Auf seine Uniform im Gestapo-Look verzichtete Gregory Bovino am Wochenende: Auf Bildern des Portals „Politico“ ist zu sehen, wie Trumps ehemaliger Grenzschutz-Chef im zivilen Anzug vor die Presse tritt. Neben ihm der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner, der die Konferenz in Portugal am Samstag mitorganisierte. Berichten zufolge tummelten sich rund 500 Anhänger rechter Gruppierungen in der Nähe von Porto, um über ihr Konzept der „Remigration“ zu sprechen.
Star-Gast dürfte aber Bovino gewesen sein – eben jener Mann, der noch vor wenigen Monaten mit seinen ICE-Truppen prügelnd durch die Straßen von Minneapolis zog. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte ihm wegen seines Auftretens den Spitznamen „Gestapo Greg“ gegeben. Unverhohlen verteidigte Bovino das Vorgehen seiner Truppen, als diese den Krankenpfleger Alex Pretti erschossen. Am Ende war es der US-Präsident, der ihn abzog, um weitere Bilder von Straßenschlachten zu verhindern.
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Wie auch seinerzeit in Minneapolis scheute sich der Mitte 50-Jährige nicht, sein Gesicht zu zeigen: „Ich freue mich sehr, herzukommen und den Europäern meine Expertise zur Verfügung zu stellen“, um gegen „illegale Einwanderer, die die europäische Kultur zerstören“, vorzugehen, zitiert ihn „Politico“ von einer Pressekonferenz. Verbal hatte er in einem Interview gegenüber einer rechten Plattform bereits vorgelegt, sieht in Hitlers Generalfeldmarschall Erwin Rommel eine Inspiration: „Wie die Geschichte immer wieder zeigt, zwingen besondere Umstände operative Führungskräfte mitunter dazu, auch die strategischen und öffentlichen Dimensionen einer Operation zu übernehmen“, so Bovino.

Auf der Veranstaltung waren „Politico“ zufolge Vertreter bekannter europäischer rechter Gruppierungen und Parteien, darunter von der spanischen Vox und der AfD. Der Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk erklärte gegenüber dem Portal, als „Gast“ gekommen zu sein. Die brandenburgische Parlamentarierin Lena Kotré hielt zudem eine Rede.
Remigration sei die Lösung für so viele Probleme, so Kotré in einem Interview, das sie auf X veröffentlichte. Besonders spannend habe sie den Austausch mit Bovino gefunden, schreibt sie zudem über ein Bild, das sie mit dem ehemaligen Grenzschutz-Chef zeigt. Auch mit Sellner ließ sie sich ablichten.
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Der Begriff „Remigration“ hatte spätestens nach einem Treffen in einer Potsdamer Villa 2023 breite Debatten ausgelöst. Auch führende Köpfe wie Alice Weidel machten sich den Begriff später zu eigen, fordern damit Rückführungen im großen Stil. Von Sellners identitärer Bewegung hatte sich die Partei allerdings offiziell distanziert.
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„Wir haben ein sehr neurotisches Verhältnis zu unserer eigenen Ethnizität, unserer eigenen ethnokulturellen Identität, und ich denke, das müssen wir überwinden“, zitiert „Politico“ Sellner auf der Konferenz. Seine Bewegung vertritt ein Konzept des Ethnopluralismus, bei dem „allein die ethnische Herkunft maßgeblich für die Zugehörigkeit zum deutschen Volk“ ist, wie es vom Verfassungsschutz heißt.
Dass der Begriff „Remigration“ mittlerweile nicht mehr nur von der extremen Rechten aufgegriffen wird, hat sicherlich auch mit dem Rückenwind aus Washington zu tun: Trump – und als ausführende Kraft auch Bovino – hatten radikale Rückführungsmaßnahmen öffentlichkeitswirksam inszeniert. „Wenn der Präsident einer Großmacht das Wort anerkennt, kann man nicht länger sagen, es sei marginal“, zitiert „Politico“ Jean-Yves Le Gallou, den ehemaligen Europaabgeordneten der französischen Rechtsextremen unter Jean-Marie Le Pen. Den Vorwurf des Rassismus wiesen Redner und Teilnehmer gegenüber dem Portal zurück.





