Abnehmspritzen wie Ozempic, Wegovy oder Mounjaro sorgen derzeit für Schlagzeilen: Sie versprechen schnelle Erfolge beim Abnehmen, gelten aber offiziell als Lifestyle-Medikamente. Für gesetzlich Versicherte bedeutet das: Die Kosten müssen in den meisten Fällen selbst getragen werden.

Der Petitionsausschuss des Bundestages prüft Stand November 2025 eine Petition, die eine Übernahme der Kosten durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) fordert. Adipositas sei eine ernstzunehmende Krankheit mit erheblichen gesundheitlichen Risiken, so das Argument. Die Petition verweist darauf, dass chirurgische Eingriffe wie Magenverkleinerungen von den Kassen übernommen werden – teils inklusive lebenslanger Folgebehandlungen. Eine langfristige medikamentöse Therapie, wie sie Abnehmspritzen bieten, wäre nach ihrer Einschätzung deutlich kostengünstiger.

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Ozempic & Co.: Gesetzliche Krankenversicherung zahlt in der Regel nicht

Der Ausschuss sieht die Situation differenziert: Arzneimittel, deren hauptsächlicher Zweck die Steigerung der Lebensqualität ist, fallen nach § 34 SGB V aus der Erstattung durch die GKV. Dazu zählen Appetitzügler, Abmagerungsmittel und Medikamente zur Verbesserung des Haarwuchses.

GLP‑1-Agonisten wie Semaglutid (Ozempic, Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) werden zwar in Studien als wirksam zur Gewichtsreduktion beschrieben, sind jedoch offiziell nur für die Behandlung von Diabetes Typ 2 zugelassen. Deshalb gilt: Wer die Spritze ausschließlich zum Abnehmen nutzen möchte, muss die Kosten selbst tragen.

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Ozempic, Wegovy, Mounjaro: Unterschiede zwischen den Abnehmspritzen

Ozempic enthält Semaglutid und ist offiziell für Diabetes Typ 2 zugelassen. Die GKV übernimmt die Kosten nur in diesem Kontext. Wegovy, ebenfalls Semaglutid-basiert, ist speziell für die Behandlung von Adipositas zugelassen. Eine Verordnung ist möglich bei einem BMI ab 30 oder ab 27 bei Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck. Dennoch zählt die Therapie zur Lifestyle-Behandlung – Kassen zahlen in der Regel nicht.

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Mounjaro greift an zwei Stellen gleichzeitig in die Appetit- und Stoffwechselsteuerung ein – deshalb gilt es als besonders wirksam. Auch hier gilt: Verschreibungspflichtig, zugelassen für Adipositas, aber keine Kostenübernahme durch die GKV. Die Medikamente werden in der Regel wöchentlich subkutan, also ins Bauchfett, injiziert. Die Preise variieren je nach Dosierung zwischen 170 und 500 Euro pro Monat, hinzu kommen Kosten für ärztliche Beratung und Rezept.

Private Krankenversicherung: Einzelfallprüfung bei Ozempic & Co.

Bei Privatversicherten ist die Lage etwas anders. Hier können die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen übernommen werden, wenn eine medizinische Notwendigkeit nachgewiesen wird – etwa bei starkem Übergewicht mit Folgeerkrankungen. Dennoch erfolgt die Erstattung nicht automatisch, und viele Ablehnungen der Versicherer lassen sich nur durch fachkundige Widersprüche oder rechtliche Schritte anfechten.

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Sicherheit und Nebenwirkungen der Abnehmspritzen

Ob Ozempic, Wegovy oder Mounjaro: Die Spritzen greifen tief in den Stoffwechsel ein. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:

  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Verdauungsprobleme,
  • Kopfschmerzen und Müdigkeit/Erschöpfung (Fatigue) oder
  • Bauchspeicheldrüsenentzündungen.

Deshalb ist eine ärztliche Begleitung zwingend notwendig. Eigenständiger Kauf ohne Rezept ist nicht möglich und riskant.

FDP-Politiker Andrew Ullmann betont gegenüber dem „Handelsblatt“, Abnehmspritzen sollten Teil einer umfassenden Therapie sein. CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge sieht ebenfalls Chancen, eine Erstattung zu prüfen – allerdings nur, wenn Sicherheit und Effektivität eindeutig belegt sind.

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Heike Baehrens, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, verteidigte hingegen die bestehende Regelung. Laut „Handelsblatt“ betonte sie, angesichts der angespannten Finanzlage der Krankenkassen gebe es nachvollziehbare Gründe, Medikamente, die „überwiegend zur Abmagerung oder zur Zügelung des Appetits“ eingesetzt werden, von der Erstattung auszuschließen. Die gesetzlichen Kassen warnen vor hohen Kosten: Laut AOK-Bundesverband könnte eine flächendeckende Übernahme bis zu 45,8 Milliarden Euro pro Jahr kosten.