Nicht jede Frage verdient eine Antwort. Schon gar nicht diese: Willst du Kinder? In dieser Ausgabe unseres Beziehungs-Newsletters „Ein FUNKE Liebe“ erklärt unsere Autorin, warum solche Fragen grenzüberschreitend sind und erzählt auch, wie sie mittlerweile darauf antwortet.
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Es gibt eine Frage, die jede Frau im gebärfähigen Alter kennt. Sie kommt beim Familienessen, an der Kaffeemaschine oder zwischen Tür und Angel: „Und? Wann ist es bei dir so weit?“ Gemeint ist nicht der nächste Karriereschritt oder der Urlaub, sondern die Fortpflanzung. Die K-Frage – „Willst du Kinder?“ oder „Warum willst du keine Kinder?“ – wird Frauen erstaunlich oft gestellt, obwohl sie tief in persönliche Lebensentwürfe, medizinische Realitäten und intime Entscheidungen eingreift.
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Und ganz ehrlich: Selbst eine Schwangerschaft schützt nicht vor Grenzüberschreitungen. Als ich schwanger war, wurde ich ziemlich oft nach meinem Alter gefragt. Nicht nur von medizinischem Personal, sondern auch von Menschen, die kaum mehr als meinen Vornamen kannten. „Na, zum Glück hat es noch geklappt!“, sagte mir tatsächlich ein Bekannter und tätschelte mitleidig – und dazu noch ungefragt – meinen runden Bauch. Als ob ich 64 und nicht 34 wäre.
Erstaunlicherweise werden werdende Väter aber kaum nach ihrem Alter gefragt. Niemand beugt sich über ihren Bauch und fragt besorgt nach dem Geburtsjahr. Niemand erkundigt sich, ob sie nicht vielleicht „zu jung“ oder „schon ganz schön alt“ für ein Kind seien. Die Verantwortung für den richtigen Zeitpunkt und das richtige Alter – sie klebt zuverlässig am weiblichen Körper.

Kinderwunsch: Viele Frauen fühlen sich in ihren Zwanzigern nicht bereit
Natürlich sinkt bei Frauen mit fortschreitendem Alter auch ihre Fruchtbarkeit, die Qualität der Eizellen nimmt ab. Trotzdem steht es niemandem zu, Frauen als „zu alt für ein Kind“ zu beschimpfen, nur weil sie nicht in das gängige Bild einer Mutter passen. Viele Frauen fühlen sich in ihren Zwanzigern gar nicht bereit für ein Kind und das ist verständlich, denn ein Kind ist keine romantische Idee, sondern eine existentielle Entscheidung. Wer in seinen Zwanzigern ist, steht häufig noch am Anfang genau jener Bereiche, die für Elternschaft entscheidend sind: finanzielle Stabilität, berufliche Perspektive, der richtige Partner oder ein verlässliches soziales Netz. Kein Wunder also, dass Frauen in Deutschland immer später Kinder bekommen.
Nadine Bode zum Beispiel wurde erst mit 48 Jahren zum ersten Mal schwanger. Sie hat sich lange Zeit Kinder gewünscht, aber nie den passenden Mann dafür gefunden. Wie sie sich dann doch mit fast 50 Jahren ihren Kinderwunsch erfüllte und warum sie sich sogar noch ein zweites Kind wünscht, das erzählt sie hier.

Unerfüllter Kinderwunsch: Heike versuchte jahrelang schwanger zu werden
Dass die Frage „Warum hast du noch keine Kinder?“ alles andere als harmlos ist, weiß auch Heike Majchrzak. Jahrelang versuchte sie schwanger zu werden und erlitt dabei viele Schicksalsschläge. Denn wegen ihrer Endometriose hat sie kaum Chancen, auf natürlichem Weg Kinder zu bekommen. Mittlerweile ist Heike aber im 9. Monat schwanger. Hier verrät sie, wie sie trotz aller negativen Prognosen schwanger wurde und wie sie selbst aus herben Rückschlägen Mut schöpfen konnte.
Ich selbst beantworte übrigens keine K-Fragen mehr. Wenn jemand mich fragt, ob ich mir noch ein zweites Kind wünsche, antworte ich höflich, aber bestimmt: Das geht nur mich und meinen Partner etwas was an!
Und wie sieht es bei Ihnen aus? Nervt die Kinderfrage Sie auch so sehr oder machen Ihnen solche Fragen nichts aus? Erzählen Sie es mir. Ich freue mich darauf!
Alles Liebe,
Alina Juravel
P.S. Wenn Sie Kritik haben oder auch Anregungen, freue ich mich über eine Mail an alina.juravel@funkemedien.de.





