Im Weddellmeer, einer der unwirtlichsten Regionen der Antarktis, hat ein internationales Expeditionsteam eine kleine Insel entdeckt, die in den Seekarten bislang nicht korrekt verzeichnet war. Seit Anfang Februar ist die Forschungsmission mit dem Eisbrecher Polarstern in dem Gebiet unterwegs, wie das Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven mitteilte.

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Gefunden wurde die Insel eher aus der Not heraus als nach Plan. Wegen des rauen Wetters musste die Expedition ihre Arbeiten unterbrechen und im Windschatten einer Insel Schutz suchen. Dabei bemerkte das Team etwas, das zunächst nicht wie Land wirkte. AWI-Wissenschaftler Dreutter sprach von einem „Eisberg“, „der irgendwie dreckig aussah“. Erst bei näherem Hinsehen wurde deutlich, dass es sich nicht um Treibeis handelte, sondern um eine kleine Insel, die bislang kaum erfasst war.

Nach Angaben des Teams ist die Insel rund 130 Meter lang, 50 Meter breit und ragt etwa 16 Meter aus dem Wasser. Auf den vorhandenen Seekarten war es nicht als Land eingetragen, sondern lediglich als unerforschte Gefahrenzone markiert. Zudem lag die verzeichnete Position rund eine Seemeile von der tatsächlichen Lage entfernt.

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Im nächsten Schritt vermass die Expedition die Insel systematisch mit einer Drohne und einem Echolot. Eine Drohne liefert Aufnahmen aus der Luft, ein Echolot misst mit Schallsignalen die Wassertiefe und zeigt, wie der Meeresboden verläuft. Auf diese Weise ließ sich die kleine Insel genauer erfassen und dokumentieren.

Noch trägt die Insel keinen Namen. Das soll sich aber bald ändern. Dafür reicht allerdings kein spontaner Einfall an Bord: Neue antarktische Ortsnamen werden über ein festgelegtes Verfahren mit den zuständigen Fachgremien abgestimmt, bevor sie in internationale Verzeichnisse und Seekarten eingehen.

mit dpa