Ein US-amerikanisches Forscherteam könnte mit seiner neuesten Entdeckung womöglich vielen Menschen helfen, die sich den Traum von Nachwuchs nicht auf natürlichem Wege erfüllen können. Denn mit „OvaReady“ soll die Suche nach Eizellen, die sich anschließend für eine künstliche Befruchtung eignen, deutlich effizienter sein.
Kinderwunsch: Höhere Chance auf eine erfolgreiche IVF dank OvaReady?
Kann sich ein Paar oder eine einzelne Frau den Kinderwunsch aufgrund von Unfruchtbarkeit nicht erfüllen, so kann das zu einer Belastungsprobe werden. Doch Unfruchtbarkeit muss nicht direkt bedeuten, dass es unmöglich ist, schwanger zu werden. Ein Weg, trotzdem ein Kind zu bekommen, ist eine künstliche Befruchtung, zum Beispiel mittels „In-vitro-Fertilisation“: kurz IVF. Dabei werden der Frau befruchtungsfähige Eizellen entnommen, die dann in einem Reagenzglas mit Nährlösung mit den Samenzellen eines Mannes befruchtet werden.
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Dabei gilt: Je mehr Eizellen einer Frau entnommen werden können, desto höher ist die Chance, dass eine von ihnen erfolgreich befruchtet und zu einem Embryo werden kann. Und: Je mehr Eizellen entdeckt werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine oder mehrere von ihnen überhaupt für eine IVF eignen.
An diesem Punkt könnte künftig „OvaReady“ ins Spiel kommen – eine Technologie, die die Suche nach gesunden Eizellen automatisiert und so sogar jene Zellen finden können soll, die mit bisherigen Suchverfahren versteckt blieben. „OvaReady“ arbeitet mittels sogenannter Mikrofluidik. Dabei werden kleine Flüssigkeitsmengen durch enge Kanäle geleitet und so besonders gründlich untersucht. Diese neue Vorgehensweise wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Nature“ vorgestellt.
Regelung in Deutschland
Mehr ist mehr? Das mag grundsätzlich für die Eizellenentnahme vor einer IVF gelten, gilt in Deutschland aus rechtlichen Gründen aber nicht. Hierzulande gilt nämlich das Embryonenschutzgesetz, das besagt, dass bei einem IVF-Versuch von den entnommenen Eizellen maximal drei befruchtet werden dürfen.
Das bedeutet also, dass – obwohl es vielleicht eine Vielzahl an gesunden Eizellen gibt, die gefunden wurden – trotzdem nicht mehr befruchtet werden dürfen. „OvaReady“ muss in Deutschland also nicht unbedingt zu Vorteilen führen – kann aber etwa dann helfen, wenn mittels altbewährter Methoden nicht einmal drei Eizellen gefunden werden können.
„OvaReady“ ist also quasi eine Art Meisterdetektivin – entwickelt von dem Unternehmen „AutoIVF“, dessen Forscherinnen und Forscher die Studie durchführten und publizierten. Im Rahmen der Studie wurden die Eizellen von 582 Patientinnen zunächst händisch, also mittels Mikroskop, untersucht. Anschließend kam „OvaReady“ zum Einsatz – und konnte bei 316 der Patientinnen insgesamt 582 Eizellen mehr finden als mit der händischen Methode.
Paar berichtet: „Wir hatten alle Hoffnung verloren“
Ein Ausgang, der, wie die „New York Times“ berichtet, selbst für die Entwickler der Technologie überraschend war. „AutoIVF“-CEO Ravi Kapur: „Wir dachten, wir würden vielleicht in zehn Prozent der Fälle zusätzliche Eizellen finden – aber nicht in 50 Prozent, wie es jetzt konstant der Fall ist.“
Eine der durch „OvaReady“ gefundenen Eizellen führte sogar zu einer erfolgreichen Schwangerschaft und der Geburt eines gesunden Mädchens. „Wir hatten alle Hoffnung verloren und mussten nach jedem Strohhalm greifen“, sagte der Vater des Kindes gegenüber der „New York Times“. Also nahm das Paar an der Studie von „AutoIVF“ teil – mit Erfolg. „Damit wurden Eizellen gefunden, die sonst verworfen worden wären“, so die Mutter.





