Angesichts der anhaltend niedrigen Pegelstände auf Deutschlands Wasserstraßen wirbt Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) für einen zügigen Ausbau der Flüsse. „Grundsätzlich sollten wir alle ein Verständnis dafür haben, dass die Wasserstraße Unterstützung verdient, weil sie der umweltfreundlichste Verkehrsträger ist“, sagte Bilger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Nach Ansicht des Ministers steht vor allem die Verlässlichkeit der Binnenschifffahrt auf dem Spiel. Unternehmen müssten darauf vertrauen können, dass Waren auch bei längeren Trockenperioden über die Flüsse transportiert werden können. Dafür brauche es einen Ausbau der Wasserstraßen, argumentiert Bilger. Zugleich kündigte er Gespräche mit Umweltverbänden an. Naturschützer sehen solche Eingriffe kritisch und plädieren stattdessen für möglichst naturnahe Flüsse.

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Neben dem Ausbau der Wasserstraßen will Bilger auch bei den Schiffen selbst ansetzen. Er spricht sich dafür aus, die Förderung sogenannter Niedrigwasserschiffe in voller Höhe beizubehalten. Diese Schiffe sind so gebaut, dass sie auch bei niedrigen Pegelständen mit vergleichsweise wenig Wasser unter dem Kiel fahren können.

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Für das Förderprogramm waren ursprünglich 36 Millionen Euro im kommenden Jahr vorgesehen. Aus Haushaltsgründen wurde die Summe zwischenzeitlich halbiert. Bilger will nun dafür werben, zur ursprünglichen Fördersumme zurückzukehren. „Das Anliegen bringen wir in die parlamentarischen Haushaltsberatungen ein“, sagte der Verkehrsminister den Zeitungen. Parallel würden die notwendigen Abstimmungen auf europäischer Ebene vorangetrieben, damit sich die Fortsetzung der Förderung nicht unnötig verzögere.

Wie dringend die Suche nach Lösungen ist, zeigt die aktuelle Lage auf den Flüssen. Wegen der anhaltenden Trockenheit führen Rhein, Elbe und andere große Wasserstraßen vielerorts ungewöhnlich wenig Wasser. Am Rhein wurden am Wochenende in Nordrhein-Westfalen historische Tiefstände gemessen. Die niedrigen Pegelstände stellen die Binnenschifffahrt vor große Probleme, da die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren oder sogar gar nicht mehr fahren können.

mit AFP