutschland mit ihren Leistungen in den vergangenen Wochen begeistert.

Borussia Mönchengladbach v FC Bayern München - Bundesliga
In der Bundesliga und der Champions-League konnte Bayern-Juwel Lennart Karl bereits treffen. Gelingt ihm das gegen den 1. FC Köln nun auch im DFB-Pokal?© Getty Images | Dean Mouhtaropoulos

El Mala (vier Scorerpunkte in der Bundesliga) ist mit seinen Tempodribblings und Abschlüssen schon jetzt gefährlichster FC-Angreifer. Karl wiederum erzielte zuletzt je ein Tor in der Champions League gegen Brügge (4:0) sowie in der Bundesliga beim 3:0-Auswärtssieg gegen Borussia Mönchengladbach. In der Königsklasse durfte der Wirbelwind zudem sein Startelf-Debüt feiern. Karl wurde zwar eingewechselt, konnte allerdings nicht seinen ersten Treffer im Pokal erzielen. In der nächsten Runde bekommt er wieder die Möglichkeit.