Vanessa M.* hatte eigentlich beste Voraussetzungen, sich früh sicher in Geldfragen zu bewegen. In der Schule wählte sie den Wirtschaftszweig, sie hatte ein grundsätzliches Interesse an Finanzen und machte eine Ausbildung bei einem Versicherer. Und trotzdem lernte sie erst spät, eine einfache Frage für sich zu beantworten: Was mache ich mit meinem Geld? „In der Schule etwa haben wir zwar über Aktien gesprochen, aber immer aus Unternehmersicht – nie darüber, wie man selbst sinnvoll investiert“, sagt sie heute.
Um die Finanzen kümmerte sich der Vermögensberater eines großen Finanzvertriebs, der schon das Geld der Eltern betreute. „Die Gespräche folgten einem festen Muster. Viele Fragen, viel Nähe, ein erklärender Ton – sehr einnehmend, aber auch belehrend“, erinnert sich Vanessa. „Ich hatte nach diesen Gesprächen oft das Gefühl, nicht genug abgesichert zu sein.“
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Geld: Vanessas Bankberater riet ihr zu teuren Produkten
Über den Berater eröffnete sie ein Depot bei der Deutschen Bank. Aktien wurden gekauft und wieder verkauft, „um Gewinne mitzunehmen“, sagt Vanessa. Was das kostete, wie hoch die Gebühren waren oder dass teure aktive Fonds ihre Rendite schmälerten – darüber wurde kaum gesprochen. Selbstverständlich auch nicht darüber, dass der Berater an Vanessas Finanzentscheidungen über Abschlussprovisionen direkt mitverdiente.
Der Wendepunkt kam ausgerechnet bei einem vermeintlich sicheren Thema: Gold. Die Kosten waren offen ausgewiesen – und auffallend hoch. Vanessa begann zu recherchieren. Es war April 2020, erster Corona-Lockdown, viel Unsicherheit, viel Zeit. Über Youtube stieß sie auf den unabhängigen Geldratgeber Finanztip. Der Ton: sachlich, ruhig, ohne Angst. Ein Gegenentwurf zu der Beratung, die sie kannte.
Was als einzelnes Video begann, setzte bei Vanessa und ihrer Familie etwas in Bewegung. Einige Zeit später schlug der Bankberater ihrem Mann eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Kombination mit einer Rürup-Rente vor. Vanessa hörte diesmal genauer hin. Sie las den entsprechenden Ratgeber bei Finanztip – das Ergebnis war klar: Für ihre Lebenssituation war dieses Konstrukt alles andere als sinnvoll. Der Abschluss blieb aus. Doch das gab den ausschlaggebenden Anstoß.

Finanzen selbst regeln: „Man kann schnell in Abhängigkeiten geraten“
Vanessa verschaffte sich einen Überblick über die Finanzen ihrer Familie. Sie kündigte ihr Depot bei der Deutschen Bank, verkaufte die aktiven Fonds und eröffnete ein neues Depot bei einem günstigen Neobroker. Ihr Geld investierte sie in einen günstigen, weltweit streuenden Aktien-ETF, der die Dividenden automatisch wieder anlegt. Neben dem neuen Depot stellte sie auch Girokonto und Kreditkarte um, eröffnete ein Tagesgeldkonto für den Notgroschen der jungen Familie – und passte es regelmäßig an, wenn anderswo attraktive Aktionszinsen lockten.
„Wer sich nicht selbst um die eigenen Finanzen kümmert, kann schnell in Abhängigkeiten geraten“, sagt Vanessa heute. Diese Erkenntnis kam für die junge Mutter nicht auf einmal, sondern reifte Schritt für Schritt. Wie Vanessa M. geht es vielen Familien: Sie wissen, dass sie sich um ihre Finanzen kümmern sollten, finden aber keinen Anfang. Dafür hat der unabhängige Geldratgeber Finanztip die kostenlose E-Mail-Serie „Finanzfit für Deine Familie“ konzipiert: Sie begleitet Eltern in sechs Mails verständlich durch wichtige Finanzfragen.
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Am schwierigsten war für Vanessa nicht das Organisatorische, sondern der herausfordernde emotionale Abschied vom Berater und die Entscheidung, Verantwortung für die eigenen Finanzen zu übernehmen. Ein Schlüsselmoment war die erste Steuererklärung, die sie selbst machte. Heute erledigt sie diese Aufgabe fast für die ganze Familie.
Wie aus Einzelentscheidungen ein Familienkonzept wurde
Dank Finanztip ist Vanessa laut eigener Aussage deutlich gelassener geworden. Die Angst, etwas zu übersehen oder falsch abzusichern, ist kleiner geworden. Sie wisse heute: Es gibt Versicherungen, die sinnvoll sind – und viele, die es nicht sind. Insgesamt lebt die Familie bewusster, sparsamer, aber ohne das Gefühl von Verzicht. Die wichtigen Absicherungen sind geregelt:
- Haftpflichtversicherung für die ganze Familie
- Auslandsreisekrankenversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
Ihren Riester-Vertrag hat Vanessa so angepasst, dass sie die Kinderzulagen erhält. Später, das ist ihr wichtig, will sie für ihre Kinder früh eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen – noch während der Schul- oder Studienzeit, wenn die Beiträge niedrig sind.

Auch ihre Tochter wächst mit diesem neuen Umgang mit Geld auf. Für das Kind haben die Eltern ein eigenes Depot eingerichtet, in das alle Geldgeschenke investiert werden. Als die Vierjährige der Mutter Anfang des Jahres dabei zusieht, sagt sie ganz selbstverständlich: „Mama, dort wird’s mehr.“ Für Vanessa ist es ein Moment, der im Gedächtnis geblieben ist und der sie stolz macht. Was Vanessa antreibt, ist kein Perfektionsanspruch, sagt sie. Sondern der Wunsch, ihren Kindern Sicherheit durch Wissen mitzugeben. Dass sie irgendwann von selbst kommen und fragen: „Macht das Sinn?“ – bevor sie teure Verträge unterschreiben.
Tipp: In sechs E-Mails zu entspannten Familienfinanzen: Die kostenlose Finanztip-Mail-Serie „Finanzfit für Deine Familie“ begleitet Eltern verständlich durch wichtige Finanzfragen.
Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geldratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.
* Der vollständige Name ist der Redaktion bekannt.






