Babys haben viel davon, Erwachsene nur noch wenig – und genau das rückt jetzt in den Fokus der Forschung. Aktuelle Studien zeigen, dass braunes Fettgewebe bei Kälte Kalorien verbrennt und viel mehr kann, als bislang angenommen. Ob diese körpereigene Wärmequelle auch Erwachsenen beim Kampf gegen Übergewicht und sogar Diabetes helfen könnte, untersuchen Wissenschaftler weltweit. In einem „BBC“-Artikel werden die neuesten Erkenntnisse zusammengefasst.
Braunes Fett wandelt Energie in Wärme und stärkt den Stoffwechsel
Anders als das weit verbreitete weiße Fett, was wir vor allem als hartnäckigen Hüftspeck kennen, speichert braunes Fett keine Energie, sondern wandelt sie aktiv in Wärme um. Bei Säugetieren wie Mäusen ist es schon lange als effektive Methode gegen Kälte und für einen gesunden Stoffwechsel bekannt. Beim Menschen nahm man jedoch bisher an, dass braunes Fett nach der Kindheit weitgehend verschwindet – und damit auch sein gesundheitliches Potenzial.
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Bis sich 2009 die Erkenntnisse überschlagen: Forscher in Skandinavien stellten in einer Studie fest, dass auch Erwachsene braunes Fett besitzen. Dieses wird demnach bei Temperaturen unter 16 Grad aktiviert und nimmt Glukose sowie Fette aus dem Blutkreislauf auf. Zudem zeigte sich, dass Menschen mit mehr braunem Fett oft schlanker sind und einen gesünderen Stoffwechsel aufweisen.
Diese Erkenntnisse wurden 2021 durch eine Studie der Rockefeller University in New York untermauert. Die Wissenschaftler stellten zudem fest, dass Personen mit mehr braunem Fett seltener an Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen leiden.
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Kalte Duschen und Kaffee: So lässt sich braunes Fett aktivieren
Könnte der Griff zum Thermostat und der Umstieg auf kalte Duschen also zum Gesundheitsbooster werden? Die von „BBC“ präsentierte Daten sind vielversprechend. Bereits ein paar Minuten im kalten Wasser aktivieren das braune Fett und verbessern laut Studien die Insulinempfindlichkeit. Winterbadende in Skandinavien und Minnesota zeigen, wie der Kälteschock an der Eisschwelle den Stoffwechsel anregt. Doch Forscher mahnen zur Vorsicht. Der Nutzen ist sehr individuell – und wer gesundheitliche Probleme hat, sollte unbedingt zuvor mit seinem Arzt sprechen.
Auch der regelmäßige Kaffeekonsum steht im Fokus der Forschung rund um braunes Fettgewebe. Studien deuten darauf hin, dass Koffein die Aktivität des braunen Fettgewebes anregen kann. Allerdings betonen manche Experten, dass die Effekte beim Menschen eher begrenzt sind und sehr hohe Mengen Koffein notwendig wären, um spürbare Auswirkungen auf das braune Fett zu erzielen.
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Studien zeigen: Die magische Fettverbrennung bleibt ein Traum
So spannend die Forschung auch klingt – die Illusion, mit einer kalten Dusche pro Tag das Gewicht zu verlieren, ist leider trügerisch. Erwachsene haben meist zu wenig braunes Fett, um signifikant Pfunde zu schmelzen.
Dennoch bietet das Winterklima Chancen für unsere Gesundheit. Gerade die Verbesserung des Zuckerstoffwechsels könnte Menschen mit Risiko für Typ-2-Diabetes zugutekommen, zeigt eine Studie aus den Niederlanden. „Letztendlich geht es aber um eine gesunde, ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil, um ausreichend Bewegung und darum, langes Sitzen zu vermeiden. Und ich denke, man sollte auch auf verarbeitete Lebensmittel verzichten“ sagt Professor Michael Symonds aus Nottingham.
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Braunes Fettgewebe im Winter aktivieren und Stoffwechsel anregen
Wer also seinem Körper und Stoffwechsel etwas Gutes tun möchte, muss im Winter nicht zwangsläufig die Heizung ausmachen. Dennoch können sich kühlere Temperaturen und gelegentliches Frieren wie beim Eisbaden positiv auf das braune Fettgewebe und die Stoffwechselgesundheit auswirken.
Wissenschaftler betonen allerdings, dass solche Maßnahmen immer Teil eines insgesamt gesunden Lebensstils sein sollten, zu dem regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung gehören. Die Aktivierung des braunen Fettgewebes kann unterstützend wirken, ist aber kein Ersatz für grundlegende gesundheitsfördernde Maßnahmen.











