Kartoffelbrei aus Trockenpulver, Nudeln in Sahnesoße, zum Nachtisch eine Bananenzubereitung: Appetit macht der Blick auf ganz normale Speisepläne für Heime oder Tagespflege nicht. Obendrein verraten die Zahlen hinter jedem Menü: Da sind Geschmacksverstärker im Spiel, Speisestärke, Farbstoffe, Pökelsalze. Also Zusatzstoffe, wie sie in den meisten hochverarbeiteten Lebensmitteln zu finden sind. Die Folge: Was Senioren auf ihren Tellern haben, ist oft zu fett, zu salzig und zu süß. Alles Risikofaktoren für Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen – also Krankheiten, die besonders oft im hohen Alter auftreten.

Ausgerechnet in der Lebensphase, in der gesunde Ernährung besonders wichtig ist, spielt sie eine eher untergeordnete Rolle. Nun lässt sich einwenden: Das ist ja kein Wunder, wenn die Lebensmittelpreise steigen und die Budgets stagnieren oder sogar sinken.

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Großküchen setzen auf Effizienz. Da bleibt die Frische auf der Strecke

Doch wenn wir den Blick weiten auf deutsche Großküchen, die nicht nur Heime, sondern auch Krankenhäuser, Kitas und Schulen beliefern, zeigt sich: Viel zu oft werden irgendwelche Instant-Zubereitungen verrührt, statt mit frischen Produkten zu kochen, die sogar günstiger sind. Der Kartoffelbrei ist das beste Beispiel. Doch in den Großküchen geht es um Effizienz, Zeitaufwand, Lohnkosten und Haltbarkeit. Dass wir das so oft hinnehmen, sagt viel über unsere Esskultur aus.

Birgitta Stauber
Birgitta Stauber, Textchefin© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Leckere, gesunde Mahlzeiten sind ein wichtiger Faktor, wenn es um Lebensqualität geht, vor allem im Pflegeheim, der letzten Station des Lebens. Wenn Frühstück, Mittag- und Abendessen, die Höhepunkte des Tagesablaufs, untergehen in verkochtem, fadem und wässrigem Essen, ist das schlicht unwürdig.